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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · page 1

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Date
1927-12-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mormtsausgabe dezember 1927 MLerfürHÄftkwM MSMÜMtUM. GmMSdüryLkHüMK^KNMÄ?cU^s!mtblris. Zeitung des Judenrums Judentum und Staat. Von Gemeinderabbiner Br. Res st hold Le wirs (Königsberg Pr.). ^uiH'iitmu und Staat — man tolltemeinen, daß tun diese iguiammcnitellum] alle Betrachtungen zu freifeit Hütten, Die in unserer '.'Jütte angestellt werden. Wo immer sieh Juden bfö Staatsbürger iinaimm'nfmben, nnn) durste ihnen näher .. , was ihrer Bearhtling und 'Bertiefiuig stärker empohten sein, als dies: eine Bezicluing zu suchen von ihrer üdiirhci, E>egebenl,eit zu der staatsbürgerlichen Forderung, die ü d e r Siainines- und Glaubensgemeinschaft, ü d er Berus lund Umgang hinan.) sie beansprucl,!! Tennveh muß seitgeuctit werden, daß jenes Begrifsspaar selten genug betrachtet wird zwecks seelischen Ausgleichs, zwecks sittlirher Llinuilierung. Wird mitunter eine AÜäruiiq in die ttßeqe geleitet, so ver- Est't sich unwillkürlich die Reihenfolge. Es wird dann nicht ehr von Zudontnin n»d Staak gehandelt, das will sagen: oen P fl i eh te n , die der lehtere gedanklich und handelnd 'UNS anserlegt, von den Einflüsse,,, Borbedingiingen und Alls- .Wirkungen, die er bei lins autveffeii oder auslösti, rnörhte, 'INN durch unsere Bejahung verwurzelt iliid vergeistigt zu werden. Bielmehr umgekehrt worden plötzlich Staat und Dudentum gegeiieiilandergesetit, indeiil er zur Rechenschaft Msogcn lvird. was er unseren Erwartungen und Ampruchen Zchuldig blieb. Er soll sieh verantworten, manim er uns Üi'edtte "bcaentljält die er versprach, die or nnS schenkte. Nicht er Hin (Bäiibiger gemacht. Bevor er seine Forderung wird die n usere geltend gemacht und er bcziclnigt, iiißerstande, vielleicht garnicht willens, unser gutes eu p.l besriedigeu. Man versteht leichthin, weshalb kliel, von nnZ sozusagen der Spieß niugedreht wird, deiituin und Staat uns vor Arigen treten. Es gibt aamvgsachc Begründungen. Man braucht nicht' au »re ineusehliehe Eigenschaft der Beguemlichkeit zu denken, die ieber empfängt als ihrerseits ansteilt, die es vorsieht, zu ordern als von sieh fordern zn faffen. Eher noch ließe sich ms das Empfinden verweisen, daß es hier um Selbstvertändlichteitcn zu gehen scheint, deren Bewnßtniachen, deren lussprechen, deren Beteuern sich erübrigt. Tie Beziehungen >e8 einzelnen znm Staate sind ja nicht bloß in Berfassung;nb Gesetzgebung niedergelegt: was uns zutiefst mit ihm vernüpst, so wahr er mehr ist als Buttel lllld Henker, ruht auf ein Grunde unserer Seele, so wahr wir das Stehlen nicht koß uiiterlassen, weil es verboten ist und mit Gefängnis bestraft sird. Was da alles mitschwingt, vernnnftmäßig und gcmütpll, sittlich und sogar gläubig, gilt aber für den Inden nm ,1 Deut anders als für die Masse seiner Mitbürger rings- Es bringt unversehens in einen gewissen Verdacht, es auf der Zunge einen üblen Nachgeschmack zurück, es Gefahr, in einen öden Hurrapatriotismus zu verfallen, die Notwendigkeit betont, dergleichen Dinge, die natür- A; und zwingend vorhanden sind, in künstliche, weitschweifige prmeln zu fassen. s Gleichwohl mahnt schon die Bibel, es gebe eine Zeit znm eben wie eine Zeit znm Schweigen. Wem aber beläßt die ütsche Gegenwart einen Zweifel darüber, daß sie gerade für lches Deutlichmachen und Bekennen die Lippen öffnen öchte? Die Umwälzung unserer Staatlichkeit, die nachgerade über Schwa „teil und Tasten hinansgelangc ist. die ihre neuerlichen Grundlagen nach allgemeinem Ermesst,, vor ernstbasier Störung sicher weiß, wirkt sieb immer tratwoller und sichtbarer in einer neuen Staat g e i i n n n n g aus. Etwas von dem stolzen <Gefühl des Se I b srt, e rr ieli e r, er sei der Staat, strahlt hentznlage. wenn anc!, erheblich abgewandelt, »nt anderer Ertennlnis und anderer .liellotziing. in e i n e n j e d e u B ü r g e r lsineiu. Bon der Bevormundung der Hörigkeit frei, die ein Teil feiner filmt wurde, auis fiarlfte der Berantwortliehkeit bewußt, die auf ilm überging, auf seine Entsclteiduiig und Mitarbeit, kommt er niclir um die Verpflichtung herum, in sieh den Nnclillal! zu verioigen. den der Nus des Staates anslöst. Aeußerlichleilen wst' Farben oder Hoheitszeichen Helsen ii)m zur llla.ru,ig. micluennigeu seine Besinnung und Festigung. stt'o immer lieiuznlage eine Bereinigung ziisauiineiitritt. aleieiignttig wetchcr Aniaabe sie dient, zur Förderung welcher Sonderantiegen lie ihre Mitgtiedcr znsammenschließt. wird von ihr ein B e t e n n t n i -5 Z n in Staats ganzen erhofft. Entsprechend vcrsuur der d e u t s eil - e v a n geli i eh e .u i r eh e n t a g, a!s er vor einigen Bioiiateii in den Blattern llöingsöergs zusammeiltrak. Ein Haiiptgegenstand seiner Beratnngeii. dureli grundleaeudo Bortrage eingcleitet, in einer besonderen Eiitsel>tießnng gipfelnd, war das B« e r l, ä l t n i s des st l, r i st c n z n r T v r i g k e i t, d e r ll i r ct> e u n d d e s tu l a u b e n s z u m S t a a t. Bl an darf also stlierztmst behaupten, das Fudenluni befinde sich in allerbester Geieilschair, wenn es aueh seinerseits, ohne für sich einen eigenen Anlaß zu besiben. iimehalte und nachdenke. Tcr neue Staat, ohne eitle Nutzanwendung vorwegznnehrnen, die sich vielleicht ergeben dürste, hat es verdient. Er ist daran beteiligt und dazn beingr, anei) von i! n ie rer Besonderheit, deren Pflege und Erhaltung m feinen Grenzen von uns betrieben >vird, die Ansrollung dieser Frage zu begehren, 'Nicht zunächst für unsere Umwett, sondern in erster Reihe für uns selbst soll eine Antwort hierauf gefunden werden: Wie steht Vas Judentum als Weltanschauung zum Für die Grundlage des Bechältnisses ist die Erkenntnis von Wert und Bedeutung, daß von vornherein jeder Versuch unterbleibt, h ier eine besondere Lehre, eine besondere V e r t u ü pfungfürdieBekennerde 8 Iude nt u ui 8 Z » b c a n s p r u ch e », Die Anerkennuuq des Staates gilt als GottoSgebot und M e n s ch e » P f l i ch t schlechthin, was sinnfällig darin zuin Ausdruck gelangt, daß dieser ordnungsmäßige 5Cll Errimgenschasteii gerechnet wird. Die Rabbinen in Anlehnung an die Bibel den Bund, den Gott Aus dem Mall: über „Das Schicksal der Deutschen Studcutenschast". — B. Segel: Der gefälschte Gucken-Brief! — Dr. Norbert E in st e i n: Wer stnv Die Führer der Wirtschaft?

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