Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 11 (November 1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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«tgs Mitsüder Sott vökliMn Turtw^inen sit^M üa»»K'-U.N ackchasfen. sich ohne Aufgabe khrer ..Grmtdpnnzkpten a!» Kandivaken für die Win!ervlhmpt-idr zur Versüsimg zu stMew Wenn lomit der Oesterrelckische Skivcrcin die Aufnahme Neuer Mtlglkcder Im Sinne deS Aricrpara„rapl,cn beschränk! Itat, so nlauble er. damit cincrlcils dem Gcsamtintcrcise des österreichischen Skisportes, anderseits den Interessen fernes eigenen Verbandes, das heißt des ANgerneinen Sslerrcichischen Ekiverbandcs. genutzt zu haben. Die Aufgabe liberaler Grundsätze ist somit nur -ine scheinbare." Wir können diese etwas merkwürdige Mcinling nicht teilen. Es gibt einfach keine Entschuldigung dafür, raffenschützlerrfche Ideen in den nllgemeinen Sportbctricb zu tragen. Haben sich judenseindliche Sportler durch ihren Standpunkt isoliert, so mögen s i c die Algert ihrer Politik auch tragcit. Es sind keinerlei Winkelzüge nötig, »in sie aus Umwegen — noch dazu über den Arierparagraphen — lvicder zurückzuholcn. nur damit Oesterreich im internationalen Skisport besser abschncide. Sport muh nach Begeisterung und Leistung gewertet werde», nicht nach „Rasscnprvbicmen". Wie lvir noch erfahren, hat der Allgemeine österreichische Stiverband in einer Bertrctcrversammtuug einstimmig dem Lbmann des Oesterreichiscl>eu Slivercins, Dr. jN e i n - D o p p Lev, wegen seiner Haltung in der Frage des Arierparagraphen die Mistbiutgung ausgesprochen. Ter Bereit, «ahm die MandatSuicdcrlcguiig Tr. stlcin-TopPlerS als Präsident des Allgcmciucu österreichische« LkivcrbandeS zur Kenntnis. Man ist bemüht, den Bercinsvorstand des Oesterreichischcn Skirercins mit Hilfe des Statuts um Ansetzung einer auHorarbentlicfjcn Generalversammlung zu veranlassen, um die Anshcbung des Besch,» iics über dc>t Arierparagraphen zu erreichen. AiHmMiileöervöWeil Lehm. . . . kei»r farbiges, insbesondere jüdisches Vlut . . Avr mir liegt eine „Beitrittserklärung" des Bundes völkischer Lehrer Teutschlands e. B„ die da lautet: „Ich «(leite hierdurch meinen Beitritt zum „Bund völkiiaier Lehrer Teutschlands e. V." unter der »erficherung, Satz Netz na-t, bestem Wissen und Gewissen in meinen und meiner Frau Adern kein farbiges, insbesondere kein iüdischeS Blut befindet, und dos; i ch Es folgen dann die Vordrucke für die Personatangabeu nsw. Tas Organ des Bundes ist die Monatsschrift „Die völkische S ch u l e". die jetzt bereits im fünften Jahrgang erscheint. Nach dem Bericht über die ziveite Bundestagmig dieses Bundes (4. und 5. Gilbhart lOktaberl 1327) nimmt die „Zahl der Mitglieder langsam und stetig" zu. und die „Arbeit deS Bundes wird durch Zusammengehen mit anderen Vereinen verliest" und „stellungslosen Jmw-lehrern konnte aus ivirtschaslticig'r Notlage geholfen werden". Hier handelt es sich um einen Zusammenschluß, durch den u n > mittelb ,rr (5 i u f (u ü aut die Schule gewonnen werden soll. Tie ihm angehörendcn Lehrer schließen sich gegen die anderen Organiscuionen durch die Bersickfernilg, daß „in ihren und ihrer Frau Adern lein sarbigcs Bint, insbesondere kein jüdisches Blut fließe", hermetisch ab. Sie sprechen offenbar damit ans, das» sie nur in Schulen »utcrrichken wollen, in denen Farbiges oder jüdisches Blut" nicht vorkomnrt. Es ist nicht einzusehen. lveiche Bedeutung ihre Blntversichcrung sonst haben soll. Dian lvird gegen Lehrer» dieser Art ganz besonders vorsichtig sei» müssen. Tenn ossenbar ivollen sie doch sür sich eine Sonderstellung in Anspruch nchineu und achten alle anderen, von denen sie diese „Blukgewißheit" nicht haben, geringer. Tahcr besieht sehr leicht die Gejahr, daß sie g e g e n K i » d e r „farbigen, insbesondere jndi - I ch tu Blut e 5" vore > ngeno in m e n s i >t d. Ob sie in vsscntlichen Schulen überhaupt noch verwendbar sind, soll hier »ich! entschieden werden. Wenn man aber das „völkische Erziehungsziel" durchdenkt, wie es ans der ersten Haupttaguug des Bundes im Jahre 1925 angenommen wurde, dann tvcrden diese Bedenken nur noch vertieft. „Tas deuischvvlkischc Hochziel der Erziehung ist der deutschbctvnbte, sitllich-reiigivse Charakter. Er hat sich zn gründen aus die w a l, r - ' '' ' Asch e. nur a r i s ch e in Blute eigene, ideale Diese Extlusivität, die dein deutschen Volke eine Vorzugsstellung vor alleii anderen Völkern gibt, soll unter anderem begründet >verden durch Stoffe, ivie „unsere herrtichen Sagen und die gesicherte» Ergebnisse der deutsche» Vovgeschichtösorschnng, die endlich anfräumt mit dem Märchen von der Mcnschhcitswiege in Asten und der orientalische» .Serknnst der Kultur". Ta sollen in der Anthropologie die rasschhgienischcu Grundtuahrheiten gegeben werden (Bererbungsgesetzr. rasseverdevbende Volksgistc. geistig« Irreführung nsw.). da wird gefordert daß alle Wissenschasten der deutschen Jugend nur durch den ts chb! ü! I ge Lehrer vermittelt werden, well „es die im Mut begründete Persönlichkeit ist, die begeistert". Im Mittelpmckt Ä, richts steht die heldische (Voa mir Iesuslehre. Das AI^ Testament bleibt der veräf^ tung „jüdisch-matertakiftiMr" und „germanischchMN anschaunng aus den höheren Stufen Vorbehalten ' « Ans diesen wenigen Andeutungen erhellt deuttkLÄ dem „Bunde" entkommt. Da anzunchmen ist, daß je nach ihrem Temperament mehr oder weniger VrrtL.. schon jetzt, ehe das „völkische Hochziel der Erziehung-^ Teile davon im Unterricht durchznsehc». so ist die G-kaW daraus ergibt, außerordentlich groß. ' ™ Wer erfetmeu will, wie unwissenschastlich. vollkowÄ dieser Bund z. B. die deutsche Mythologie lehren will st. seine Stärke sicht, der lese nur einmal „Tie Seele der n«_ iHaffe" (iit Heit 10 der „Völlischeu Schule'",. i„ der versw^Ä die Göttcrlchre der Gerinaucn aus die heutiac Zeit Ta werden willkürlich Teutim.w» gegeben, die nichts sind'düm Idtiüe Ausfassnngen. Fast hysterisch verstiegene Behauptung« die niemals jemand dachte, lvnunen mit dem Bvrgcbcn Zeitme« gewesen z» sein. Vorbestimmtheit des germanische',i Aö'lker'iN wird behauptet, ein so wundervolle-s Märchen wie „TornrR^ wird als auf die Germanen und das Christentum bezogen^ gestellt. Ta tverden rörichtcm Vorteil zuliebe altdeutsche Rat falsch gedeutet und was dergleichen Tinge mehr sind. Unü'aL mir, um die germanische Basse als auserivählt und die Mitbürger als minderwcrlig hiiizustellcii. 1 ■“ 'ist 3ft Ainvendnng uitfiu lese folgenden Sai „Als gar lein satte». In M, So wagt cs Märchen " " erboi;r!l;cit. uu anSznieilaeigei blieb, muOUti sie (bie Gechs bio cie von Liebe kriesrndenä!. dag vell; dereinst „nie' .-h. Augen und Herzen «ch BeUnger und Btörder herein» muhten sie erzählen.'' -re ivmidervollcn deutschen mssichtsbeam- Ijaltni müs!eil. daß d Geschlecht eingeimpft zeitiing au der'ciben , „Jude cr» einlzämmern! die Augen ossendem kommende» i dieser Lehreru-rriclit gedacht: i dieser Germanischen), seldtnege. Seuchen und. den Streifen paßt.' dem dies Thema vor' l( f) r c r zeitung abtze-7 . st. Mutt er ^Potsdam). Der österreichische Evangelische Dunö. Bei der grvgcn Tagung de-s österreichischen Evangelischen Bundes, die vom III. bis Ich August i» S p, N n l an der D ra n und in Seeb o d e n am M i l l st ä t! e r i e e skattjaud und an der auch viele Vertreter aus dem Tentschcn Reiche ketlnnhmeii, wurde, wie die „Deutsch- - österreichische Tageszeitung" berichtete, u. a. wlgendc Enlschtießmih elnstinuntg angenommen, die „deutlich beweist,' daß die cvangekischms -streife in Lcsterreich die furchtbaren Gefahren erkennen, die von d«cjüdischen Rasse ausgeheu und sogar das kirchliche Leben ui d.n christlichen stousejsioneii z>, erschüttern drohen". ' y : Die Entschließung lautet: „Tie Hauptversainmlung des Houvd- Vereins des Evangelischen Bundes sür Oesterreich erkennt mit tlejeks Besorgnis die Gefahr des immer mehr überhandnehmenb.n Juden-, lums, eine Gefahr, die nicht allein die tvirtschastüchen Mßnge des deutschen VoikeS schwer beeinträchtigt, sondern auch aus geistigem» killkurellcm Gebiete äußerst bedrohlich lvird. Die Hauptversairw"" fordert darum alle Mitglieder des'Bundes zum schärfsten Koni! wider diesen Bviksseind auf. Insbesondere ist gegen die ®ajP tauftev Inden in die evangelischen Gemciiidelörperschasten eiüschf Stellung zu nehmeu." 'r Ter Evangelische Bund bat nach seinen Satzungen den „Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen". Es ist l"»e « tische, sondern eine rein rcllgiiye Bereinigung, die allerdings tt Spitze gegen den römischen statholizismiis kehrt, aber, ivie Bundesleitung im,um wieder versichert lvird. nicht im Keifte de« «»- gvifss, sondern nur der Berteidigung. Wie mit diesen Krundjätztn ^0. obige Entschließring zn vereinbaren sein soll, ist sch w i n erstnotM Leider ist es nicht das erstemal, das; der österreichische Bund durch führende Mitglieder oder durch stmidgebunc politisches Gebiet begeben hat. und zivar int Sinne ciner Parteirichtung. Die vorliegende, von rassenfeindlichem L. . mns eingegc'bene Kainpfansage, die sich sogar gegen getaigiSTW also Mitglieder der evangelischen Kirche.' richiet — und angesehene evangelische Pfarrer jüdischer Abkunst gab und ö kaiu, im Interesse des Bundes, der von ihm vertretenen.st"*" der Bvlksgemetnsehaft nur auss tiefste bedauert werden.-- W. Nlthack-Stahn