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Central-Verein-Zeitung · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · page 2

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1927
Issue
Heft 8 (August 1927)
Date
1927-08-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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5$ Studenten hatten keine ausgestellt, und es war überhaupt von diesen sonst so radanlustigrn Helden an diesem Tag keine Spur zu finden. Die Arbeiterordner und die Wache schuhten vielmehr die Universität! ihre Bestürmung findet ihre Erklärung darin, das; sie seit langem, >vie auch iit diesen Blättern des öfteren dargelegt wurde, der Herd de r vste r re i chischcn Reaktion ist und das; die dort mit Einwilligung des Rektors abgehaltcueu Schießübungen die Arbeiterschaft schon seit langem empörten. Der „D c n t s che M i ch I" kennt aber einen anderen Grund für den Angriff ans die Universität: „Warum sich der Zorn der Inden gerade in erster Pinie gegen die Universität richtete, findet seine» Grund darin. U’i'il es noch nicht lauge her ist, daß der Eintritt bzw. die Ausnahme von Indeiiabkömmlingen adgcletint Ivvrden ist." Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens: die N u mn s-dn iisiis= B c st r e d n n g c u der hakenkrenzkerischen Studenten blieben bisher trvh alter ihrer Kraivalle und Drohungen v h n e i e d e n E r f v l g. Auch die „indischen Freimaiirer" müssen natürlich zur „Erklärung" der Wiener Geschehnisse heryntten. Uebcr ihre „unterirdische Mitarbeit" lesen mir folgende Anssehen erregende Enthüllung im „B ö l k i s ch e n L c v b a ch t e r". („A u f m a r s chp l a n der j ü d i s ch - b o l s ch e tv i st i s ch eil Co g c"): „Kurz vor dem Ausbruch des marristischen Aufstandes hielt sich der Ordens-Präsident des betnuiiteii jüdischen Freimaurerordens Bn«i Brith, Tr, G vhcu. lnrzcZcit in Wien ans . . . In den Vier Wiener Logen fanden eine Reihe von ge h e i in n i svvlle» Besprechungen mit Dr. Nohen statt . . . Man hat es also mit einem großartigen, planmäßig vorbereiteten Ansmarschplan der jüdisch - bvischeivistiseheii Vogen zu tun. Der Mnrristenpiitsch in Wien bildete im großen Rahmen dieser Plaue vsfeubar nur eine Art G c » e r a l p r o v e." Weitere haarsträubende Einzelheiten ivissen die völkischen Blätter über die verschiedenen Episoden der SchreckenStage zu berichten; sie alle ansznzähle», verbietet der Raummangel. Aber einzelne Beispiele mögen aufgeführt werden: Ncber de» Brand des I „ st i z p a l a st c s meldet der „Völkische Be o b achte r": „Die Hebräer in Wien haben rechtzeitig Ben.znisässer in die llelierränme des Wiener Iusli.zpalastes bringen lassen, um es (.!> mit Alten und Nichten, in die Lust zn sprengen und so dem .verlebten NcclMgesiihl' Genugtuung zu geben." Von Benzin ist auch im amtlichen Polizeibericht keine Rede, von N i ch t e r n lvurden mir z tv c i trotz der Vcrtcidignug durch die repiiblikaiüsche» Schutzbündler u n e rhebli ch i m T n m u l t verletz t. Der „Völkische Beobachter" gibt keinen Grund an, aber Herrn G o e b b e ts Zeitung „Der Angriff" keimt ihn: „ES befanden sich dort die Allen zu den großen jüdischen Schieberprozesse» und zu den Süuidalasjüren rund um die jüdischmarristischen Schmntzbiätler. 'Auch die Allen zum Fall H i l sn c r sind verbräm,k, des einzige» Prozeßes der Neuzeit, in dem ein j li di sch c r R i t u a l m v r d Nipp imb tlar nmhgeiviesen ist." „Die .Aktion' des unter der Peilung des Juden Tr. Julius Tcnisch stehenden .Aepublikanischrn -e>,»hbm>des' war. also iviederiiin nichts anderes als alle Nevviiilivneii und Aktionen des Marxismus: eine von Inden i o m in a n d i e r l e Hilfsaktion, die über UNM Zi Arveiler mit ihrem Blute bezahlen dursten —■ z n r h ö i| e r e n E I) v e A llsndaan s." lieber bcu Stiirn, auf d i e ch r i stl ich s oz i a l e „Reichs Po st" schreibt d'e ..Ae ne Augsburger Zeit >i n g" (Nr. 10.°» Dom Ll. u>ili): „An der Spitze dieses BcondkommandoS stürmte ein elegant getlcidetcr jüdischer Inteilettnellrr, der Befehle erteilte." Wieder weiß eiu völkisches Blatt mehr als der amtliche Polizeibericht. In Wahrheit hatte die „Aeichspvst" wahrend des ganzen Prozesses stark gehetzt lind das frei sprechende Urteil als ein „klares" begrüßt, um* riesige Empörung bei den Arbeitern anslösle. lieber die Betätigung der Juden tvährend der M-volle schreibt der Angsbnrger „D e u t s eh e As j ch l": „Während die Bcvüllenmg von Wien, soweit sie nicht jüdisch ist, vor den Ercneltalcn znrüclschreclte und sich in den Hanse,n »nd an anderen Plätzen verborgen hielt, sahen die Inden mit ihren fetten Weibern im kugelsicheren , G r a b e n ' in den dortigen Käffeehnilsgärtcn »nd schlürfte» in der grössten GemiilSrnhe ihren Kaffee. Die Jude» leimen „äntlich die Wiener Berhälimsse, tuie sie henlo sind, sehr genau, sie wissim. daß sieh die GreneUaleu immer i» denselben Etrofteii nbspieleil, der Wiener .Graben' aber bei solchen Mord- und Slandalszene» noch niennils gefährdet war." Man nlus; bedenken, daß der „Graben" kaum fünf Minuten von den Tlimuktvrten entfernt ist, und daß sclbftberständlich alle Kaffeehäuser der inneren Stadt gesperrt waren, um das Groteske dieser Schilderung ju beurteilen, die m, svlgcndc Slikblüte des ärgsten Wiener Hetzblattes, der ,,D e n t s ch ö st c r r eicht s ch e n Tage s z c i t n n g'I erinnert. Diese, kurz Dvtz genannt, schrieb: „Einer unserer Mitarbeiter hat Sonnabend »achmitlaq einen gelten Inden gestellt, der wie besessen hinter einem blühend ans» sehende» Arbeiterkind her war." Daß die zwauglünfig direkt an den Unheilstagcn Beteiligten in erster Linie Gegenstand des völkischen Hasses sind, ist natürlich. Bor allem die „jüdischen" Svzialde m»traten sind das Ziel erbitterter Angriffe/ hier einige Proben: „Völkischer Beobach! er": „Tic Nntcrsuchung wird sonnenklar beweisen, daß die Nevolntion von, l5. Juli planmäßig vorbereitet war, und daß der rote Gencrntstab diesen k.D Juli seit Monaten vorbereitet hat. Wien ist in Händen der Fiuauzjiiden und der sadistischen jüdischen Nevoluliviisbestie." „Deutsche Zeitung": „Es ist der jüdische Geist, der den österreichischen MarrismnZ kvmiiiandicrl, in seiner niederträchtigste» Ausprägung. Dieser jüdische Fnhrergeist hat für ei» paar Ltniiden hemmmigslvs in den Straßen Wiens tnumphierl »nd damit ein Schauspiel seines innersten Wesens gegeben." Bei de» österreichischen Sozialdemokraten sind einige Inden und mehrere konfessionslose Jndenstümmliiige in führender Stellung; ihre Beteitignng entspricht aber nur dem prozentuellen Verhältnis der Inden in der Gcsaintbcvölkernng Oesterreichs. . Bei den Unruhen selbst hat die svzialdeinvkratische Partei aber gerade keiue Sj^e bewiesen, sondern im Gegenteil die .Herrschaft über die Massen verloren mid au die ihnen gegnerisch gesinnten Ko m mn n i ste n abgegeben; diese sind aber beinahe ganz „jndciirci»". Selbst der Wiener P o l i z e i p r ix sident S ch o b e r crllarte, daß „die führerlosen Massen eine Beute k v ru ,n u n i st i s ch er A g i t a t v r e n" gelvordcn sind, und einer der bedeutendsten Führer der österreichischen Sozialdemokraten, Dr. Bauer, gab im Parlament unnmiviindcn zu, „daß die Partei von den Ereignissen überrascht wurde, mid daß sie sie nicht meistern konnte". Das bestätigt auch der „H a ur iu e r" („Die Wiener Revolution", Ar. (*<):; vom 1. August), der schreibt: „Die sozialdemokrntischen Führer, die die Geister riefen, konnten sie nicht lvswerden." Aber er fügt daun hinzu: „Abschreckend, U>ie die Eulwictlimg des bolschewistischen Staate-) in Nnßlnnd, ist dir sozialrevolntiunärc Beivegmig, die in Wien unter vstjüdischer Führung enlsachl wurde und mm in Flammen mifging." lind lvcuu da? „D e u t s ch e T a g c b l a t i" („Die .Retter' Oesterreichs", Nr. 172 vom 2l>. Juli) schreibt: ^Friedrich Adler. Ehaim Otto Bauer, Julius Deutsch, diese drei Jude» — sie waren auch die Führer in der .Generalprobe', «ie tragen die Verantwortung. Sie ivird das Schicksal ins Erricht fordern", so ist darauf zu verweisen, daß Bauer, der mir Otto und nie Ehaim Otto heißt, und Deutsch vor dem Jnstizpalast bei ihren Einwirkungen ans die sanatisierte Menge von dieser b e i ii a h e v e r P r ü gelt ivnrdcn. und daß Friedrich Adler erst nach der „Generalprobe" ans Zürich hierhcrkam. . . Aber mul; die Polizei, der ja schließlich die Niederen »gang der „Fudenrevolte" zu verdanken ist, findet keine Gnade bei de» hakenkrenzlern: auch sie ist v e r j u d e k. So verkündet der „B ü (t i f ch c B c o b a ch t e r" (Nr. 167 vom Juli): „Der jüdische Pvlizeichef von äOicu des Einvcrnchmcns mit den Hochverrätern beschuldigt! Es ist erwiesen, daß die wirknngsvvNslcn. recht,zeitigen Masmahmrn zur Wiederherstellung der Ruhe, die jedes Blutvergießen Ijiittcu Vermeiden können, einfach sabotiert ivvrden sind. Die Peilung, die sich dessen schuldig machte, ruht ansichließlich in den Händen des Juden Hosrats Tr. PoUat. Dies ist lei» Zufall." Das Miiiichontr Organ Hitlers verdankt seine Kenntnis von der „Schandtat" des übrigens gelausten Hosrats Dr. Pvllak der oben erivähnten „Dötz", gegen die der W i e n c v P v c s s e ft a nt 3 a n walt wegen dieser Nt e l d n u g da s Strafverfahren e i n g e l c i t e t hat, während er einen Brandartikel der gleichen Zeitung, betitelt „Judas Werk", ungeahndet ließ. Die „Deutsche Zeitung" ivird dem Berdienst der Polizei gerechter, ivenn sie schreibt: „Die Wiener Polizei hat sich Überfalles Lob erhaben gezeigt. Alan kann sagen, daß in die Hand der paar tausend Mann Wiener Polizei das Schicksal des Staates gegeben war." Aber einige Zeilen später nimmt sie dieses Lob lvieder zurück: „Man soll bedenken, das; hier die Stnatsautorltät in die nervige Faust des Bauern genommen worden ist, das; hier da8 w a h r h n s t b o d e i, st ä » d i g e Bol k sich erhob und auszog, ,hlh»n!hiph)

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