Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 2 (Februar 1927)
- Date
- 1927-02-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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n edjU’nltu'ii (('nimm n. n. O. II 698), — Montag feine Arbeit beginne» (-lU’X'ii*.>cr, ,.A»S dem inneren Leben". 2<)1 >, - „Ganz; halb — nichts — steil ein" de« Trendels, wie diese? in, ganzen, - die „Schul" („schulen n,e()u" bei WtiUlel von Hameln), der „Potisch", das „Leinen", da-u Rmlwürtswerseu des Glases bei der Traum,n lGrimm a, a. O. LXXXil), das vermeiden alter Karlen bei der Leiche lWnttke, „Dentscher Aberglaube", 210), -- ,,imbese>>rien. »»bezopft, dreimal untern Tisch aetich>st", — „Stau's czesagt", „Nitt", — 'S Kohl limmi t„öis Goils imlllvnimen",, Huseisen. Goldslüct an der Schwelle zum Schuh gegen den „dosen Blick". — Salz nicht verschütten, Salzfaß a»f dem Tisch bei Gewitter", . „gebrannte Lad" (bhimm, „Wörterbuch" II, Gast" njui. lind die Bieuge von Sprichwörtern, Kinderspielen, Liedern, Rätseln, Marche» und Sagen („Mitteilungen zur jüdischen BollTnnde", II), Boltsmelodien (Sesira niggen von Lecho Tand!, Wehalichnuim am Jvmtippur, der „Ledvvid bvrnch" am Sabbal- A'ach alledem darf nun, fiel) nicht wundern, dich der Kosak alle Denttcheu für getaufte Juden halt, was Balunin (Nie, Huch, sh!ich. B. W7> ebenso ansfiel, wie das; die Inden im ganzen Oste» deutsch sprechen, 'b'-enn Heine sagt, dag die alten Juden die größte Aehulichkeit ,„>> re» alten Germanen haben, so zeigen sich auch die deutsche» Juden, ich erinnere nur an die erwähnte Glucket, im deutschen Wesen so ti>'i>gwurzelt, dag sie im Avtlsiebeu ihm treu geblieben find, wo die oeutsche Ilmgebung es aiifgegeben hat. Sein Ziel: Wahre, volle Menschenliebe. Zum 100. Todestage Pestalozzis am 17. Februar 1927. Pestalozzi, der große Pädagoge, der dem sogenannte» Illuminatenbünde angehvrle, »nd Z s ch v k k e , der durch seine Dichtungen belmnit ist und Freimaurer wnr, standen lange Zeit ans gespanntem F»s:e, Ten Gr„»d dazu hat »um vielfach in dem Gegensätze zwischen den Jlliwcknaten uird Freimaurern gesucht, — aber das ist unberechtigt, Der Gegensatz zwischen beiden Männern entsprang bielunchr ans ihrer entgegengesetzten Meinung über die Ausnahme von Kindern nichtchristlicher. besonders j ti d i s ch e r 8! e l i g i o n in Pestalozzis Waisenhaus in S t n n z, Zscholke wollte grundsätzlich die Inden von der Ausii ahme a u s s ch l i e ß e n, und Pestalozzi schrieb deshalb an Zschvlle am 7. April 1709 folgende» Brios, den Zschokle in seiner „S e I b fl f ch a n" wiedcrgibt. Er Imitct: Mein edler Heinrich! Mit allen Kräften »»eines Geistes und meines Herzens arbeite ich seit zwei Jahren dahin, in allen eliernloseii Kindern eine sittliche Gemüthsstimmimg zu erwecken und zu beleben. Ich suche die Kinder bei der ersten Entwicklung ihrer Kräfte zu Geschwistern zu machen und »nein Haus in dem einfachen Geist einer großen Haushaltung z»saminenz»schmelzen. Hierbei bringe ich es fertig, über die Verschiedenheit der Religion still zu sei». Ich will den wenigen indischen Knaben, den herzliche» armen Waisen, für den Glauben ihrer Eltern Liebe einfSi>f?eti, und durch Befriedigung ihrer täglichen Bedürfnisse, durch Angewöhnung wohlthuender Fertigkeiten ihre Herzen geneigt und empfänglich für die Thal der Liebe und die Kraft der Sittlichkeit machen. Das ist doch zunächst die Haiiptreligion! Ach, neulich fiel mir ein kleiner I u d e n k n a b e , der in Krakan geboren und die Eltern verloren — um den Hals und rief: Lieber Vater, — Nein, mein Heinrich, wenn Du so unedel sein lannst und das Verlangen stellst, ich solle die armen Waisen zum Ehristenthum z)vingen, dann fehlt Dir die nvthige Einsicht. In Glnubenssncheii muß iveder Zwang noch Gelvalt herrschen! Seit Jahrhunderten lehrt mau das Ehristeiithnm, Welche Gegensätze bringt es, sobald es sich um Jude» handelt, zur Geltung, Es sinkt herab zur Niedrigkeit, zur Schmach, verliert die Hoheit, die Reinheit, die Stärke der Nächstenliebe, wenn es sich nicht von der Iudenseindschaft nbivenden kann. Glanbensseindschaft entsittlicht und verwildert. Mein einziges Ziel ist: die >v a h r e, volle M e nschenliebe b e t h ä t i g e n. Willst Du mir dabei helfen, so stelle keine Bedingungen — und beseitige das schlechteste der Gefühle — die Jndeuseilidschnft, Heinrich, fairster, edler Freund, gehorsamer! Ich bin Dein treuer und ergebener Pestalozzi. Stanz, am 7, April 1799, Dieser Brief des edlen Menschenfreundes kennzeichnet ihn als einen Anhänger des Hmnanitätsgedankens. Sticht nur der Brief, auch seine Schriften bezeugen, daß er „ein Mensch voll des heißesten Menscheugefühles war, ein Man», in dem alle Saiten der inenschlichen Natur tonten". Daher ist es nicht verwnnderlieh, daß er sich a» die Kreise in Zürich anschloß, die auf dem Boden des Hmnanitätsgedankens standen. Leider finden wir bei seinen Biographen nur sehr dürftige Andentimgen darüber*), und es hat sich bisher noch niemand die Mühe genommen, Pestalozzis Leben und Werke auf solche Znsammenhäiige hin zu durchforschen, Direktor Dr. Schmidt (Hainichen i. S,), Im Anstrage bc3 Zeickralmstituts für Erziehung »nd tlulerricbi er' schien zum Pestalozzi-Jubiläum: „Pestalozzi, Sein Wollen und Wirken in S e 11> ft l> c f c n n t n i f f e n." (Verlag Union, Deutsche Verlagsgescllschast, Berlin W19. Preis gebunden 5,00 Vlntf.) Da der mvderiie, a» Zeit so knappe Mensch, noch dazu, wenn er nicht Fachuiauu ist, kaum die Möglichkeit I>at, Pestalozzis grundlegende Viidanvgiiche Gebauten und Ziele i» Origliialausgal'en keniieiizulernen, sei ist diese mit .Liebe und Treue aus Origiimlschristen geschiekt gefertigte Sauuulmig warm zu begrüßen. Sie ist von der bewährten Freundin unserer Idee», Fräulein <5. Nei ch (Berlin-Weißensee), hergestellt. Wvl>( leben wir in einer Zeit hoher Kiiliureiitivicklmig, an der Ivir Juden intensiven Auieil nehmen und die dank unserer Mitarbeit erheblieh gefordert wird; aber trotz sreiheiilieher Regierungsformen ist eine Besserung der gesellschaftlichen Stellung unserer Glaubensgenossen auch im republikanischen Staat bisher nicht erfolgt. Es ist überaus traurig und beschämend, diese Tatsache auch in imseren Tagen immer aufs neue seststetlen z» müssen. Wir sind zu alten Zeiten die Stiefkinder der Länder gewesen, iw denen wir lebten. Wen» ivir in dieser schicksalsschwersten Zeit trotz arger Befehdung und Verletzung unserer Rechte uns die Freude an dem Aufbau unseres hartgeprüsten Baterlandes »ict>t verkümmern lassen und seinem Gedeihen unsere volle Kraft nuentivegt widmen» so treten Ivir treulich und gewissenhaft in die Fnßtapseu unserer Vorfahren. Bielleieht ist cs angebracht, an einen rharntterisiisclien und keineswegs antiquierten PassuS eines Werkes vom Ans gang des zlv ölst eil Jahrhunderts zu erinnern, aus einer Zeit, in iveleher die wiederholten heftigen Ausbrüche der Bolksleidenschnstcn gegen die Inden dereli gesamte Lage i» alle» christlichen Ländern nmgestaltet hatten. Der Inhalt dieses Werkes dürste auch heute noch unsere Gegner beschämen durch seine wahrhaft ideale Lebensauffassung und die Macht der sittlichen Ueberzengung, die einen wunderbaren Gegensatz bildet zu der barbarischen Behandlimg, welche die Juden damals von ihrer Umgebung erfuhren, und zu der gehässigen Gesinnung, die man ihnen aiidichtete, — In diesem Werk, dem „Seser Hachassidim"') (Buch der Frommen), heißt es in dem Abschnitt „Redlichkeit im Handel und Wandel": „Wenn fwischen Juden und Nichtjnden ein Vertrag zu gegenseitigem teistaude geschlossen worden, müssen elftere Beistand leiste», wenn letztere ihrer Berpslichtung. nachkvmmen. Will ein Jude einen Nichtjiideld töten, dieser aber nicht jenen, müssen wir dem Nichtjnden veistehcu, Mau soll niemandem Unrecht tu», auch nicht Andersgläubige», An dem Vermögen derer, die die Arbeiter drücke», gestohlene Sache» kaufen und zu ihrer Hausgeräte heidnische Zierate I]nlien, ist fein Segen, sie oder ihre Kinder gehen dessen verlustig, In dem Verkehr mit Nichtjnden befteißige dich derselben Redlichkeit wie mit Inden: mache den Scichtjuden auf seinen Irrtum ansnierksam, lind besser, du lebst von Almosen, als daß du zur Schmach des Judentums und des jüdischen Namens mit fremdem Gelde bavou- Inufft. Holt der Nichtjude sich bei dir Rat, so sage ihm, iver a» dem Orte, wohin er sieh begibt, redlich und wer ei» Betrüger ist. Siehst d» einen Nichhnden im Begriff, eine Sünde zu begehen, so suche ihn, wen» es dir möglich ist, davon zurück,)i,halteiü hat ja Gott nicht nur an Juden, sondern auch an Nichtjnden seinen Propheten Jona gesandt, sie zu warnen, um sie vor den verderblichen Folgen ihrer Sünden zu schütze», — Flieht ein Mörder zudir, so gewähre ihm keinen Schutz, auch wenn es ein Jude ist, begegnet dir aber aus schumlem, schlechtem Wege ein Lasttragender, so mache ihm Platz, auch iveim es kein Jude ist, — Täniche niemanden absichtlich durch deine Handlungen, auch keinen Nichtjuden: sei nicht zänkisch gegen Leute, wes Glaubens sie seien. Handle ehrlich in deinem Geschäfte, erzähle nicht, daß man dir eine Ware für diesen oder jenen Preis habe abkaufeii wollen, wenn es nicht wahr ist: mache nicht Miene zum Verkaufen, wenn es dir kein Ernst ist, An dem Gelde von Leuten, die die Münze»' beschneiden, Wuehergeschäste machen, miredlich Maß und Gewicht haben »ud im Handel nicht ehrlich sind, ist kein Segen, ihre Kinder und Helfershelfer müssen auswandern »nd koimnen an den Bettelstab. Kommt ein Jude oder Nichijude und will Geld von dir geliehen haben, und d» magst nicht, weil du au der Wiedergabe zweifelst, so sage nicht: du habest kein Geld, Solche Dinge sind eines Israeliten miwürdig." Das sind nur wenige Zeilen aus einem der zahlreieheu Eeisteslverke, die der Altmeister der jüdischen Sprachwissenschaft, Leopold Zunz, de» deutschen Juden vermittelte, Wohl ist zur dauerudeu Erinnerung seiner imverMinglichen Verdienste »in die Wissenschnst die „Zimz-Stiftmig" gegründet worden, und gleicherweise hat eine Loge ihn zu ihrem Patron erwählt. Eine Pflicht der Dautbarkeit Iväre es nun aber, daß endlich zu seine» Ehren die seit Jahrzehnten sehnsuchtsvoll erivarteto Biographie veriisteutlicht würde, Michael Fracakcl (BreSlan), Sericin ii, Cdirlftlcihmfl: Cenlralverciii deutsch, EtaalsbUrner itlb. Klaubens c. B Berlin SW GS, Liudenstraße 13. Fllr d, Echrlslleit, verantw,: Dr, Llldwi .Voll ii u d e r, Berlin SW 08. - Druck; Rudolf Mosse, Berlin SW v