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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-01 · Heft 11 (November 1926) · page 4

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
1926
Issue
Heft 11 (November 1926)
Date
1926-11-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S4 Das ist die S „ 0 g e ii i o » d e r Skandal ii b c r f dj r t f t. Hub U'dl mir dieser Suggestiv,, so sehr erlegen sind, deShalb rjnftcit nnr in Deutschland in den letzten Iahrcn die so häßliche Atmosphäre der innerpolitischen Bcrhetzurrg. Es ist rin Wechselspiel: die Sucht nach Skandal schobst die Skandnlblnitcr, und die Slandaiblnttcr iviedenm, benebeli, die Gehirne und schossen neue Skandale. Menu es weniger Slandalblätter gäbe — die Atmosphäre wurde sich gewiß sehne!! reinigen. Hein Zweifel, bofs sich die Zustände in den lehtcn Monmcn ctrvas gebessert haben. Die Zahl der Slnndalblätier ist geringer geworden. (Nicht zuletzt dnnk der Arbeit des C. B. Tie Schristlestiing.) Und so scheint sieh die Hvssming, dast muh die Existenz dieser Blätter nur IKbergangserichcimmg ist, zu ersuilen. Das deutsche Volk, das den Weg 'der Politischen Reise noch nicht bis zu Ende gegangen ist, nnch diese Etappe überwinden. Alle Aiizeiche» spreche,, dnsür, das: sie jetzt fast libeeiviinden sei. Solange sic aber noch nicht ganz überwunden ist, must cs das Ziel aller anständigen Menschen sein, sich gegen die Benebclnng der Gehirne durch die Skandalblätlcr ansznlehiren. Das einzige Mittel, das es gibt, das einzige, aber sehr wirksame. ist der stritte Boykott. Tie Herausgeber der Sknndalblättcr rvvllcn Geschäfte machen. Man verdirbt ihnen nnr dann das Geschäst, wenn inan sie ignoriert, Heinz Pol. „Du sollst Mn MW Wgiiio geben!" Bon Kaplan F. Nöocl (München). In der lehien Nniinncr dieser Zeitung halten wir unter der klevcrschrist: „LÜ a s i n D c u t s ch l n n d i m I n 1) v c 1 92 0 inö »- > i ch ist!" die ungeln'uerlichen Beschiiupfungen der jüdischen Religio» nnd der Nabhiiier, die der Münchener „Völkische Beobachter" sich jüngst leistete, niedriger gehängt. In der gleichen Nuiuliicr hatte bereits der evangelische Pastor I). Windsnhr (Hamburg) gegen die falsch wiedergegebenen Talmndzitate des „Vvllischen Beobachters" scharf Stellung gcnoinincn. Wir freue» uns, dast nunmehr auch ein katholischer Geistlicher ans Naher» sciiier (^ntbnvmio über die frivolen Beleidignngcn dcS allgemein-religiösen E in >> f i n de n s durch das voUischc Blatt kräftigen Ausdruck verleiht. Die Cchriftleitnng. Der „Völkische Beobachter" vom 19. Oktober dieses Jahres bringt a» teilender Stelle einen Aussatz eines H. L. Mvltcr (Würzburg) unter der Spitzmarle „R a bb > n c r schn tz für jüdische Verbrecher" mit dem Untertitel „Ehrwürden Ksinski, der Talmudgelehrte", der in diesen Blättern eingehend gewürdigt lvnrdc. Schori die änstcrc Zarin und der sprachliche Ton lasse» es geraten erscheinen, Borlesungcn über Knigges „klmgaiig mit Menschen" in der völkischen Kinderstube z,i empfehle». Inhaltlich muß der Artikel jeden r e eh t I i ch denkenden w i c a u ch ch r i st l i ch fühlende n Nie» schon ernst und traurig stimmen. Tenn rs lässt nnS einen erschreckenden Blick in den „»rische»" Sistenkvder tun, der einen ganz neue» Typ von Menschenliebe predigt. Warum so viel Aufhebens ii»u()cn, wenn ein Jude lvcgen sittlicher Verschlungen vor die Schrmiten des Gerichts gezogen ivird? Ist er nich! auch ein Mensch »»d ivie wir alle meiischlicheii Fehlern und Schivachhciten „„lcrlvorsen? Noch gilt daS Wort bei Matthäus 7,8, das i,n „arischen" Gvangclimn zu fehlen scheint, „Was sichst du den Splitter in dem Auge deines Bruders, und den Balken in deinem eigenen Augc siehst du nicht?" Und auch da? andere Wort lväre zu beherzigen, das Matthäus 7,4 ansührt, verumtlich wieder eine Lücke im „arischen" Evangclimn: „Wie lvmmst drr dapi, deinem Bruder zn sagen, last' mich den Splitter ans deinem Auge ziehen, mrd siehe, ,» deinem eigenen Auge steckt der Balken?" Einiges Nachdenken über diese evangelische» Worle (jnttc H. Acölter dazu führen muffen, vor allen Dingen anderen leine Balten zu zimmern, ohne bedacht zu habe», dast gerade im völkische» Lager so manche Koryphäe» nicht immer einen reinen Mantel der Sittlichkeit um sich hattten nnd daß nnssnllende Flecken daran so manchesmal Staa!Sa,nvaIt nnd Gericht beschästigen rmrstte,!. Auch gilt für uns Christen iunner noch das »ivsaisehc Gebot: „Du sollst kein falsches Zeugnis geben!" Rach dem Jiihalt des Artikels zn schließen, nrust der völlische Mensch einen anderen Wahrheitstoder haben bzlv. überhaupt lcincn. Demi die geiiamiien Anssühnmgcn bedeute» nicht , anderes als eine stete Irreführung der Masse, eine böSivilligc Fälschung längst ividcrtegter Tatsachen. Sonst konnte der Artikelschreiber nicht das alte Märchen wiederhole», als sei nach dem Talmiid dem Inden christlichen Frauen gegenüber Unsittliches erlaubt! sonst könnte er nicht sprechen von „jüdischen Geh einige setzen" oder so töricht urteile» über Kol-nidre, Es dürste sich empsehlcn, lvcnn das Wort bei Joh. 8, 32 auch im vöilischm Evangelium Ausnahme fände: „Erkennet die Wahrheit imb die Wahrheit wird crrch srcimachen." Wahrheit ist ebcrr ein Dirmst der Freiheit, und diesen Frciheitsdienst durch die Wahrheit hat nnd) Sie Völkische Presse zn leisten, andernsalls ivird ihr Dienst zur Versündigung a m Volke >,» d n m Vaterland. Durch solch' »Mvahrc llnterstellimgen, >vie sie in dem Artikel nnstarichen riird Tng für Tag ihren Weg durch die völkische Presse nehmen, wird jedoch das Volk herabgezoge», rvird zi,m Sklaven ge- Belege zu „Skandal der Skandalblätter“, S. 83. MäMMNrchtnwriftrimiKamvftumDitWahrhtltunr-asR-chköekArheilmif»«» Wie der jüdische Rechtsanwalt Völkische Nachrichten MWestsaMen. y. Sohttsaa ( 1 " yianrn fP. M al ’!Sim8tt|H3K | 5°',« n Dtt Sklavenmarkt des Kapitalismus Streicher im GcWgnls! SSW Mark Strafe fürs Berliner Tageblatt! stempelt. Die Freiheit des Denkens nnd der Mciiiiing wird geknebelt, dns Suchen nach Wahrheit, der Glnirbc an wiffenschaftliche Forsehnngcrr nnd Ergebnisse in Ketten gelegt. Eine Presse aber, die nach solchen Tendenzen arbeitet, ist k e i n c K ii ndcrin der W a h r - heit, sondern schreitet ärgeriiiSgebend durch das Volk, Hast und Zwietracht säend. Demi dns Aergernis einer Presse i»r Sinne eines „Vvllischen Beobachters" ist nicht nur darin z» suchen, dast sie zun, Totengräber der Wahrheit rvird, sic nnierdrückt nach die Gerech! iglest und macht die Masse blind für rechiliche Begriffe. Oder rvns ist es anderes als eine Verletzung des Rechts, wenn in dem genannierr Artikel dem Judentum bzw. feinen dazu bcstelttcn Vertretern der Vorrvnrf gemacht ivird, dast sie gegen imberechtigte Ein- und'llebergrisse sich wehren, dast sic irrst heiligem Recht für ihren Glanberr und feine Gesetze cintvctcu, dast sie in ureigenster Sache eirr Grriachien geben, lieber seineri Besitz kann doch nnr der Eigentümer rede», oder gilt den Völkischen dorr Inden gegenüber fein Eigentumsrecht und Eigentninsbegrifs, auch nicht an ideellen Gütern? Und rvns anderen Religionsgemeinschaften in eigener Sache r c ch t ist, warinn soll daS nicht nrich der j ü d i s ch r n R c l i - g i on sg e se l lschn f t billig sein? Derartige Rechtsverletzungen sind dns schlimmste Grit für nnsere ohnehin schon so rechtlose Zeit, bedeuten das Schachst deutscher Treue, llnivahrheit und Unrecht haben aber den Ilnfrieden zum Bruder, nnd diese geschivisterlichc Dreiheit ist es. die den völkischen Weizen zum Blühen bringt. Diese drei sind auch die größten Feinde unseres Volkes, nicht der Jude mit seinem religiös-sittlichen Denkerr mrd Tun. Dem aber, der tief dnrchdrirngeii ist von seinem Christentum, und i» dessen Brust echtes, rvahres Denhchimn glüht, löunen Rezepte völkischer Zeitungsschreiber nicht zum Grundsatz wcrdrm, sondern ihr,, gilt nur die Arbeit für Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden als richtunggebend. Fernab von jeder völkische» Verzerrung von Religion, Recht und Sitte rvollcn Ivir rvandeln ans der, Pfaden wahrer GotkcS- und Menschenliebe. Wer in Gott seinen Vater sicht, erblickt in jedem Aienschen seinen Bruder, mit den> er in Wahrheit nud Gerechtigkeit das Reich des Friedens ansbaucn Hilst aus Erden, irr Heimat nrid Volk, im Kamps für Gott rrnd Vaterland.

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