Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1848)
- Date
- 1848-06-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2566751-2567071-2567094--3149-2571077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6^) $elt des neunzehnten Jahrhunderts. Girre Wochenschrift für Fortschritt »Md Reform im Znderrth u m. R e d i g i r t von DZ-. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schcm Lanv-Rabbinen zu Eisenach WZd. S. Holdheim, Rabbiner der Neformgenoffenschaft in Berlin. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6&t Diejenige», welche Berlin näher sind als Eisenach und Frankfurt a. M., wollen ihre Beiträge an den Mitredakteur vr. Holvheim senden. Schriften zur Necension sind an die Berlagshanvlung;u adressiren. Nr. T». Sonntag den 4. Juni 1848. IX. Jahrgang. — Überblick. ~~ ' Haupt-Artikel: Volksgenossenschaft und Religi'onsgenossenschaft. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Frankfurt a.M. Veränderte Zeitrichtung. — Ungarn. Die Reform in Arad. — Aus Preußen. Kirche und Staat. — Oesterreich. Die Zuvenfrage. — Leipzig. Der kirchliche Verein für alle Religionsbekenntnisse. (Schluß.) — Personalnachricht. VoWgenossenschaft und Neligionsgenoffenfchaft. t Mit Rücksicht auf die literarische Fehde zwischen vr. Einhorn und Prof. Delitzsch.) (Schluß.) Aber, nrft Herr Professor Delitzsch weiter aus: vor dieser sonnenklaren Wahrheit verschließt vr. Einhorn die Augen so fest, daßerdemZuden vermöge der fleischlichen Abkunft die Gliedschaft an der religiösen Gemeinde zuspricht. „Als ob es eine positive Religion unter der Sonne gäbe, welche dem Menschen angeboren würde! Als ob eine Glaubensgenossenschaft so zaubermächtige Arme hätte, daß der Mensch durch keine freie Selbstentscheidung sich ihr entwinden könnte! Als ob man einer Consession wirklich zugehörte, obwobl man Bckenntniß und Ordnung derselben mit Füßen tritt! Das Verhältnis der Menschen zur Gemeinde und das der Gemeinde zu ihren Gliedern wäre dann kein freies Verhältniß, sondern ein blind notwendiges. Der Jude würde der jüdischen Glaubensgcnosscnschaft angehören, weil er sich in ihr vorsindct und von ibr wie von einem Zauberkrcis umspannt wird, und die Gemeint wäre ihren Gliedern gegenüber rechtlos und webrlos. Die Gemeinde wäre eine der Willkür preisgegebene Sklavin, und wer ihr angehört, ein Sklave in unlösbarer Fessel." Herr Professor Delitzsch philosophier und räsonnirt wie ein Kind der Zeit, wie ein wahrer und achter Rationalist, und die Gelegenheit war selbst für einen Professor der Theologie zu lockend, um koch einmal dem webrlosen Zudenthum gegenüber den Mauern der Kirche zu entfliehen und in freier philosophischer Last einen kleinen Spaziergang zu machen. Aber werthester Herr Professor, lassen sich kirchen-historische Tharsachen Lurch rationalistisches Räsonnement wkgphilosophirrn? Sic haben mit Ihren Vernunftgründen sonnenklar bewiesen, daß