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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-04-09 · Heft 15 (9.4.1848) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 15 (9.4.1848)
Date
1848-04-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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HO Srblaz man sich vriftdl Kat oder versetzen ließ durch Anstellung jener Finsterlinge, die nicht sehen und nicht fühlen, nicht merken und nicht achten, rrodin die Strömung der Zeit ihre Richtung nimmt, und im hartnäckigen Widerstande von der brausenden Fluth überschwemmt werden müssen. Möchten unsere kirchlichen Finsterlmge an den politischen sich ein Beispiel nehmen, denn wie vcrschieden auch der Inhalt. die Entwicklung ist dieselbe. Eben bringen auch unsere Zeitungen die Rede, mit welcher König Marmilian H. die Ständcversammlung eröffnet und in welcher er auch Verbesserung unserer Verhältnisse und die Einsc» ßung einer jüdischen Obcrbchörde verheißt. Die BeschneiLung und die .Besclineider in Würtembcrg. Vom Neckar. DieBrschnciduflgsfrage beschäftigt seit dem Äuftauchen des Reform-Vereins die jüdische Tagcslitcratnr; rer ZionSwächtcr käuctZ uns, als koscheres Säugcihicr, die Gutachten wicderdie mühselig mancher Rabbi im saueren Schweiße seines.Angesichtes nicdergcschriebcn hat; fürchten Sie darum nicht, daß ich einen alten Drei wieder auskochen werde, überlassen wir das dem Nostoker Professor und dem Schweriner Landesrabbiner. Ich nehme die Bcschneivung als biblisch-talmudisch gegeben und da in Würtcmbcrg eine Beschneidungs-Apostasie noch nicht vorgckommcn und auch so bald nicht Vorkommen dürste so wollen wir das Bestehende mit seinen Mängeln in Betracht ziehen. Damit der Zionswächtcr über die Ortsbestimmungen in seiner naiv-neugierige» Weise nicht irre wird, wollen wir Orts¬ und Pcrsoncn-Ramen genau bcsiimmen, denn mir ist cs nicht um M'Mffkationcn zu thuu. Freilich jene mpfiilchrn Nachtvögel vermeinen mit Hintansetzung aller Vernunft in einem geistigen Fluge dem Göttlichen sich zu nähern und verbrennen die Flügel in einem übelriechenden Taiglichte und wer sich nicht anschließt ihrem wilden Hecrcsgcschrci,. dem setzen sic zu mit ihrer schwärzen Galle und werfen ihm dar ganze Tintenfaß der Zionswacht an den Kopf; wir aber sagen aneweg die Wahrheit und mochten auch darob die Glocken auf der Zionswacht Sturm läuten. Zn Aufhausen, Rabbinats Oberdorf im schwäbischen Rieß, wurden bei einer sehr produktiven Gemeinde seit einigen Zähren viele Bcschneidungen vorgcnommen, zwei Bcschncidcr thcilcn sich gewöhnlich in die Operation. Vor zwei Zähren nun starb in Folge einer Verblutung nach der Brschncitung das Kind des Metzgermcisters V . ..; demselben Vater wurde vor einigen Wochen ein Kinr von den Beschneidern so verletzt, daß nur den unausgesetzten Bemühungen des Arztes cs gelang, dem Kinde, das einen ganzen Tag in Folge der Beschncidung blutete. das Leben zu retten. — Dem Metzger Z.starb vor einigen Monaten ein Söhnchcn in Folge einer Verblutung nach der Beschncidung. Dem Schuhmacher D.wurde ein Kind durch den Bcschncidcr schwer verletzt. Zch könnte noch manche derartige Fälle als lehrende Beispiele anführen, wie der Leichtsinn der Beschncider und die völlige Unkcnntniß ihres Geschäftes den Kindern Verletzungen und den Tod zugczogrn hat. Sehen wir wie die heilige Schrift und der Talmud so subtil zu Werke gehen, wenn cs sich um die Gesundheit eines Menschen handelt, wie der Talmud selbst, die Brüder derjenigen Kinder, welche i» Folge der Beschncidung starben, unbcschnitten in den GlaubenSbund aufuimmi und wie seine jetzigen Jünger auf das Ausüben des SchächtgcschäftS mehr Werth legen, als auf die Ucberwachung des VeschncidungSakts. Da fällt mir jener Herausgeber eines deutschen Schcchitos Büchleins ein, der auf das Titelblatt als Motto setzte: nu'rra6 nsr.3 din «P3 Ich möchte cs so übersetzen, das Loos des Menschen ist getödtet, das des Vieh's geschlachtet zu werden. Jetzt ist mir dieses Motto begreiflich. Wenn man ruhig mit anschen kann, wie Kinder von leichtsinnigen Beschneidern verletzt und getödtet werden, aber Zeter heult, wenn die Metzger sich keinen Gcmcindcschlächtcr ausdringcn lassen und dadurch die Grundfesten des Judcnthums erschüttert glaubt, so ist cs Zeit, daß man statt operativer Kurse für Beschncider, Fakultäten für die Schächter errichtet, für deren Lehrstuhl in Tübingen ich den Altonäcr Rabbiner Vorschläge. Ja sogar als der wackere Lehrer in Aufhausen, gewarnt durch die traurigen Vorgänge, neulichst dem Beschncider Vorsicht anempfahl, hatte er dafür Infolenzen hinzunehmcn. Wir übergeben darum diese Fälle der Oeffentlichkeit, um darzulrgen, daß cs nicht im Geiste des JudenthumS liegt, gefundhcits- und lcbensbedrohcnde Handlungen mit seinen Bekenner» vorzunchmcn, sondern daß es strafwürdige Nachlässigkeit ist, einen so wichtigen Akt durch unwissende Menschen vornehmen zu lassen. Wir glauben daher mit bestem Rechte die königliche israelitische Oberlirchenbchörde mit folgendem Anträge behelligen zu dürfen: 1) Die Beschncidung soll in ganz Württemberg nur durch solche Israeliten vorgcnommen werden dürfen, die dazu von einem Arzte approbirt worden sind. 2) Bei jeder Bcschneieung soll ein wissenschaftlich gebildeter

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