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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1848-04-02 · Heft 14 (2.4.1848) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
9 (1848)
Issue
Heft 14 (2.4.1848)
Date
1848-04-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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auch den an, daß in dem mosaischen Glaukenskckcuntniß außer der unS gemeinschaftlichen Moral noch politische und Landrsgcsetze vorhanden seien, durch welche dieses GlaubcnSbekenntniß so nahe mit der Geschichte und der Nationalität der Juden zusam« menhl'nge, daß diese, so lange sie an demselben fcsthaltcn, sich nie als Glieder irgend einer andern Nation betrachten kennten, sondern immer einen befondern Staat, einen Staat im Staate bilden würden. Diese Einwendung, vbschon von der Religion hcrgeleitct, gehört doch eigentlich zur Naticnalität, und ich darf dieses Thema daher wohl zusammen mit einer andern Einwendung behandeln, die man gegen die Gleichstellung der Juden gemacht hat, nämlich die, daß die Mosaiten zufolge ihrer Herkunft nie Schweren werden, sondernJuden bleiben, nie Schweden als ihr Vaterland betrachten, sondern immer daS gelobte Land dafür ansehen würden, wohin sie, an ihrem Glauben hängend, von einem kommenden Messias ge. führt werden sollen. Um diese Einwendung zu wiederlegcn und um Zu zeigen, waS die Mofaiten in dieser Hinsicht glauben und auSsprcchen, giebt eS nur einen Weg, nämlich den, ihre Glaubenslehre zu untersuchen; unv cs läßt sich kein besserer Beweis für die Unrichtigkeit der gedachten Behauptungen finden. Ich bringe deßhalb wenige kurze Auszüge aus ihren, Religionslehrbuch und lege zu besserer Einsicht noch ein Exemplar dieses Buches bei. DaS 4te Gebot enthalt in ihrer sowohl als in unserer Lehre die L^ebe zum Vaterlande, und auf die Frage: „Welches ist unser Vaterland? "wird geantwortet: „DaS Land, in welchem wir gederen find und bürgerlicher Rechte genießen; wir müssen alle unsere Kräfte anwenden, um daS Wohl dieses Landes zu befördern." (Forts, folgt.) Verschiedenes. Der 21. Z. d. I. Nr. 5 wird aus der Nheinprovin; gemeldet, das in neuerer Zeit wirklich zwei Fälle vorgekommcn, wo durch Unvorsichtigkeit, noch mehr aber durch Unwissenheit deö Operateurs zwei Kinder in Folge der Beschneidung starben. In derselben Nr. wird aus Wien berichtet, daß Man nheimcr" gegen die össemlichcn und häufigen Angriffe der Nesormpartci, seit dem Franlfnrtcr Gutachten (in Betreff der Beschneidung) vonHolrheim bis auf Geiger, in einem der letzten Hefte seiner Zeitschrift, stch m seinen Predigten verwahre, indem er die dcstmctive Richtung dieser Männer zeigen unv dagegen mit aller Macht und Kraft seines Wortes und Geistes kämpfe. Slber haben ihn diese Männer und ihre Predigten auf der Kanzel vor elnem unwissenschaftlichen Publikum angegriffen? Und wie sollen diese wegen ihrer destcrutivcn Richtung auf der Kanzel deS Wiener Betham'eS mit aller Macht unv Kraft des Wortes und Geistes bekämpfenden Männer sich vcrtheidigen da sie durch einen reinen Zufall erst von diesen Kämpfen etwas erfahren? Kennt nicht Hr. Mannheimer, der kür den RabbiniSmuS kämpft, die rabbim'fche Auslegung dcS »pN tcnn? Warum macht Hr. Mannheimer die friedliche Kanzel zum Tummelplatz der Polemik und meidet daS öffentliche Gebiet der Literatur? Mußte nicht eine Polemik an so unschicklichem Orte die gebildetern Mitglieder feiner Gemeinde anwidern und sie endlich auS dem GotteShauft ganz vertreiben? Fürwahr, Hr M. scheint in fever Beziehung ein Kampfgenosse veS Hrn. Dr. Sachs zu sein, unv solang er eS unterläßt, mit seiner Verwahrung und mit feinen Angriffen den Kampfplatz der Oeffentlichkeit zn betreten, müssen wir bezweifeln, daß er mit aller Macht dcS Wortes und des Geistes kämpft, müssen wir glauben, daß ihm gegen jene Männer nur die Kraft des Wortes zu Gebote steht N22 i6öt irD pit'. Dem Orient wird auSWien folgendes berichtet. Mannheimers in neuerer Zeit immer schärfer hervortretende comervarive Richtung hat hie und da in unserer Gemeinde Anstoß erregt. Namentlich kann man eS ihm nicht verzeihen, daß er seine, wie es scheint erst in letzter Zeit gewonnenen Ansichten mit unerbittsicher Strenge zur Geltung zu bringen sich bestrebt. ES hieß darum in neuerer Zeit, eS solle noch ein zweiter Prediger am hiesigen Tempel angcstellt werden um dem gewaltigen Eiferer die Waage zu halten. Man zögerte mit Ausführung dieser Drohung, wahrscheinlich in der Erwartung, daß Hr. Mannheimer seinen Eifer dampfen wird. OicS traf nicht eia, und man wählte Hrn. Albert Cahn, der bis fetzt Rabbiner in einer Böhmischen Gemeinde war. Mannheimer, heißt eS am Schluffe, habe der Gemeinde erklärt, daß fein vorgerücktes Atter ihm nicht erlaube, die Mühewaltung, die mit dem Predigen verbunden sei, allem;» bestreiten.— Wie wir wissen, befindet sich Mannheimer noch nicht in dem Alter, um nicht alle 14 Tage eine Predigt halten zu können, cS müßte denn der übermäßige Eifer ihn vor der Zeit alt gemacht haben. Merkwürdig genug, raß die Herrn des gemäßigten Fortschrittes selber so wenig Mäßigung besitzen, und daß dieser Mangel an Mäßigung mit den Zähren solche unmäßige Fortschritte macht; cS bewährt sich an ihnen nicht, was der Talmud den Weifen und Gemäßigten nachrühmt: 'TöVn ypr rwno Ml prpjoff ipr. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck voi Fried. Krähe in Offenbach.

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