Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1848)
- Date
- 1848-03-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für Fortschritt und Reform im Zrrderrthnm. R e d i g i r t von H>i*. M. Heß, Großhcrzogl. Wcimar'sckem Land-Rabbincn zu Eisenach DId. S. Holdheim, Nabbmcr der Neformgenoffcnschast in Berlin. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 *f. Anzeigen für die gespaltene Zeile Diejenigen, welche Berlin näher sind als Eisenach und Frankfurt a. M., wollen ihre Beiträge an den Mitredakteur vr. Holvheim senden. Schriften zur Necension sind an die Verlagshandlung zu adrefsiren. II. Sonntag den LT. Marz LG-L8. IX. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Ob Schrift, oder Geist.— Geschick,te des Tages: Frankfurt a. Q.: Wahlen, das. — Breslau: Zustände das. — Aus dem Walveckischen: Fortschritte und Mißbräuche. — Von der Spree: Stimmungen in Berlin. — Aus Bayern: Bewegungen und Hoffnungen das. — Lit. Anzeige. — Bescheinigung. Ob Schrift, oder Geist? Es ist Zeit, daß wir diese Frage auch auf dem Gebiete des Zudcuthums aufwerfen, und sie möglichst zur Entscheidung und Erledigung bringen. Das Forschen nach den höchsten Prinzipien, des Deutschen eigenthümlicher Geist, er hat sich auch mächtig bei unseren Volkslchrer bewiesen und sie zu der Frage nach Berechtigung der Reform, nach dem ihr zu Grunde liegenden Prinzip gedrängt. Geiger, durch genialen und historischen Sinn gleichmäßig ausgezeichnet, betrat auch hier zuerst den noch nicht geebneten Weg. „Die Idee des Zudenthnms" — so saßt er selbst*) das, was er in dieser Beziehung an verschiedenen Orten geäußert, zusammen — „der Glaube an die Einheit und *) Wissenschaft. Zeitschrift für jüdische Theologie. Band Vi„ Heft». Heiligkeit Gottes, die Ucberzeugung von der Ebenbildlichkcit des Menschen, die Anforderung des Mcchchen zur Selbstheiligung und zur unterschiedslosen Menschenliebe, die Hoffnung auf die immmerwährende Vervollkommnung der Menschheit und auf die Herankuuft eines Reiches der Wahrheit und der Erkenutniß, der Gerechtigkeit und der Liebe, diese Idee sei zuerst in dem gesetzlich pricsterlichen Judcnlhum angemessen den Vorgefundenen Sitten und Vorstellungen hcrvorgetrcten und habe sich in dem innerlich prophetischen Iudenthum mehr zu enthüllen versucht. Das talmudische und rabbinische Zeitalter habe aber den Autoritätsglauben begünstigt, die Formen ausgcsponnen und die äußerlich juristische Abwägung an die Stelle der inneren Würdigung gesetzt, ohne daß jedoch die Idee ganz und gar erstickt worden wäre. Die historische Richtung (so nennt Geiger die von ihm betretene) war daher mit dem Talmud im offenen Kampfe, aber das von ihm, wenn auch