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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-11-28 · Heft 48 (28.11.1847) · page 8

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 48 (28.11.1847)
Date
1847-11-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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»84 kräftige Hand und so ziehen sie ein achtes Brüderpaar, heilbringend ihren Weg überall vom Segen des Vaters geleitet. Die Nutzanwendung gab sich schnell, die Vereine einten sich und der Segen wird nicht ausbleiben. Mit Beginn des neuen Kirchenjahres ist in Buchau der dreijährige CycluS beim Vorlesen der Thora cingeführt. Verschiedenes. Berlin. Eine Hamburger Zeitung und nach ihr viele andere deutsche Zeitungen haben gemeldet, es könnten, zufolge des neuen Judengesetzes, der Regierung dadurch Verlegenheiten entstehen, daß jüdische Studirende als Advokaten angestellt zu werden verlangt hätten. Solche Verlegenheiten können in der Wirklichkeit um so weniger cristiren, als hier Niemand Justizcommissarius (Advokat) werden kann, wer nicht zuvor Auscultator, Referendar und meist auch Assessor gewesen ist. Diese Aemterverbinden mehr oder weniger richterliche Gewalt (bei dem Auscultator ftcilich supponirt), sind folglich den Juden, nach dem klaren Wortlaut des Gesetzes, von selbst verschlossen. Bis dahin, daß die Advokatur ohne vorherige Auscultatur und Referendariat wird bekleidet werden können, haben die Juden, nach Lage der Gesetze, keinen Anspruch darauf. Man wird sick'^übrigens erinnern, daß die Herren-Curie die Advokatur (das Justizcommissariat) den Juden ausdrücklich befürwortet, dieser Antrag aber eine stillschweigende Ablehnung in dem Gesetze selbst erfahren bat. Möglich wäre es übrigens, daß die Advocatur überhaupt Veränderungen erführe und die Juden dann Zutritt erhalten könnten. Uebrigens eröffnet das Gesetz vom 23. Juli d. I. den Juden auch die Beamtung und sie können, nach dem Gesetze wenigstens, Vortragende Räthe in den Minkfierien werden, falls man nämlich dabei auf der akademischen Laufbahn und aus dem Bureaudienst heraus diese Staffel erklimmt, wie solche Fälle ja schon vorgckommen sind. Breslau. Kürzlich starb hier der Kaufmann Joseph Baum, der seit der Gründung des ,,Vereins zur Beförderung der Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen der Provinz Schlesien" demselben als Director mit großem und erfolgreichem Eifer Vorstand. Prag im Ort. In Commission der I. G. Calveschen Buchhandlung hiesclbst sind vor Kurzem „Tafeln zur Statistik von Böhmen. Bon Prof. vr. Schnabel zu Prag. Mit 3 Karten und 62 Tafeln," erschienen. Wir entnehmen daraus Folgendes: „Juden giebt es im ganzen Lande beiläufig 70,000. Sie kommen zerstreut in allen Kreisen vor. Bedeutend ist ihre Anzahl in Prag, wo sie einen eigenen Stadtheil von 276 Häusern bewohnen. Ihre Gesammtzahl beträgt daselbst über 6400. — In Prag befindet sich eine Hauptisraelitenschule. In der Prager Erzdiöcese sind 8 jüdische Schulen. — Unter den großen Fabrikanten Böhmens giebt es sehr viele Juden. — Die Judenstadt in Prag hat einen Flächenraum von 16 Joch oder 240 Quadratklafter, 2 Plätze, 25 Gassen, 276 Häuser und 6399 Einwohner." Literarische Anzeige. Wichtige Preis - Ermäßigung. Bei F. E. C. Leuckart in Breslau find so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Protokolle der dritten Rabbinerversammlung deutscher Rabbiner, abgehalten zu Breslau vom 13. bis 24. Juni 1846. Bisheriger Ladenpreis 1'/, Rthlr. herabgesetzt auf 12 Szr. Der hohe Werth dieses Werkes findet täglich eine größere Anerkennung und wird die vielseitig verlangte Preis-Ermäßigung die allgemeinste Verbreitung desselben wesentlich fördern. Von F. Varrentrapp's Verlag (PH. Krebs) wurde an alle solide Buchhandlungen versendet: F. C. Schlosser s Weltgeschichte für das deutsche Volk. 14. Lieferung. Unter Mitwirkung des Verfassers bearbeitet von vr. G. L. Krieg?. Dieselbe erscheint in Heften von circa 6—7 Bogen » fl. — 18 kr. oder 5 Sgr. Dieselbe erscheint in Lieferungen von circa 15—18 Bogen ü. fl. — 45 kr. oder 12'/, Sgr. Dieselbe erscheint in Bänden von circa 30—36 Bogen » fl. 1 30 kr. oder 25 Sgr. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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