Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 43 (24.10.1847)
- Date
- 1847-10-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zsraelit des neulizehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnisi und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Großherzogl. Weimar'schem Lanv-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 *tf. Anzeigen für die gespaltene Zeile Nr. 43,_Sonntag den L4. Oetober l§ j7._VHI, Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt - Artikel: Westöstliche Schwalben: Von Ludwig Wihl. — Geschichte des Tages: Hamburg: GeseMchast sur sociale u. politische Interessen der Juden. — Berlin: Holdheim als Reb-rmpreeiger. — Aus Bayern: Das Ernvtesest rn Fürth. — Vom Rhein: Verhältnisse der Israeliten im Fürstcnthum Birkenfeld. lForts. u. Schluß.) — Litt. Anzeige. West-östliche Schwalben. Ludwig Wihl. (Mannheim, Verlag von Heinrich Hoff. 1847.) Ja, dein Herz schlägt voll und reich Für das ganze Menschenthum; Ob es Juden, gilt Dir gleich, Oder ob es Christenthum. Diese Worte, welche der Dichter an Lessing richtet , wenden wir gleich beim Eingang der Besprechung auf ihn selber an, um von vorn herein, Mißverständnissen vorbeugend, dessen Standpunkt zu bezeichnen. Schon das Epitbeton „West-östlich" welches er nach einer bekannten klassischen Analogie seinen Liedern beilegt, deutet auf die Verschmelzung und Versöhnung zweier Principe bin, die wie ein Orient und Occibent so Kimmelweir von einander abstehen. Zu den mehr oder weniger wichtigen Fragen der Gegenwart gehört unter andern auch die: „In wie fern darf derJsraelite, ohne sein neues Vaterland zu verlaugnen, oder an demStaate, dem er als Bürger angehört, zum Verrälber zu werden, Palästina als seine ursprüngliche Heimath preisen, und alten nationalen Erinnerungen nachkängen?" Diese Frage, welche bekanntlich auf dem vereinigten preußischen Landtage zur Sprache kam, und vom Minister von Tinte ans eine Weise gedeutet wurde, welche vielfachen Widerspruch, insbesondere von Seiten der Betreffenden, erfuhr , — diese Frage wird in vorliegenden Diebtungen so zu sagen a potiori beantwortet. Denn so stark auch des Dichters Verlangen nach der einstigen Heunach seiner Vater ist, so offenbart es sich doch durchgebends, daß derselbe der neueren Zeit und dem deutschen Vaterlande angeboren will. Ein schlagender Beleg dafür sind die schönen Verse: Was ist für mich der Orient? Ein altehrwürdig Grab. Zu dem ich gern, wär mir's vergönnt, Zog mit dem Pilgerstab.