Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1847)
- Date
- 1847-10-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#» Nr. 4L_Sonntag den IO. Oktober 1847._Till. Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt - Artikel: ^ie Wiirtemberger Rabbiner-Versammlung. — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M: Mißliebige Recensiou. — Hamburg». Altona: Jüdische Zustäntc. — Religiöse Fortschritte: (Schluß.) — Oberstein: Berichtigung. — Aus Würtemberg: Das Gebetbuch betrf. — Aus Bayern: Verschiedenes. — Mecklenburg - Schwerin: Cultus-Neformen. — Aus Bayern: Hoffnungen in Bayern. — Literarische Anzeige. Die Württemberg! sche Rabbiner- Versammlung. (Vom Neckar.) — Die deutsche Rabbinerv crsammlung ist wieder vertagt worden, wir könenn es nicht bedauern, denn wie wir dieses Institut erfaßt haben, so soll es ein streng wissenschaftliches sein und auf dem Gebiete der Wissenschaft taugt Uebercilung nicht; je streng wissenschaftlicher die Thesen der Rabbinervcrsammlung vor- und durchgearbeitct werden, je erfolgreicher werden auch ihre Verhandlungen für die deutsche Zudenheit und das gesammte Judenlhum sein. Schon drei Rabbinerversammlungen sind an uns vorübergegangen, und im Leben und in der Synagoge seben wir ihre Folgen noch nicht. Was soll uns ein Institut ohne praktische Folgen, ein Fortschritt, der uns dahinten läßt? — Der ganze Erfolg der Rabbinerversammlung war bis jetzt ihre Protokolle und die bulldoggcnartige Polemik einiger über sie ergrimmten Redactoren. Man traut uns Schwaben gewöhnlich weniger praktischen Sinn und Thalfcrtigkeit zu und doch wurde in Würtemberg zuerst eine im Sinne der Reform bearbeitete Synagogenordnung für das ganze Land durchgeführt. Zehn Jahre sind verflossen seitdem diese Synagogenordnung ins Leben getreten ist und sogar diejenigen, welche bei der Einführung derselben vom orthodoren Standpunkt aus sich gegen sie gestemmt haben, wünschen jetzt ihre Revision im Sinne und Geiste der jetzigen Zeit. Es konnte diese Synagogenordnung auch nicht befriedigen, sie besteht in ganz heterogenen Elementen. Bei einer schönen, freisinnig, wissenschaftlichen Unterlage, bleiben veraltete Gewohnheiten und Mißbräuche sieben, mit denen die Hyperorthodoren, Gegner jeder Reform, geangelt werden mußten. Was aber die Politik damals entschuldigt hat, das will nun der geläuterte Geschmack und der wahre religiöse Sinn mit Recht entfernt wissen; die Bessern, und deren sind viele, wollen Tendenz und keine Halbheit. Ein anderer mißlicher Umstand bei dem Zustandekommen der Synag» genordnnng war der, daß bei der damaligen Berathnng