Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 40 (3.10.1847)
- Date
- 1847-10-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile Nr. 40. Sonntag den » Oetober 1847. viil, Jahrgang. ' U e b e r b l i ck. Haupt-Artikel: Der Sonntagsgottesdienst bei der israelitischen Gemeinve zu Offenbach a. M. (Schluß.) Geschichte des TageS: Bon der Müritz: Holvheims Abschiedsfeier. — Vom oberschlesischen Odergebiete: Religiöse Fortschritte. — AuS Bayern: Jüdisch-bürgerliche Zustände.— Bemerkungen über die Speisegesetze.- v. Dr. LeeeZeüuer. - Literarische Anzeige. Der Sonntags-Gottesdienst bei der israelitischen Gemeinde zu Offenbach am Main. (Von einem Angehörigen derselben.) (Schluß.) Fragen wir jetzt worin der sonntägliche Gottesdienst denn seine eigentliche Bedeutung und Nochwendigkeit habe, so müssen wir zuvörderst unsere Zeit und unsere nächste Umgebung betrachten; insbesondere aber die j ü ngere Generation, um die es sich auch bei dem Ganzen hauptsächlich handelt« Diese gehört größtentheils derm Handwerker, Künstler oder Kaufmanns stände an und sieht sich durch ihre Berufsarbeiten — wie nun einmal durchaus nicht zu laugnen ist — von der Sabbathfeier gänzlich ausgeschlossen. Denn ebensowenig wie verschriftliche Fabrikant und Meister einen Arbeiter oder Gehülfen verwenden kann und will, der vom allgemeinen Ruhetage abweichend, für sich eine Sonderfeier beansprucht, ebensowenig vermag der jüdische Fabrikant und Meister seiiMi Gebülfen resp. Geschäften, ausnahmsweise Stillstand zu gebieten, namentlich am Schlüsse der Woche, wenn das Geschäft vermehrte Tbätigkeit erbeischer, wie dies einensi Jeden, welcher die Sache praktisch kennt,;ur Genüge bewußt sein muß. — Ties sind Ergebnisse der Zeit, in die der Verständige sich willig fügen und gegen diese nur der Thor ohnmächtig ankämpfen wird. Können und wollen nun einmal die jungen Leute den Sabbath nicht mebr feiern, so haften wir es doch gewiß für sehr religiös und gottgefällig wenn wir denselben Gelegenheit verschaffen, sich zu einer andern für sie passenderen Zeit, eine religiöse Erbauung zu verschaffen und dies um so mehr, wenn, wie wir uns schon vielfach zu überzeugen Gelegenheit batten, das Verlangen hienach wirklich vorbanden ist, obschon diese Empfindung mitunter höhnisch belächelt oder auch ganz unbegreiflich gefunden wird. Mögen sich unsere orthodoxen Gegner diese Frage selbst gewissenhaft beantworten. und dabei nicht aus dem Auge lassen, daß unsere Zugend, beiderlei Geschlechts, gewiß nicht ärmer an Tugend und sittlichem Werthe — trotz ihrer freieren