Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1847)
- Date
- 1847-09-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Ia hrh nnderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von »r. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 . Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^ Nr. 30. Sonntag den 26. September 1S47. VIII. Jahrgang. Ueb er b lick Haupt - Artikel: Der Sonutagsgottesdienst bei der israelitiischcn Gemeinde zu Offenbach a. M. — Geschichte des Tages: Vom Süden: Das Prinzip des preußischen Judengesetzes. — Emancipationsgesuch in Schweden. (Schluß.) — Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Schluß.) — Bemerkungen über die Speisegesetze: v. Dr. perrheiiner. Der Sonntags - Gottesdienst bei der israelitischen Gemeinde zu Offenbach am Main. (Bon einem Angehörigen derselben.) Wie auffallend sich immer noch die Ansichten in religiöser Beziehung, sogar innerhalb der eigenen Gemeinden trennen, und zu welch irrigen Folgerungen der menschliche Geist sich verleiten laßt, wenn ihm die richtige Anschauungsweise entgeht, davon gab uns leider die jüngste Zeit ein treues Bild bei der Einführung des Sonntags - Gottesdienstes in der hiesigen israelitischen Gemeinde. — Denn, wie es uns so mannigfach im Leben begegnet, was dem Einen als gut und wahr — demnach göttlich und heilig erscheint, von einem Andern dagegen, als unwahr und schädlich betrachtet wird; in gleicher Weise verschieden gestaltete sich auch das Unheil über die erwähnte Zciterscheinung. — Die Freunde des Fortschrittes nämlich, welche auf die Anforderungen der Zeit hören, und ein gesundes Aug und Ohr dafür besitzen, erkannten in dieser Gottesverehrung nach Form, Inhalt und Zweck, die Verwirklichung der ihnen längst vorgeschwebten Idee von einer nothwendigen und zeitgemäßen Umgestaltung des jüdischen Cultus; während die Gegenpartei, in ihrem Stabilismus, hiervon durchs aus weder etwas sehen noch hören will. Es erscheint ihr vielmehr eine jede, selbst noch so geringfügige Aenderung in dem Althergebrachten, stets als ein unbegründeter Eingriff in ihre wohlerworben glaubende Rechte, wcßhalb denn auch eine jede neue Erscheinung auf diesem Gebiete von ihr verböhnt und verpönt, verketzert und verfolgt wird. — Obgleich man nun diese Geschichte hierorts schon vielfach durch Wort und Schrift, gütlich und belehrend, zu widerlegen suchte, so treten deren Ritter, vor wie nach, als gottesberufene Seelenversorger in die Schranken; und hauen, bewappnet mit Ignoranz und Arroganz, tapfer um sich, während sie sich selbst für unverwundbar halten. Vergleichen wir diese sich schroff gegenüber stehende Ansichten, so muffen wir uns, sowohl gegen den bieil--