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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-08-01 · Heft 31 (1.8.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 31 (1.8.1847)
Date
1847-08-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis; und Reform des israelitischen Levens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^ Nr. 31. Sonntag den 1. August 1847, VW. Jahrgang. ' Ueberblick Haupt - Artikel: Beiträge zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Vorschriften mit besonderer Be« zichun'g auf die Speisegesetze, v. vr. Fvrmstecher. — Geschichte des TageS: Vom Rhein: Reformbestrebungen. — Bernburg: Herrheimer. — Aufzeichnung eines reisenden Schullehrers. Literar. Anzeige. Beitrage zur rationellen Crklarung einiger mosaischen Vorschriften mit besonderer Beziehung auf die Speisegesetze. (Vom Rabbiner vr. Formstecher in Offenbach. *) Interessant ist dem aufmerksamen Beobachter die Erscheinung, wie der menschliche Geist in den verschiedenen Zeiten bei allen Richtungen seiner Thätigkeit einen und denselben Charakter zeigt, wie er nämlich, wenn er das Bild einer früheren Zeit copirt, dieses Bild in allen seinen einzelnen Zügen und Nüancen wiederzugeben sich bemühet. Die Gegenwart ist die Zeit des Rococo und der Renaissance, sie verlangt daher, daß nicht nur unser Hausgeräthe, unser Kleiderschnitt u. s. w. diesen Charakter darstelle, sondern auch auf dem Gebiete der Wissenschaft sollen die einzelnen Theo¬ *) Vorliegender Aufsatz war der verehrt. Redaction dieses Blattes schon zugesandt, ehe die Abhandlungen über dasselbe Thema von den Herren vv. Einhorn und Wechsler erschienen, weßhalb sie auch nicht berücksichtigt werden konnten. Nachbemerkung des Vers. rien jener naturwidrigen Schnörkelmode der Renaissance huldigen. Auch auf dem Bereiche der Theologie wird jedem rationellen Systeme, als einem antiquirten, seichten, verflachten Rationalismus der Krieg angekün digt, auch hier soll Alles im Rococo-Style tief symbolisch, spekulativ mystisch ausgefaßt werden. Der menschliche Geist verlangt nun einmal die Wiederholung; har er seinen Turnus vollendet, so fängt er ihn wieder von vornen an, so ist er, so war er und so wird er sein. Diese Erscheinung interessirt uns hier zunächst auf dem Gebiete der jüdischen Theologie, obgleich sie sich als allgemeinen Charakter des menschlichen Geistes zeigt und uns zu dem Schluffe berechtigt, daß unsere jüdische Theologie ganz parallel neben der christlichen herlauft und in ihrem Entwickelungsgange mit dieser sich in denselben Phasen manifestirt. Die Geschichte der jüdischen Theologie zeigt uns nach Abschluß des Kanons zuerst, besonders zur Zeit der allegorisirenden Kirchenväter, die Midrasch-Symbolik, darauf unter den aristotelischen Mauren den maimonidischen Rationalismus, auf diesen folgt im mystischen Mittelalter die kabbalistische Symbo-

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