Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1847)
- Date
- 1847-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zsraelit ves neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kermtnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großhcrzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^r Nr. LS_Sonntag den 8. August 1847._VHI. Jahrgang. Ueb erblLck. Haupt - Artikel: Beiträge zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Vorschriften mit besonderer Be- Ziehung auf die Speisegesctze. v. Dr. Fvrmstecher. (Fortsetzung.) — Geschichte des TageS: Frankfurt am Main: Rieffer. — Vom schlesischen Odergebiete: Der preußische Landtag. Beitrage zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Borschristen mit besonderer Beziehung auf die Speisegesetze. (Vom Rabbiner Dr. Formstecher in Offenbach.) (Fortsetzung.) Zn seiner eigentlichsten, einfachsten Bedeutung erscheint dieses Wort ndd da, wo der Pentateuch von der Krankheit des menschlichen Aussatzes spricht. *) Der Priester erklärt den Aussätzigen als kod, der Aussätzige selbst muß in auffallendem, kenntlichem Traueranzuge Jedem, der ihm sich nähern will, brav! ndb! zurufen und ganz isolirt und getrennt von allen Menschen außerhalb des Wohnortes sich aufhalten. (3 Mos. 13, 44—46. 4 Mos. 12, 15. 2 Könige 7, 3.). brav bedeutet demnach hier soviel wie infiicirt nnd inficirend, verdorben, schädlich. — Der Aussätzi;e ist nod, d. h. er ist schädlich, weil er seinUebel sehr leicht auf An- *) Ueber diesen orientalischen Aussatz nach seiner Entstehung, Ansteckung und Behandlungsweise stehe Michaelis Mos. Recht, vierter Theil $. 207-210. dere übertragen kann. Obgleich die Entdeckung der Grätzmilbe das Resultat der neuesten Physiologie ist und es nicht wahrscheinlich ist, daß man dieses Insekt zur Zeit der Abfassung des Pentateuchs bei der Ermangelung der heutigen optischen Hülfsmittel schon kannte, so ist doch nicht unmöglich, daß man damals schon das Vorhandensein eines solchen Insektes voraussetzte, vielleicht auch es wegen seiner größeren Gattnng in jenem heißen Clima und wegen des damals noch stärkern und schärfer» Gesichtorgans*) sinnlich wahrnahm. Wenigstens läßt die ganze, vom Pentateuche vorgeschriebene Behandlungsweise des ndü voraussetzen, daß man damals schon die Wirkungen des Contagiums und deS Miasmas alS die Influenz von lebendigen Wese» betrachtete. Der Priester mußte den des Aussatzes Verdächtigen isoliren und behandeln; die Behandlungsweise ist zwar nicht angegeben, weil diese bei den verschiedenen Patienten und in dm verschiedenen Stadien der *) Reisende erzählen beinahe Unglaubliches von dem scharfen Gefichtsfiane der noch heutigen Indianer.