Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1847)
- Date
- 1847-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnift und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzvgl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#» Nr. 33. Sonntag den 15. August 1847. Till. Jahrgang. U e b e r b l i <k. Haupt-Artikel: Beiträge zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Vorschriften mit besonderer Beziehung auf die Speisegesetze. v. vr. Formstecher. (Fortsetzung.) — Geschichte des Tages: London: Rothschild- Wahl. — Vom schlesischen Odergebiete: Der preußische Landtag. (Schluß.) — Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Fortsetzung.) Beitrage zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Vorschriften mit besonderer Beziehung auf die Speisegesetze. (Vom Rabbiner vr. Formstecher in Offenbach.) (Fortsetzung.) Als eine Hauptquelle des Miasma's betrachtet der Pentateuch die menschliche Leiche. Wer diese oder auch nur ein Bein, oder ein Grab derselben berührt, oder auch derjenige, welcher mit derselben in einem und demselben Zelte weilt, ist sieben Tage lang noö, des Jnficirtseins verdächtig. Ja sogar ein jedes nicht zugedeckte Gefäß, das in diesem Gemache, wo die Leiche liegt, sich befindet ist ndb inficirt, und bedarf wie der Mensch der Reinigung. Der Pentatcnch setzt hier (4 Mos. 19, 11—16.) mit Bestimmtheit ein Leichengift voraus, über dessen Dasein die heutige Medicin ihre Debatte noch nicht geschlossen bat. Jedoch spricht für das Jnficiren der Leiche, wieder ein neuer Fall, welchen dieser Tage erst die öffentlichen Blätter mitthcilen. vr. Kolletschka, Professor der Staatsarzneikunde in Wien secirte nämlich vor einiger Zeit die Leiche eines sich selbst erschossenen Tischlers, verwundete sich dabei den Finger und starb in Folge dieser Verwundung. — Daß aber in jenem Clima und in jener Zeit das Leichengift ein intensives Miasma verbreiten konnte, beweist eben die siebentägige Quarantaine, welche alle beobachten mußten, die mit der Leiche in Verbindung traten (4 Mos. 31, 19.) und die eintägige Jsolirung dessen, welcher mit diesen in Berührung kam. Während dieser siebentägigen Jsolirung mußte sich der Jnficirte am dritten und am siebenten Tage derselben mit einem Präservativ-Wasier bespritzen lassen, zu dessen Zubereitung jene Jngredienze genommen wurden, welche wir schon in dem Präservativ für den Aussätzigen kennen lernten; doch hier erschienen sie nicht in ihrer natürlichen Gestalt, sondern in Asche verbrannt, von welcher eine Lauge als Präservativ gebildet ward. Ob nun die beabsichtigte Wirksamkeit dieses Präservativ's solch eine Zubereitung verlangte, oder ob sie deßhalb gewählt wurde, damit sie als leicht aufzubewahrende Asche zu jeder Zeit schnell bei der Hand sei, ist nicht sicher zu ermitteln, daß aber diese Lange