Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1847)
- Date
- 1847-08-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenutniß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis fürden ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#* Nr. 34. Sonntag den ST. August 1847. VIII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt - Artikel: Beiträge zur rationellen Erklärung einiger mosaischen Vorschrift en mit besonderer Be. ziehung auf die Speisegesetze, v. vr. Formstecher. (Fortsetzung.) — Geschichte des Tages: Aus Würtemberg Verschiedenes.— Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Schluß) — Motivirter Antrag: vorn Provinzial'.: Rabbiner Gosen. (Litr. Anzeige.) Beitrage zur rationellen Erklärung einiger wosaischen Borschristen mit besonderer Beziehung auf die Speisegesetze. (Vom Rabbiner vr. Formstccher in Offenbäch.) (Schluß.) 4) Das gefallene und zerrissene Vieh scheint zur Zeit des Propheten Jecheskeel von den Israeliten gegessen worden zu sein, denn dieser Prophet verbietet es nnr den Priestern, diesen Repräsentanten einer höhern Vollkommenheit (nnnp) (Jechesk. 44, 31.) und er selbst rühmt von sich als einem Priester, daß er von seiner Jugend an sein Leben nicht durch den Genuß von Gefallenem und Zerrissenem verdorben habe, (das; 4, 14.) Am Pentateuche dagegen, in welchem dem Volke die priesterlicke Vollkommenheit vindicirt wird (2 Mos. 19, 6.) ist solches Vieh allen Israeliten verboten. Es wird zwar auch hier als eine besonders dem Priester verbotene Speise hervorgcboben, (3 Mos. 22, 8.) jedoch wird es an andern Stellen als eine Speise bezeichnet, deren sich alle Israeliten enthalten sollen. Alle Israeliten sollen heilige vollkommene Männer sein, darum dürfen sie nichts genießen, was auf dem Felde als Zerrissenes gefunden wird, es ist dieß eine Nabrung für Hunde. (2 Mos. 22, 30.) Auch sollten sie kein Aas genießen, den» sie sollen ja ein heiliges Volk bilden, zu welchem der in den Thoren sich aufbaltende heidnische Fremdling nicht gehört (5 Mos. 14, 21.) durch diesen Genuß aber würden sie ihre zu behauptende Vollkommenheit (nsynp) zerstören. Wer sie aber unabsichtlich zerstört hat, ist auf einen Tag inficirt, der muß deßhalb seine Kleider waschen, sich baden und bis zum Abend isolirr bleiben. Beobachtet er aber diese Präservative nicht, dann kann er Krankbeitsstoff verbreiten und er trägt seine Sünde. (3 Mos. 17, 16.)-*- Daß bei dem Verbote dieser Art von Nahrung nur au einen diätetischen Grund zu denken ist, kann nicht bezweifelt werden, denn es ist bekannt, daß der Biß eines Raubtbieres, besonders während des Zengungactes und des Erbaschens seiner Beute ein gewisses Wuthgift mittheilen kann, daß deßhalb auch das, vom Raubthiere auf dem Felde zerrissen gefundene Vieh von diesem Wuth-