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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-09-05 · Heft 36 (5.9.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 36 (5.9.1847)
Date
1847-09-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Iah r h u nerts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß «nd Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6^r Nr. 36. Sonntag den 5. September 1847. VH^Jahrgang- Ueberblick. Haupt - Artikel: Schwerin: Zur Verständigung. — Geschichte des Tages: Berlin: Versammlung der Reformfreunde. — Aus Bayern: Zustände und Hoffnungen in Bayern. — Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Fortsetzung.) — (Litr. Anzeige.) Zur Verständigung. *) (Schwerin, den 30. Juli.) — Der zwischen Herrn Rabbiner Stein und mir durch dessen homiletische Erklärung über das Speiseverbot der Spannader angeregte Meinungsstreit ist um so wichtiger, als er einen faulen Fleck in der bisherigen rabbinischen Praxis betrifft und ist derselbe von Herrn Stein in dessen Entgegnung (d. Bl. No. 29) ungenau wiedergegeben. Die Differenz unserer Ansichten drebt sich nicht darum, ob, wie Herr Stein sich ausdrückt, das ausgesprochene N i ch tbcgründetsein einer Satzung deren Aufhebung schon involvire oder nur dieselbe vorbcreite, sondern lediglich darum, ob einerseits ein Rabbiner wenn er seine wissenschaftliche Ueberzeugung, gleichviel ob auf der Kanzel oder in Schriften, klar und bestimmt ausgesprochen, *) Wir bedauern, daß wir tiefen Artikel, welcher uns schon in den ersten Tagen des August zugekommen, nicht früher haben geben können. denen, welche diese Ueberzeugung adoprirt und nach ihr handeln wollen, zurufen dürfe, ich habe die Erlaubniß nicht dazu gegeben, und andererseits ob er, im Falle diese Ueberzeugung in ihm selber noch nicht zur Reife und Festigkeit gediehen sei, daß er dieselbe noch an der Zustimmung anderer gleichgesinnter Rabbiner vorerst erproben möchte, dieselbe als Ueberzeugung auf der Kanzel oder in Schriften aussprechcn darf. Nach meinem entschiedensten Dafürhalten schließt dieses Verfahren einen heillosen Widerspruch in sich, aus dem endlich herauszutreten schon die Ehre und die Würde des Rabbineramtes gebietet. Herr Stein hätte, statt in gereizter Stimmung sich gegen mich zu ereifern, besser gethan, diesen einen Punkt im Auge zu behalten und durch eine leidenschaftslose Erörterung eine ruhige Verständigung anzubahnen. Eine Ueberzeugung ist entweder eine solche oder gar keine; eine halbe, schwankende, ungewisse und unsichere Ueberzeugung, die noch die Feuerprobe einer parlemeutarischen Debatte durchzumachen hat, um eine sichere und feste Ueberzeugung zu werden, ist vor- Die Rev.

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