Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1847)
- Date
- 1847-09-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemitnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von ®r. M. Heß, , Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6a* Nr. 37. Sonntag den LS. September 1847. VIII. Jahrgang. UeberblLck. Haupt - Artikel: Das Ketzergericht über Maimonides.— Geschichte des Tages: Frankfurt a. M.: Das königl. preußische Judengesctz. — Vom Neckar: Verschiedenes aus Würtemberg. — Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Fortsetzung.) — Bekanntmachung. — (Air. Anzeige.) Das Ketzergericht über Maimonides. Mit diesem Thema beschäftigen sich die jetzt wieder bei Schmidt in Fürtb herausgekommenen Briefe über den Moreb des Maimonidesminn nn:x, (in dem hebräischen Orginale nnd einer deutschen Uebersetzung von Ottensosser), auf die wir die Aufmerksamkeit unsrer Leser um so mehr richten zu dürfen glauben, als das, warum es sich bier bandelt, wie wir unten sehen werden, mit den Fragen und Bestrebungen der Gegenwart in sebr inniger Verbindung steht. Bald nach dem Tode*) des berühmten Lehrers rief nämlich sein größtes Werk, der Moreh einen gewaltigen Sturm unter ven Rabbinen in der Provence hervor, besonders waren es der Rabbiner Salomo und *) Jost läßt in seiner Geschichte der Juden unentschieden, ob Maimonides das Verfahren gegen ihn nicht erfuhr, oder erlebte. Allein der Inhalt der Briese ergibt deutlich, daß die Fehde erst nach seinem Tode ausbrach. seine Schüler oder Beisitzer David und Jonas in Montpellier, welche dermalen über den Inhalt jenes Buches erschrackken, daß sie dasselbe öffentlich verbrannten und den Bann ergehen ließen über alle, die sich unterstehen würden, es zu lesen, oder gar seinem Inhalte zuzustimmen. Gegen sie trat nun zuerst der gelehrte David Kimchi (p"-r"i) in einem Schreiben an den in großem Ansehen stehenden Arzt und Rabbinen Inda A l p h a ch e r in Toledo (nys*©^ ppp /m\ p »tp.t /_9 auf. Er schildert darin, wie er „mit Liebe den Untersuchungen des Abaje und Raba («211 "3*nrppn) an hänge, mit ihnen sei er alt und grau geworden, sie seien seine Kinder, die ihn begleiteten, wenn er sitze und wenn er gehe. Er zahle sich auch zu denen, die fest der göttlichen Religion anhängen, und ungetheilten Herzens die Aussprüche der Rabbiner (.inrns-, nm) aufrecht erhielten. Strenge er aber auch seine Geisteskräfte an, sich zu den Höhen der Marcab-h (Metaphysik) emporzuschwingen, in die Pforte einzugehen, die sein weiser und frommer Lehrer (Maimonides) ihm eröffnele, so dürfe er (Alp hach er) sich nicht darüber