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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-09-19 · Heft 38 (19.9.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 38 (19.9.1847)
Date
1847-09-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Gi«e Wochenschrift für die Kenntnis; und Reform des israetttifcken Lebens. Redigirt und herausgegeben von Di*« M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 aß Nr. 38* Sonntag den LS. September L84V VILI Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Das Ketzergericht über Maimonides. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M.: Das königl. preußische Judengesetz. (Schluß.) — Stockholm: Emancipationsgesuch in Schweden. — Aus Würtemberg^ Jüdische Bettelei. — Aus Schwabach in Bayern: Verschiedenes aus Bayern. — Aufzeichnungen eines reisenden Schullehrers. (Fortsetzung.) — (Litr. Anzeige.) Das Ketzergericht über Maimonides. (Schluß.) Das Volk ließ nun auch damals diese Angelegenheit fallen. Aber darum sind die Einwürfe des Juda Alp hach er nicht widerlegt, weder für die damalige, noch für die fetzige Zeit. Denn heutigen Tages noch kann man denjenigen, welche die Reform auf die bloße Unterscheidung zwischen Talmud und Schrift gründen wollen mit Alphacher zurufen: Hat nach dem klaren unzweideutigen Sinne der Schrift Biliams Esel nicht wirklich gesprochen? Josua der Sonne Stillstand geboten? Eli ab das Söhnlein der Sarepterin nicht wirklich in's Leben gerufen? Ist nicht ferner jeder Versuch, die biblischen Stellen so zu deuten, daß ihr Inhalt mit dem Ergebniß der Wissenschaft überein« stimme, ein gewagter, hinführend, „jene Stellen ihrem buchstäblichen Inhalt zu entrücken," (N'Q *npo liantfö) ja darf der Bibclgläubige auch nur in demSabbach eine Erinnerung an die Schöpfung der Welt überhaupt, und nicht vielmehr daran, „daß Gott in sechs Tagen Himmel und Erde gemacht und am siebenten geruhet hat," sehen, und muß er sich nickt all' den Folgen unterwerfen, die sich daraus für die Feier jenes Tages ergeben? Mit einem Worte, wir sind in dem Fortschritt der Ideen, wie in der Reform des Lebens, geradezu gelähmt und gefesselt, können keinen erklecklichen Schritt vorwärts, wenn wir uns mit dem Unterschied zwischen Schrift und Tradition begnügen.*) Das fühlte auch H o l d h e i m und ist dadurch in neuerer Zeit zu seinem Unterschiede zwischen Mosaismus und Propketismus und seiner bekannten Ansicht von *) Ein warmer Vertreter dieser Richtung, Hr. Rabbiner Stein sagt hierüber (Prot. 1, der dritten Rabbinerversammtunz sehr gläubig:) Mit einem ganz andern Gefühle (als bei dem Talmud) gehe ich an das Wort der Thora. Hier spricht ein Göttliches zu mir, vor dem ich mich beuge, hier tritt die Autonomir meiner Vernunft zurück. — Welche Widersprüche könnte man da im Alphacher zwischen den theoretischen und praktischen Reformbestrebungen unseres Herrn Collegen und der von ihm total gefangen gegebenen Vernunft entdecken.

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