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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-07-25 · Heft 30 (25.7.1847) · page 7

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 30 (25.7.1847)
Date
1847-07-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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239 ihre Absichten und Handlungen gar kläglich zu verdecken. — Völ. lig in Wahrheit bestehend soll jedoch die Nachricht von der Revision des Edikts vom 10. Juni 1813 über die Berhältnisse der Israeliten sein. Nur spannen wir unsere Hoffnungen nicht zu hoch. Ein neuestes Vorkommniß hinsichtlich des Matrikelwesens, das man als schon gefallen anzusehen sich einredet, gibt gar trau« rigen Betrachtungen Raum. Die Discretion verbietet mir eine nähere Mittheilung. Wird dem nächsten Landtag ein Gesetzentwurf bezüglich unsrer Verhältnisse vorgelegt werden, so dürfen wir uns wohl auf manche schöne Rede, aber auch nur auf ein Minimum von Rechten gefaßt halten. Was die neuen Civil, und:c. Gesetzbücher uns bringen, ob ein exzeptioneller Zust.inv wieder beliebt, oder ob sich - unsere Staatsmänner auch in diesem Punkt auf die Höhe der Zeit stellen werden, muß die nächste Zukunft lehren. Durch tic£| Gnzzid^ gelegte Ocffcnkkichkeit Mündlichkeit '.können wir nur gewiMen; aber auch in diesem Punkte offenbarte sich mir ein ungünstiges Symptom, das ich nicht namhaft machen kann. Unter diesen Umständen ist c^oppelt bedauerlich, daß das Wochenblatt „Sinai" von 9r. Hub-Ün $3aireu99 das den bayerischen Verhältnissen besonders seine Spalten widmete, sich nicht halten konnte und mit dem 1. Juli zu erscheinen aufhören wird. Werden wir aber nicht müde mit Vorstellungen, Denkschriften :c. die Staatsrcgicrung anzugehen und unsre Bedürfnisse und unsre Begehren ihr vorzulegen. Ein klagloser Patient wird für schmerzlos gehalten! — Unterstützung der Synagoge (Aus dem Herzogthum Nassau. — Schluß.) — Bei den daraus erfolgten Debatten über den E.rigcnzetat herzoglicher Landesregierung äußerten sich über jene Unterstützungssummen nur zwei Stimmen, wovon die eine dagegen, die andere dafür war, nämlich: Herr Deputirter Höchst: „Hinsichtlich der zur Unterstützung für jüdische Religionslehrcr angcsprochene Summe bin ich ganz der Ansicht des Ausschusses, nämlich, daß die Anforderung nicht auf das Budget des Centralstudienfonds gehöre, indem dieser meistens aus Stiftungen hervorgegangen ist, die man nicht zu jedem beliebigen Zwecke verwenden kann. Uebcrhaupt aber bin ich mit der Anforderung nicht einverstanden, indem, wenn den Israeliten zur Ausbildung ihrer Religionslehrcr Unterstützungen aus allgemeinen Mitteln gegeben werden, die Landessteuerkaffe in die Lage gebracht wird. den Mennoniten und jeder andern austauchenden Sekte Zuschüsse zur Ausbildung ihrer Religionslehrer zu geben, und es gewiß nicht im Interesse des Staates liegen kann, die Zwecke solcher Sekten zu fördern.*) Ich kann mich daher für die Bewilligung der angeforderten Summe nicht aussprechen, und nicht eine besondere Abstimmungsfrage darüber beantragen. Herr Deputirter C. Müller: Von Seiten eines verehrlichen Mitgliedes sind gegen die Bewilligung der zur Unterstützung von Lehrern jüdischer Religion, welche sich an den Rabbinatssi'yen für ihre künftige Wirksamkeit weiter ausbilden sollen, angeforderte Summe Bedenken erhoben worden, welche eine besondere Abstimmung über den Posten zur Folge haben werden. Ich erlaube mir in Beziehung hierauf die nachträgliche Bemerkung, daß ich mit der geschehenen Aeußcrung keineswegs einverstanden bin, den fraglichen Posten vielmehr angelegentlich zur Bewilligung . cmpfcchle, da diejenigen Personen, zu deren Gunsten die An- ' §)^era«K gestellt wird, gleiche Ansprüche auf Unterstützung aus öffentlichen Mitteln wie alle übrigen haben, welche wie sie, zu den Staatslasten ihre Beiträge leisten. Äls nun von Seiten des Landtagspräsiventen Otto die Frage zur Abstimmung kam: „Bewilligt die Versammlung die in dem Eregenzctat herzoglicher Landesregierung Cap. V Tit. 1 geforderten und in dem Beitrage zum Centralstudienfonds enthaltenen fünfhundert Gulden zur Ausbildung jüdischer Religionslehrer V wurde dieselbe mit 16 gegen Z Stimmen bejaht. Dieses Ergebnis, sowie die Vordebatte, welche im vorigen Fahre wegen des Antrags des wackern Landesdcputirten Herrn Dresel aus Geisenheim auf eine völlige Emancipation der Juden im Herzogtbum stattfand, beweisen hinlänglich, daß unsere gegenwärtigen Volksabgeordneten größtemheils auf der Höhe unsrer Zeit stehen, und die rechtlichen und humanen Anforderungen derselben wohl zu würdigen wissen. Der erwähnte Hr. Dresel ist zwar dieses Jahr durch Gesundhcitöumstänve verhindert, den Landtagsverhanrlungen beizuwohnen, um seinen vorjährigen Antrag vollends zur Erörterung uno zum Abschlüsse zu bringen; allein nichtsdestoweniger hoffen wir, daß die für uns so wichtige Frage in der viesjährigen Kammer doch noch zur Erörterung kommen werde, und *) Dieser Deputirte gehörte schon in frühern Jahren zur sogenannten ultramontanen Partei der Abgeordneten; wovon jedoch die neue Volkskammer ziemlich gesäubert wurde.

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