Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1847)
- Date
- 1847-07-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2566751-2567098-2567128--2734-2570687- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#» Nr. SS Sonntag den 18. Juli 1847. VIII. Jahrgang. Ueb e rb lick Haupt-Artikel: Gegenwehr, von Leopold Stein. — Geschichte deS Tages: Frankfurt a. M.: Die Männer des Vols, von Dr. Eduard Duller. — Breslau: Der preußische Landtag. — Mannheim: Die vierte R.-V. — Der jüdische Aalender. (Schluß.) — Aus dem Herzogthum Nassau: Unterstützung der Synagoge. Gegenwehr. Von Leopold Stein. Herrn Dr. Holdheim hat es es gefallen, in Nr. 25 d. Bl. sich in Betreff einer in Nr. 23 d. allg. Ztg. d. I. von mir gemachten Veröffentlichung auszulassen. Ein Feind aller öffentlicher Polemik, wäre ich sehr weit davon entfernt, Herrn Holddeim gegenüber, diese zu üben. Allein der Gegenstand scheint mir zu wichtig, als daß ich nicht, dem Publikum gegenüber, die Sache in das rechte Licht fetzen, und Angriffe gegen meine Person, so unangenehm ein solches Geschäft mir im, mcr ist, abwebren müßte. Wir reden zuerst von der Sache. Zwischen mir und Herrn Holdheim schwebt gegenwärtig die Differenz ob, daß ich meine, man könne sich über das Nichtbegründetsein einer talmudischen Satzung durch die Bibel von der Kanzel aus öffentlich aussprechen, um dadurch die praktische Aufhebung vorzubereiten, ohne dadurch diese ausgesprochen zu haben, er jedoch meint, jenes Aussprechen involvire schon diese Aufhebung. Schon die Heftigkeit des Hrn. Hold heim, welche mit Wissen veranlaßt zu haben, ich mich, wenn ich auch mein Gedächtniß noch so sehr anstrenge, auf keine Weise entsinnen kann, konnte mich nicht sehr für seine vorgebrachten Gründe cinnehmen, und ich kann versichern, daß ich nach wie vor meiner Meinung, als der mir richtig scheinenden, zugethan bin. Ich gehe überall gerne einen gesetzlichen Weg; alle Willkür ist mir in der Seele verhaßt; ich geize nicht nach dem Rubine als der Fortgeschrittenste an der Spitze der Reformation des Iudenthums zu stehen, ich stütze mich gerne auf gleich, gesinnte, mitstrebende Amtsbrüder; durch ihre Zustim. mung süble ich meine Stimme gehoben und gekraftigr. Darum halte ich es allerdings für nothwendig, daß bei allen wichtigeren Fragen der Einzelne sich's nicht herausnehme, Reformen zu proclamiren, sondern Viele zusammen durch ihren vereinten Ausspruch der Reform Nachdruck geben, Zutrauen verschaffen. Ist cs nun gleich auch in der Rabbinerversammlung leider nur ein kleines Häuflein noch, welches für die gute Sache zusammenhält— ein Zusammenhalten, das freilich durch die Re-