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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-06-27 · Heft 26 (27.6.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 26 (27.6.1847)
Date
1847-06-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß -und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 *f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a? Nr. 26. Sonntag den 27. Juni 1847. VIII. Jahrgang. Ueberblick Haupt-Artikel: Die Rede des Abgeordneten v. Wydenbrugk bei den Verhandlungen des Weimarischen Landtages über die Emanzipation der Juden. — Geschichte des TageS: Frankfurt a. M.: Weimarsche Landtags- Verhandlungen. (Forts.) — Berlin: Die Reformgenossevschaft; das neue Judengesetz. — Liter. Anzeige. Die Rede des Abgeordneten v. Wydenbrugk bei den Verhandlungen des Weimarischen Landtages über die Emanzipation der Juden. (Vorbemerkung der Redaction:) — Wir glauben um so weniger, unseren Lesern diese Rede vorenthalten zu dürfen, als sie einen neuen Beweis liefert, wie da, wo der Standpunkt wabrer Rechtsachtung und edler Liberalität eingenommen ist, stets auch unsere Sache die beredetsten Vertreter findet. Daß aber v. Wydenbrugk in allen seinen Worten und Reden sich als einen Mann von solcher Gesinnung bewiesen, darüber herrscht im ganzen Lande nur eine Stimme, und wohl noch nie ist einem Abgeordneten in unserem Großherzogthum von Volk und Regierung zugleich eine solche Verehrung gezollt worden, wie dem Genannten. Aber irren würde man, wollte man aus dem schlechten Resultate, den selbst der Antrag auf allmählige Emanzipation in dem Weimarischen Landtage gefunden, (16 Stimmen dagegen und 13 dafür) der Sache der Gewissensfreiheit auch für die Zukunft ein schlechtes Prognostiken stellen Sie. scheiterte nur jetzt, weil Alüs den sonst sehr biederen und rechtlich gesinnten Abgeordneten zu neu war, weil die meisten in Gegenden wohnen, wo sie nie etwas über Juden erfahren, wo kaum etwas von dem ganz neuen Geiste, der jetzt die deutsche Judenbeit beseelt, bekannt geworden, da trotz Schnellposten und Eisenbahnen doch kein Blatt von der neuen jüdischen Literatur in jene Gegenden gelangt. Aber bereits ist die Sache der Juden Gegenstand der Diskussion in den geselligen Kreisen, namentlich in den Städten Weimar und Eisenach geworden, bereits treten da sehr achtbare Männer für ihre gleiche Berechtigung auf und bei dem humanen Geiste der Regierung, bei dem Fortschritte der politischen Bildung und der besseren Lösung, die diese Frage nach und nach im deutschen Vaterlande findet, hieße es an dem Siege der Wahrheit selbst verzweifeln, wollte man auch von der Zukunft der Weimarischen Inden nicht ein Besseres erwarten. — Das war ja immer der betrübende Gedanke hochherziger Männer, daß sie mit ihren Ideen ihrer Zeit und ihrem Volke voraus waren; aber daneben erhob sie und beglückte siedieNeberzeugung,

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