Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-06-13 · Heft 24 (13.6.1847) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 24 (13.6.1847)
Date
1847-06-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2566751-2567098-2567123--2695-2570643
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

LSD daß beim ehrlichen Juden sie sich nutzlos abmühen um Abnehmer für ihren Kram zu finden. Mehrere Ausflüge auf der badischen Eisenbahn machten mir die Zeit kurz und ich mußte, da meine Vakanz zu Ende war nach Hause eilen. Zn Stuttgart besuchte ich noch 'das Atelier des Bildhauers Güldenstem. Wenige Tage zuvor wurde er durch den hohen Besuch des Kronprinzen und der Kronprinzessin geehrt, beide sprachen ihre vollkommene Zufriedenheit mit der Arbeit des Künstlers aus. Die Arbeit wird an einem Brunnen auf der Villa des Kronprinzen aufgestellt. Bier Npmpfen: Lemoniade, Najade, Potomide und Limnade, die Wiesen-, Quellen-, Fluß- und Kee- Nympfen gruppircn sich an und um der Quelle, tragen ein Decken auf ihren Köpfen in dessen Mitte ein Genius steht. Die Arbeit ist ganz im antiken Stpl ausgcführt und wird von Kunstverständigen meisterhaft gesunden. Hat erst der talentvolle Künstler seine italienische Reise und Studien gemacht und vollendet, so wird er wie zu hoffen steht, Schönes leisten. — Meinen Bericht kann ich mit der freundlichen Nachricht schließen, daß unserem schwäbischen Ricßcr, wie ich ihn schon oft genannt, dem vr. Carl Weil, Assessor der israelitischen Oberkirchenbehörde ein Beweis der dankbaren Anerkennung seines edlen Wirkens für die Emancipation seiner Glaubensgenossen, von den Israeliten Würtembergs zu Theil geworden ist. Es wurde ihm nämlich am 17. April d. 2von einer Deputation 2sraclitcn aus dem ganzen Vatcrlande ein silberner Ehrenpokal mit der 2nschrift „Dem vr. Carl Weil, dem unermüdeten Kämpfer für ihre Rechte, seine dankbaren Glaubensgenossen in Würtcmberg" überreicht. Den Zionswächter hat man zuvor nicht darum befragt, denn da er über die Erwählung Nießcrs zum Vorsteher in Hamburg so jämmerlich geeifert, so hätte er vielleicht dieses auch nicht gestattet. Der Nachtwächter kommt aber immer zu spät, er hat die rechte Stunde verschlafen und möchte darum aller Welt Mohn und Schlafmützen reichen. Schlummre süß Nachtwächter!! 15. Berthold Auerbach. (Aus Würtemberg. im Mai.) — Am 1. d. M. wurde zu Mühringen die vorhabende Verehelichung des dort gebürtigtcn beliebten Schriftstellers Dr. Berthold Auerbach mit Auguste Schrei, ber in Breslau, die Tochter eines der wohlhabendsten und edelsten Israeliten daselbst, proklamirt. Die Verlobten, fortan erstgenannter Gemeinde angehörig, werden unmittelbar nach ihrer am 23. e. statthabenden Vermählung, die Hochzeitsreise in die Heimath antreten, wo man mit froher Erwartung ihrer Ankunft entgegen sieht. Literarisches. (Breslau, im April.) — Mögen unsere Feinde immer sagen was sie wollen, es bleibt doch eine unleugbare Thatsache, daß hier, wie vielleicht nirgends sonst, ein begeistert reges Steeden vorhanden ist, welches, nach allen Seiten des religiösen Lebens hin befruchtend einwirkt. Synagoge und Schule, diese zwei Kernpunkte jüdisch-religiösen Lebens, erhalten von hier aus die kräftigste Förderung und erfreuen sich in unserer Gemeinde namentlich der blühendsten Entwickelung. Die Schule hat wiederum ein schönes Geschenk erhalten, das für ihre innere Entfaltung von Bedeutung zu werden verspricht. Herr vr. M. A. Lewy, der rüstige Arbeiter an der Geigerschen Religionsschule, hat ein „hebräisches Lesebuch, eine Auswahl historischer, prophetischer und poetischer Stücke aus der Bibel" mit Bemerkungen und einem Wörterbuch versehen, herausgegeben, das eine höchst, schätzenswerthe Gabe für unsere Schuljugend bietet. Der Verfasser hat die Früchte seiner fleißigen Forschung in grammatischer und lexikalischer Beziehung in diesem Buche niedcrgelegt und die Auswahl der Stücke so geschickt und fein zu treffen gewußt, daß hier nicht nur dem Lehrer ein reiches Hülfsmittel geboten, sondern auch dem Schüler ein leichter Ueberblick des ganzen sachlichen Inhalts der Bibel gewährt wird. Die reichen grammatischen Bemerkungen geben dem Lehrer Veranlassung, fast sämmtliche Regeln der Grammatik den Schülern fast spielend beim Bibel, unterricht beizubringen, und dem fleißigen Schüler bieten sie eine sichere Handhabe, sich in dem überreichen Stoff unserer neuen Grammatiken zurecht zu finden. Bei schwierigen Stellen hat es der Verfasser nicht unterlassen, die Ansichten unserer besten Commentatorcn anzugcben und wo ihm diese nicht genügen konnten, hat er oft selber eine exegetische Erklärung versucht/ für welche ihm selbst der größere Kreis der Bibelforscher Dank wissen muß. Wir unterlassen es, in die Elnzelnhciten dieses trefflichen Schulbuchs einzugehen, und wollen eS hiermit nur Lehrern und Schülern, so wie allen denen, die sich den Eintritt in das weite Bereich des Bibclstudiums erleichtern wollen, gelegentlichst und dringendst empfohlen haben. Das Buch ist hier bei F. E. C. Leukart erschienen und kostet, obwohl 25 Bogen stark, nur 24 Sgr. Verlag der Z. C. Hermann'schcn Buchhandlung in Frankiuet a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.