Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1847)
- Date
- 1847-06-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die KemrtniH und Reform des ifraelitifeben Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a/i Nr. »4. Sonntag den 13. Juni 1847. FIII. Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt - Artikel: Einige vorläufige Bemerkungen über die Speise,Gesetze. Bon Wechsler. — Geschichte deS Tages: Frankfurt a. M : Weimarsche Landtags - Verhandlungen. (Fortsetzung.) — Berlin: Zudengesetzentwurf. — Aus der Reisetasche eines Correspondenten. (Schluß.S. Nr. 22.) — Aus Würtemberg: Bertholv Auerbach. — Breslau: Literarisches. — Einige vorläufige Bemerkungen über die Speise-Gesetze. Bon Wechsler. Es ist erfreulich, daß diese Blatter die Discussion über die Speisegesetze eröffnet und somit diejenige über den Sabbath unterbrochen, vielleicht ganz abgebrochen haben. Ich sage abgebrochen. Denn beendet, zu einem Resultate gebracht ist sie freilich noch nicht, und es wäre, wollte man auf die bisher vorgebrachten Ansichten eingeben, noch gar manche Nachlese zu halten Noch mehr, es sind manche Seiten in dieser Streitfrage noch kaum berührt. So ist meines Erinnerns bis jetzt noch gar kein Gewicht darauf gelegt, daß das Dogma von einer Schöpfung in sechs Tagen in den prophetischen und sonstigen Büchern der heiligen Schrift gar nicht mehr vorkommt, so wie es schon im fünften Bucke Moses fehlet, ja daß in denselben und besonders in Ps 104 die Lehre von der Schöpfung ganz anders aufgefaßt ist, nehmlich als eine stetige, täglich sich erneuernde. Hieraus wurde sich, wenn auch nicht mit Sicherheit schließen, so doch mit vieler Wahrscheinlichkeit vermuthen lassen, daß die Schöpfungsgeschichte, wie sie in der Genesis erzählt ist, von der spätern Zeit gar nicht anerkannt, vielleicht gar nicht einmal gekannt worden ist, und daß somit die symbolische Bedeutung des Sab» baths, die doch mit dieser Geschichte genau zusammenhängt, der Anschauungsweise des spätern Judentbums ganz fremd sein müßte, während jedoch das Institut des Sabbaths selbst zu allen Zeiten gekannt und für wichtig gebalten ist. Die gewiß bedeutenden Consequenzen aus diesem Satze zu ziehen ist hier nicht der Ort und käme ich vielleicht bei einer andern Gelegenheit darauf zurück. — So ist ferner noch nicht in Betracht gezogen, in welcher Weise daS Christentbum dieses Institut ans dem Judentbume empfangen und sich angeeignet bat. Hat es den Sabbath verlegt und somit die symbolische Bedeutung fallen lassen trotz dem, daß es das Dogma von der Schöpfung in sechs Tagen hat fortbestehen lassen, dennoch aber den Tag als Tag der Ruhe und der Feier betrachtet, so folgt daraus für uns zwar nicht die Wichtigkeit und Wahrheit dieser Betrachtung, — da ja auch hierin eine Znconse-