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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-05-30 · Heft 22 (30.5.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 22 (30.5.1847)
Date
1847-05-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Keimtnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 cci Nr. SS. Sonntag den 30. Mai 1847. rill. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Offener Brief über die dritte Rabbinerversammlung. (Fortsetzung) — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M: Jüdische Zustände. (Schluß.) — Aus der Reisetasche eines Correspondenten. — Breslau: Die Tiktin'sche Religionsschule. — Bingen: Nichtbeschneivung. Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versammlung. Von vr. Holdheim. iv. (Fortsetzung.) Der Talmud, indem er bei dem Sabbathschander eine gewisse Procedur von Verwarnung re. voraussetzt, die offenbar der spätem geschichtlichen Entwickelung angehört. hatte sich schon von der ursprünglichen Frische des biblischen'Symbols entfernt. In der Bibel war das Wort noch nicht gültiger Willens- und Gessnnungsausdruck, dies waren und konnten nur sein seine Thätigkeiten und Unterlassungen. Die Ruhe war die einzige Erscheinung der Sabbathidee wie die Arbeit die einzige Erscheinung des Gegentheils jener Idee war, daher konnte, wo die Erscheinung ins Leben getreten war, das Vorhandensein der in und mit ihr eng und unzertrennlich verbundenen Idee nicht mehr Gegenstand eines Zweifels sein. Wenn wir es daher gern bekennen, daß auch wir noch der Symbole bedürfen, so bedürfen wir ihrer aber nur als sinnlich anregender Formen und Erinnerungszeichen, kcinesweges aber in der Geltung und in der Bedeutung, die das Symbol in der Bibel hat. Auch das Wort, die Melodie, die Versammlung von vielen Menschen an einem bestimmten Orte sind uns Symbole, sie regen uns an, es treten gewisse Ideen und Gefühle durch sie lebendiger vor unsere Seele, aber wir sind uns alles dessen als anregender Form und Aeußerlichkeit wohl bewußt, scheiden diese von der Idee, welche sie in uns anregt, scharf und bestimmt, und werden uns hüten, die Idee mit ihrer Erscheinung so sehr zu identificiren. daß jene in diese gleichsam aufgeht, wie dies innerhalb der symbolischen Religionssphäre des Alterthums allerdings der Fall gewesen. Wollten wir es aber dennoch thun, so müßten wir die Gegenwart mit ihrer fortgeschrittenen Bildung verleugnen und zu dem allein seligmachenden Formglauben der guten alten Zeit zurückkehren. Wie Herzfeld aber so entschieden sagte: die Ruhe sei nicht Symbol, wie Holdheim behauptet, so müssen wir, um ihn nicht eines gar zu auffallenden Widerspruches und Mangels an Klarheit zu zeihen, seinen Worten die Bedeutung geben: Die Ruhe symbolifire nicht diejenige Idee, die wir ihr als Bedeutung untergelegt haben. Denn daß die Sabbathruhe an sich Symbol sei, hat er ja selbst etwas später wenn auch mit andern Worten, deutlich ausgesprochen. „Die Sabbathfeier," sagt er, „sollte wie eine Hieroglyphe einen religiösen Gedanken einschließen und

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