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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-05-23 · Heft 21 (23.5.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 21 (23.5.1847)
Date
1847-05-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und heraus gegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «ff. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6#» Nr. 31._Sonntag den 33. Mai 184T vm, Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Offener Brief über die dritte Rabbinerversammlung. — Geschichte deS Tages: Jüdische Zustände. (Fortsetzung.) — Von der Oder: Einhorn, Cohn. — Von der Saale: Die Raumersche Rede.— Literarische Anzeige. Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versammlung. Von vr. Holdheim. IV. IiäToiis tousjours notre linge sale en public; c’est encore le seul moyen d’obtenir du linge blanc. Lettres Tsarphatiques. Lieber Freund! Ich kann mir es wohl sagen, daß meine Besprechung der dritten Rabbiner-Versammlung auch von befreundeter Seite her, wo man ihre wohlwollende Tendenz nicht verkennen wird, Mißbilligung finden werde. Jeder Tadel, wird man sagen, auch der gerechteste, sei mindestens unpolitisch. Es stecke uns Allen die deutsche Ader im Leibe, in England und Frankreich handle man anders, da greife man nur die gegnerische Partei an, nie die eigene, was man mit den Seinen abzumachen, geschehe im Stillen rc. Doch ich denke einmal über die Sache anders, und daß man auch in Frankreich nicht so dnrchgäng an jener politischen Maxime auf religiösem Gebiet festhalte, mag der an die Spitze dieses Briefes gestellte Ausspruch des radikalen Tsarphati beweisen. Ich bin nun einmal, wie Sie wissen, für die Trennung des alten Politischen von der rein religiösen Sphäre des Judenthums und mag daher auf dem Reformgebiete, wo die Grenzen des Religiösen frstzustellen sind, auch der neuen Politik keine Anwendung gestatten. Dann erscheint mir eine Verständigung unter den Gleichgesinnten in dem Maße wichtiger wie die Auseinandersetzung mtt den gegnerischen Parteien, als jene zur Bekämpfung dieser unumgänglich nothwendig ist, als der Friede in dem eigenen Familienschooße und mit dem nächsten Nachbar viel höher gilt denn der Kampf mit dem entfernten und fremden Gegner. Eine solche Verständigung in der Rabbiner-Versammlung selbst, wo jedes Mitglied eine fertige Theorie zu Markte mitbringt, kann allenfalls eingeleitet, angebahnt, vollständig erzielt kann sie nur durch unumwundene Erörterung in der Literatur werden; und mag der Eine oder der Andere sich persönlich verletzt und augenblicklich verstimmt fühlen, was thuts, wenn er sich nur dadurch zum tiefer» Ueberdenken seiner bisherigen Meinung veranlaßt fühlt, die bessere Stimmung wird alsdann mit der berichtigten Ansicht schon wiederkehren. Wir fahren daher, auf die vielen fteundlichen und unfteundlichen Zurechtweisungen im Voraus gefaßt und vorbereitet, in unserer Besprechung ruhig und getrost fort. Ich beharre einmal in meiner strengen Trennung der Rabbiner - Versammlung

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