Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1847)
- Date
- 1847-04-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zsraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Keimtititz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f, Anzeigen für die gespaltene Zeile 6at Nr. 17. Sonntag den S5. April 1*47. VIII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Recension. — Geschichte des Tages: Berlin: Hoffnungen der preußischen Juden. — Hamburg: vr. Wohlwill. — Hamburg: Nachruf. — »r. Holdheim: Offener Brief über die dritte Rabbiner - Versammlung (Fortsetzung.) — Erklärung. Reeension. Koheleth. Eine Auswahl gottesdienstlicher Vorträge gehalten in der Haupt-Synagoge zu Frankfurt a. M. in den Jahren 1844—1846 von Leopold Stein Rabbiner in Frankfurt a. M. Verlag von Johann David Sauerländer 1846. gr. 8. S. 366. Wir haben seit vielen Jahren nur wenige Kanzelvorträge gelesen, die für die homiletische Virtuosität ihres Verfassers ein so erfreuliches und vollgültiges Zeugniß abzulegen geeignet sind, als die vor uns liegende „Auswahl gottesdienstlicher Vorträge", die sich unter dem hebräischen Titel Koheleth ankündigt. Der Ref., dem der Titel dieser Predigtsammlung jene talm. Stelle (Baba Bathra.) ins Gedächtniß rief, daß die alten Massoreten anfangs bedenklich waren, das Buch Kohelet in den biblischen Canon mit aufzunehmen, weil es Widersprüche zu enthalten schien, die Bedenklichkeit indcß dadurch niedergeschlagen wurde, weil das Buch religiös beginnt und religiös schließt — n'i isidi n"i mt’nn — kann dem Leser die Versicherung geben, daß der Stein'sche Koheleth, ohne Widerspruch, durch und durch die ächteste Religiosität athmet, und daß jede Klaffe von Lesern — so viel es deren auch in jeder Kirche, also auch in der jüdischen Synagoge jetzt giebt — Erbauung und Belehrung in diesen Predigten finden wird. — Ref. war vor einigen Tagen in einer Pastoralversammlung, wo über Geist und Form der Predigt viel und vieles gesprochen wurde. Daß eine gute Predigt tertgemäß und logisch disponirt sein müsse, behauptete ein schon etwas betagter Geistlicher, daß in der Behandlung der gewählten Materie eine ansprechende Frische und Lebendigkeit nie vermißt werden dürfe, fügte ein jüngerer Amtsgenosse hinzu. Keiner guten Predigt, sagte ein Dritter, ein Mann, der als Kanzelredner fast schon drei Jahrzehnde fungirt, dürfe das casuale Moment fehlen, fast jede müsse zeitgemäß sein uno man müßte darauf zu schwören versucht werden, daß das — alte Bibelwort auf die neuen Ereignisse gezielt habe, so müsse der Text gewählt und behandelt werden.