Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 13 (28.3.1847)
- Date
- 1847-03-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Zfraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 «f, Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. 13._Sonntag den S8. Marz 1847._VIII, Jahrgang. Ueberblick Haupt-Artikel: Materialien für den Commissions-Bericht über die Speisegesetze. — Geschichte des Tages: Königsberg: Die Falkson'sche Ehe. — Bon der Mosel: Zeichnung emes Orthodoxen. — Berlin: Dr. Sachs, Dr. Stern; die Gemeinbekasse. — London: Der Londoner Oberrabbincr. Materialien für den Commifflons - Bericht über die Speisegesetze. Von Dr. Einhorn. Zweiter Artikel.*) Zn einer frühern Darlegung glaube ich den Zusammenhang der in Levit. 11 und Deuter. 14 erwähnten Speisegesetze mit dem Verbote körperlicher Verunreinigung bereits mit Evidenz nachgcwiesen zu haben. Inzwischen schien mir folgender Umstand diese Ansicht noch ganz besonders zu erhärten. Nach den Rabbinen nämlich, welche die genannten Speiseverbote als selbstständige und von der Verunreinigung völlig unabhängige betrachten und daher conseqnenter Weise Milch und Eier unreiner Thiere gleichfalls für verbotene Speisen halten (S. Bechoroth 6 b und Chulin 64 b), muß es in hohem Grade auffallen, warum die Bibel den Genuß von Honig, dem Ausflnsse eines kqb pff, gestattet und nicht auch hier der auf rabbinischem Standpunkte sich von selbst verstehende Grundsatz: pöemnba ndd «Den gilt? Der Talmud sucht diese Frage, welche sein ganzes System über die Speisegesetze so gewaltig erschüttert, merkwürdigerweise mit den Worten: na usd pH inwt mD’-Dat? ’jso *in?o onm Ean no» pua mx msoo (S- Bechoroth 7 b) zu lösen. Der Honig, wird hier behauptet, entstehe nicht erst im Körper der Biene, sondern diese sammelt ihn von den Kräutern , nimmt ihn in sich auf und gicbt dann nur wieder, was sie empfangen (vergl. Maimon. Mischnah-Commentar zu Machschirin 6,4.). Als ob der lebendige Organismus des thierischen Leibes, wie eine tobte Maschine einen von Außen empfangenen Stoff ohne alle Beimischung von seinen eigenen Ingredienzien verarbeiten und demselben blos als Durchzug dienen könnte! Nach unserer Ansicht hingegen hat die Sache nicht die geringste Schwierigkeit, indem alle diejenigen Dinge, welche sich im lebendigen thierischen Körper bilden und zugleich bestimmt sind, sich von demselben zu trennen, sicherlich auch nach ihrer Absonderung nicht als Aas betrachtet werden können und somit als Ausflüsse eines Lebendige» eben so *) Der erste Art. ist in Nr. 6 und 7 abgedruck .