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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-03-21 · Heft 12 (21.3.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 12 (21.3.1847)
Date
1847-03-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Zsraelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für -ie Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 <>tf. Anzeigen für die gespaltene Zeile Irr. 13._Sonntag den 31. März 1347._VIII. Jahrgang. Ueb erblick Haupt-Artikel: Die Speisegesetze am Pessach.Feste. — Geschichte des Tages: Schwerin: Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versammlung. (Schluß.) — Hamburg: Kl^in der Beginn; groß der Gewinn.— Aus Würtemberg: Jüdische Zustände. — Vom Main. — Aus Baiern: Neue Hoffnungen. Tenn daß es ein solches war, daß nicht, wie man früher nach Art der französischen Gncyklopädisten glaubte, ein hierarchisches Gelüste der Rabbinen, ein Streben nach Beherrschung und Knechtung des Volkes, jene Satzungen hervorgerufen, ist jetzt so ziemlich allgemein erkannt, und mußte auch gar bald durch die Wahrnehmung erkannt werden, daß die Rabbinen ja selbst sich mit wahrhaft kindlicher Ehrfurcht jenen Satzungen unterwarfen, und daß die Art und Weise, wie im Talmud von ihnen gehandelt, wie insonders die Mischnab ihrer gedenkt, schon ihr theilweises damaliges Vorhandensein im Leben unverkennbar verrätk. — Jener Geist war aber kein anderer, als der der kindlich-gläubigen, ängstlich-frommen Verehrung des göttlichen Gesetzes, welche bald nach dem ersten Erile, ja schon mit demselben an die Stelle der früheren Frivolität und Gottlosigkeit getreten war. Run da die Weissagungen der so bitter geschmähten Propheten eingetroffen waren, da man sich von dem geliebten Boden der Väter vertrieben, aller früheren Herrlichkeit beraubt sab, ergriff der Gedanken, daß dieses eine Folge der Uebenretung des Die Speisegesetze am Peffach-Feste. (Schluß.) Wir sprachen von dem Joche der talmudischen Satzungen. Ein solches sind sie allerdings uns, die wir aus der religiösen 'Anschauung, welche sie erzeugte, ganz herausgekommen; der Vorzeit, welche noch darin lebte, waren sie eine liebe, süße Bürde, ein freiwillig auf sich genommenes Joch. das eben deßhalb auch gar nicht drückte, sondern beglückte, beseligte. Wir warfen mit Fleiß diese geschichtliche Andeutung hin, und wollen sie auch noch weiter erörtern, da aus dieser Erörterung am klarsten da^ Recht der Gegenwart zu einer umfassenden Reform, zu einer totalen Befreiung von dem talmudischen Ritualgesetz hier, wie überall, sich ergeben wird. Tie Frage ist nämlich: welches war denn der Geist, der diese Satzungen erzeugte; welches der geschichtliche Proceß, der sie schuf; welches die Grundansicht und das religiöse Element, das sich in ihnen offenbart, und sie zur Erscheinung gebracht hat?—

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