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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-12-20 · Heft 51 (20.12.1846) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 51 (20.12.1846)
Date
1846-12-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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816 Gesammthcit erst möglich wird." — Während also — eifert der Vers. — alle Juden Deutschlands sich vollkommen berechtigt glauben, den christlichen Bürgern des Staates in jeder Beziehung gleichgestellt zu werden, glaubt Hr. Dr. Stern, daß sich das Judenthum Liese Anerkennung erst erringen müsse. — Hier hat nun aber — das Gelindere angenommen — der Verfasser den Herrn Dr. Stern gewaltig mißverstanden. Nicht von den Juden ist ja die Rede, deren bürgerliche Gleichstellung auch in den Sternschen (S. besonders die achte) mit Len gewichtigsten und berede» Ken Gründen verlangt wird, sondern von dem Judenthum, dessen Anerkennung als eine Religion der Gegenwart, als ein selbstständiges Glied im Staatsorganismus gerade in Deutschland mit der Entwickelung des politischen Bewußtseins gleichen Schritt hält, und daß diese Anerkennung durch dey Weg der religiösen Reform» mit weichen die deutschen Juden allen ihren übrigen Glaubcnsbrüdern vorangehen, um so selbstständiger und würdiger erreicht, oder was dasselbe ist, errungen werden wird, wird Niemand bezweifeln. — Was der Vers, noch zuletzt über die angebliche Bedeutungslosigkeit der Berliner Rcformgenoffcnschaft sagt und resp. witzelt, lassen wir auf sich beruhen. So viel aber ist gewiß, Laß es nicht allein ihre Schuld ist, wenn sie noch keine größere Verbreitung gefunden. In Beziehung auf ihren Gottesdienst» bei welchem das deutsche Element und die geläuterte Religiousanschauung der Gegenwart, wie nirgends anders zur Geltung gekommen, hat aber die Reformgcnossenschaft schon jetzt eine Bedeulung gewonnen und ist ganz Deutschland mit einem großartigen Beispiele vorangegangen. Biblischer Katechismus, von vr. Wolfgang Weffely,w. Prag, 1846. Calve'sche Büchhandlung. 2te verbesserte Auflage. Wodurch sich dieser Katechismus von anderen unterscheidet, ist vom Vers, in dem, Vorworte ausgesprochen. „Das Bild — sagt er — des religiösen Glaubens und Lebens, wie solches in der Geschichte dieses (d. h. des israelitischen) Volkes, besonders in seiner biblischen, sich reflektirt, festzuhalten, an diesem die ein« zelnen Glaubens, und Sittenkehren in ihrer fruchtbaren Anwendung nachzuweisen und so dem jugendlichen Geiste zum lebendigen Bewußtsein zu bringen, ist wohl keine neue, aber wie es mir scheinen willbeim jüdischen Religionsunterrichte noch zu wenig anerkannte und befolgte Methode." Hiernach ist auch das Buch bearbeitet. Es beginnt mit biblischen Stellen aus der Schöpfungsgeschichte, und knüpft an diese Die betrachtednen Lehren und fährt so in den Haupttheilen der biblischen Geschichte fori. Läßt sich auch Manches gegen diese Methode einwenden, so hat sie doch unleugbar das Gute, daß sie den Religionsunterricht ganz an der Hand der Bibel gibt, und so stets das Kind auf den heiligen Boden führt und erhält, auf welchen alle mitgetheilten Lehren zurückgeführt werven sollen. — Eins vermissen wir an diesem Buch, daß es, eben jetzt in zweiter Auflage erschienen, von dem Fortschritt der jüdischen Theologie in Beziehung auf die Lehren über Tradition, Ccremonialgesctze und Messias wenig Notiz nimmt. Und doch ist dieses eine unabweisbare Pflicht unserer Jugendlehrer, doch sollten sie, und die Denkenden unter ihnen gewiß nicht, verkennen, daß es nun an der Zeit sei, was die wissenschaftliche Theologie, wie die Versammlungen deutscher Rabbinen, zu Tage gefördert, auch dem Herzen der Jugend näher zu bringen. Allein wir sehen wohl ein, daß dieses dem Verfasser in dem Lande und in der Gemeinde, in welcher er lebt, nicht wohl möglich war, und trösten uns mit der Erwartung, daß der Religionslehrer das ergänzen und enthüllen werbe, was der Schriftsteller zurückzulassen und zu verdecken gcnöthigt war. Sonst ist das Buch i» besonderer Beziehung auf Darstellung und Gedanken-Entwickelung sehr empfehlenswerth. Hiob. Praktische Philosophie, oder klare Darstellung der im Buche Hiob obwaltenden Ideen, nebst wortgetreuer, rythmisch gegliederter Uebersetzung und fortlaufendem Commentar. Allgemein faßlich bearbeitet von vr. Moritz Löwenthal. Frankfurt am Main 1816. (Selbstverlag des Verfassers.) Worin die Eigenthümlichkeit, oder der besondere Zweck dieser Arbeit, mit welcher der Vers., ein junger strebsamer Theologe, zuerst auf den literarischen Markt getreten, bestehe, gibt schon der obige Titel an, und wird vom Verfasser im Vorworte noch näher dahin erläutert „Es soll (seine Schrift) sowohl das richtige Verständniß des noch immer sehr dunkeln biblischen Buches Hiob im Einzelnen und besonders in steter Rückbeziehung zum vollendeten Ganzen ermitteln, als auch hauptsächlich den hochwichtigen Inhalt dieses schönsten und vollkommensten Kunstwerkes der orientalischen Poesie allen gebildeten Lesern in deutscher Auffassung klar verführen." (Schluß folgt.) Vertag per I. C. Hermann'scheu Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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