Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 47 (22.11.1846)
- Date
- 1846-11-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnift nnd Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Br. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, o h n e das Literaturblatt fvon welchem jede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 q^, mit demselben 5 *f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 9tr. 47. Sonntag den SS Ncvernber L84<» VH. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel r Offene Briefe über die dritte Rabbiner-Versammlung, von vr. Hold heim. (Fortsetzung.) — Geschichte des Tages: Vom untern Neckar: Dir Toleranz des Londoner Oberrabbiners. — Berlin: Die Reformgenossenschaft; vr. Friedlänver. — Krakau: Jüdische Zustände. Inhalt des Literatur-Blattes: Zur Kritik der Beschneidungsftage im Reformverein. (Schluß.) — Die Leviratsehe und die erbrechtliche Qualität des Levtr, von vr. Honigmann. Offene Briefe über die dritte Rabbiner- Berfammlung. Von vr. k oldheim. Erster Brief. (Fortsetzung.) Die dritte Rabbinerversammlung hält sich faktisch, und das mit großem Unrecht — für das Organ der gegenwärtigen religiösen Ueberzeugungen, der bereits erkannten und allgemein gefühlten Bedürfnisse. Sie hatte wohl das Bewußtsein, daß die geschichtliche Entwickelung der religiösen Verhältnisse am Ende doch diese Verlegung herbciführen müsse und werde, wenn das religiöse Bewußtsein der erschlaffenden Gesinnungslosigkeit entrissen sein und zu größerer Klarheit über sich selbst sich emporgearbeitet haben wird, nur, meint sie, müsse ein solcher Akt aus dem Entschlüsse der ganzen Glaubensgemeinde hervorgehen und eine Versammlung dürfe ihn nicht bevorworten. Ganz dasselbe gilt auch von der hebr. Sprache im Gottesdienste, an welcher das Volk nicht minder zähe fcstbält als an dem Sabbath, ja ein großer Tbeil derjenigen, welche den Sabbath öffentlich entweihen, wird die historischen Anklange und Erinnerungen der hl. Sprache nicht so leichten Kaufes fahren lassen, und die einzige Genossenschaft, welche ein Minimum der hebr. Sprache im Cultus beibehalten, ist auch diejenige, welche den Sonntagsgottesdienst eingeführt hat. Und doch hat die 2. Rabbiner- Versammlung keinen Anstand genommen, mit dem Ausspruch über die hebr. Sprache dem aus dem Entschlüsse der ganzen Glaubensgemeinde bervorzugehenden Akte vorzugreifen und die Abschaffung einer Institution, die im Volke mindestens so alt wie der Sabbath ist, zu bevorworten: Hat sie darin reckt getban? Ja wohk, die freudige Zustimmung aller gesinnungstüchrigen Israeliten ist eine genügende Bürgschaft dafür. Wollte sie