Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kerintinß nnd Reform des ifraetttifchen Lebens. Redigirt und herausgegeben »r. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem jeve Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 «f, mit demselben 5 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a/i- Nr. 44. Sonntag den I. November 184« VII. Jahrgang. U e b e r b l i ck. Haupt-Artikel: Ueber die Verbindlichkeit der Speisegesetze. sSchluß.) — Geschichte des Tages: Breslau: Briefe über die dritte Rabbiner-Versammlung. II. — Prag: Offene Briefe aus Prag. H. — Aus Lemberg: Prüfung der Galizi'schen Rabbinen. — Hirschberg: Religiöse Fortschritte. — Literarische Anzeigen. Inhalt des Literatur-Blattes: (Nr. 43.) Die rechtliche Natur der Ehe, von vr. David Honigmann. — (Nr. 44.) Schluß des genannten Artikels. — Einige Worte über die Recension meiner Schrift, von vr. Dessauer. — Zur Kritik der Beschneidungsfrage im Reformverem. Ueber die Verbindlichkeit der Speifegefetze. (Schluß.) Gesetzt aber auch, es könnte einmal eine Zeit eintreten, wo der Gedanke von dem Pricsterberuf eines jeden Israeliten, der Gedanke von der Heiligkeit und Unverletzlichkeit der Naturgesetze, der Gedanke, daß die Vertreter der Wahrheit wobl körperlich verletzt, aber geistig nicht unterliegen können, so Allgemeingut geworden sind, daß sie jedem schon mit der Erziehung ins Herz geschrieben werden, wer bürgt uns dafür, daß sie bei einem Theile wenigstens nicht wieder verloren gehn können? Zeigt nicht die Geschichte fast aller Nationen ein Steigen und Fallen in der geistigen und sittlichen Bildung der Menschen? Sind nicht schon solche Völker, die beinahe den höchsten Grad der Menschen möglichen Ausbildung und Vervollkommnung erreicht hatten, wieder herabgesunken von ihrer Höhe und in die tiefste Finsterniß der Unwissenheit versunken? Freilich legt man ein sehr großes Gewicht auf die Buchdruckerkuttst und die durch dieselbe gewonnene Leichtigkeit, die Mittel der Bildung und Aufklärung zu vervielfältigen und zu verbreiten; und das mit vollem Recht. Daß jedoch auch sie nicht im Stande ist, die wvhlthätigen Strahlen des Lichtes richtiger Erkenntniß und tüchtiger Bildung allenthalben zu verbreiten, hat die neuere Geschichte sattsam gelehrt Will man aber sagen, ein Rückfall in Finstcrniß und Unwissenheit sei für uns, die wir uns im Besitze der göttlichen Offenbarung befinden, nicht zu befurchten, so antworten wir mit der Hinweisung auf die Geschichte Jiracls, welches gar oft, trotz jenes kostbaren Besitztbums ausgeartet und verderbt ist, eben weil es die Lehre Gottes gering geachtet und in seinem Hochmuthe sich von ihr losgesagt hat. So könnte es also auch uns gehen, wenn wir allzusehr auf die'Autonomie unseres Geistes gehend die klaren nnd deutlichen Gebote