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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-10-18 · Heft 42 (18.10.1846) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 42 (18.10.1846)
Date
1846-10-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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180 gesetzlichen Bestimmungen, mit einem Worte, das Iudenthum, wie es zur damaligen Zeit prakt.sch geworden war, und zwar in so fern es auf deutliche Aussprüche der b. Schrift nicht zurückgefübrt werden kann, und behaupten sie in dieser Einsicht allerdings ihren Vorzug vor den meisten übrigen Bestimmungen, welche zwar aus der Schrift eruirt werden, aber nach einer natürlichen, einfachen Eregcse nicht darin stehen, und welche daher einer beständigen Conirovrrse unterworfen worden, und damals wenigstens noch nicht zur wirklichen unbestrittenen Hebung gelangt gewesen zu sein scheinen. Allein die Bezeichnung beweist nichts für das wirklich Positive dieser Bestimmungen, da sie im Gegentheil bald ebenfalls aller Begründung ermangeln und mit der Schrift selbst in Widerspruch stehen; bald in ihrer Begründung, wenn auch nicht in ihrer Anwendung und Geltung. eben weil 6e einmal in das Volksleben übcrgegangcn waren, bezweifelt; bald als ein Ausfluß des schrifckichcn Gesetzes bezeichnet, bald deutlich als nicht aus demselben fließend und daher in der Anwendung nicht mit der Schaffe wie die in der Schrift ausgesprochenen gesetzlichen Bestimmungen befolgt, sondern bei Zweifeln orcr sonstigen Berücksichtigungen außer Acht gelassen werden (s. Maimonives von dem Schlachten cap. 5, §. 3.) Zu unterm nächsten Artikel werden wir nun die Bestimmungen beleuchten, bei welchen zwar nicht die deutliche Bezeichnung vorkommt, die aber mit ähnlichen Ausdrücken eingeführt werden, welche der Talmud ebenfalls als Tradition auffaßt. — Ueber den allerheiligste« Namen und dessen Vocalisatiou. In Beziehung aus die im Literaturblatt des Orients (Nr. 1 bis 6) erschienene Behandlung dieses Artikels, von L. Skreinka, tivigirentnn Senior, Katecheten und Nabbinatsvertrcter nn der k. Realschule Wenn die Zergliederungslust im Allgemeinen nicht selten dem durch Zeit und Raum herangcbildeten Worte nur darum bis auf ras Embryo nachgrübelt, um die aufgefnndeneu Stofftheile als Aequwalciit für die organische Gestaltung anzubieten, so mag es als eine allgemeine Richtung der Zeit hingehen. Wem derlei Geistcsiiahruug genügen kann, der mag auch fernen Körper mit all den Gasen sättigen, welche die chemische Analyse, wenigstens mit nicht geringerer Evidenz, als die Urbestandtheilc der schmackhaftesten Nahruugsmitttel nachweiset. Wenn aber in dieser vorherrschenden Richtung sogar für die ausschließliche Bezeichnung des allerheiligsten Wesens einer Wurzel nachgrgriibelt wird, von deren Pn'märbedeutung auch i,n letzten Molekül der Nebeubegriff der gewaltsamen Ermächtigung nicht getrennt werden kann, der Wurzel ,13', so scheint hier das Princip des gallischen Brennus vorzuwaltcn, der, vielleicht auch in der Vorahnung, daß sämmtliche Metalle nur die Metamorphose eines und desselben Grundstoffes seien, mit dem Eisen des Schwrrdtes das Gold aufwiegcn wollte. Wer geneigt ist, nach achter altrabbiuischer Weise auch dem traurigsten Ereigniß eine heitere Seite abzusehen, der findet nicht selten Gelegenheit in den Gegensätzen, mit welchen die Ansbeute der jetzt gangbaren Conjecturen als apodictische Gewißheit ausgeboten wird, eine tröstliche. Zrouie der Vorsehung zu sehen. Kann doch das düstere Schicksal witzig sein: warum soll cs rer allweiseu, frciwaltcnden Vorsehung an Sarkasmen fehlen? Gerade jetzt zeigt sich uns abermals eine solche Erscheinung. Jndeß die allgemeine Zeitung des Zudenthums so weit von ihrer (wenigstens ausgesprochenen) Marime abgeht, daß sie mit Eröffnung des laufenden Zahrgangcs Stern's Neve an die Berliner Genossenschaft wörtlich mittheilt *), und cs somit als allgemeines Interesse des Zurenthums dcklarirt, daß sein einziger Gott so lange in peinlicher Unzulänglichkeit seiner Allmacht dahingekümmert hat, bis er durch die Großmuth Muhameds zur ungehemmten Wallung berechtigt worden ist, wird wieder derselbe Gott auf der anderen, scheinbar grammatischen, Seite um der Allmacht willen sogar seiner Gerechtigkeit entkleidet, und mit ihr, als natürliche Folge, auch seines unendlichen Bestandes. Allein der höchstvollkommene Gott hält die Empörer mit derselben erhabenen Ruhe nieder, mit der er die Weltordnung in ihrer unübersehbaren Mannigfaltigkeit hervorgerufen hat. Wie er schon die ersten Hiinmelsstörrr, zu deren Bekämpfung er nach heidnischer Ansicht den ganzen Himmel hätte aufdonncrn müssen, still und geräuschlos durch das in ihnen erzeugte Scibstzcrwürfniß anscinanverfallen läßt, eben so zerstören sich noch jetzt die allznkühnen Antaster des Heiligthums durch Gegensrtz der Ideen und die darausfolgeude noch größere Sprachverwirrung. Doch kehren wir zu unserem speziellen Fall zurück (Schluß folgt.) *) Der Bericht über die Entstehung einer neuen Jsraelitengcmrinde in einer der ansehnlichsten ungarischen Freistädte, als der wirksamste Erfolg der letzten Landtagsbeschlüsse hat dieselbe Zeit, schrift nur darum als zu geringfügig zurückgewiesen, weck darin der entscheidenden Wirkung gedacht wurde, welche eine daselbst abgehaltene Kanzelreve auf die Consolidiruiig dieser Gemeinde gehabt. Allenfalls hat dieses unparteiische Organ seine uns wohlbekannte Conseqnen; aufgegeben, da es nicht wenigstens eine Stelle aus der Kanischaer Reflexion über die Papacr Angelegenheit ge. strichen hat. Verlag der Z. C. Hcrmann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offeubach.

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