Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 39 (27.9.1846)
- Date
- 1846-09-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des n e u n zehnte n I a h r h u n d e r t S. Eine Wochenschrift für die Keimtniß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und berausgegeben Großherzogl. Weimar'schein i!anv-3iobbinen zu Eo'cnach. Zu beziehen durch alle Postäimer unv Buchbanvlungen. Preis für den ganzen Zaorgang, od.ic das rireraiurblatl (von welchem jeve Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 , mit veiinelcan 5 «f. Anzeige!: für cic gespalrcue Zeile 6 Rr. 3». Sonntag den 2>7. (September J84¥». VII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt -Artikel: Die Reform in Bayern. — Geschichte des Tages: Frankrurt a. M.: Sabb.it!'l'e''chlnfse. — Frankfurt a. M.: Hr. L. H. Loewenßein. — Aus Würlembeiq: Das Tanchbäd. — Coiunn'sionslrncbt ver barschen zweiten Äainuikr über die Gleichstellung der Israeliten. (Schluß.) — Vom Neckar: Bekehrungssucht. — Viter^r. Anzeige. Inhalt des Literatur-Blattes: Dr. Holdheinis Schrift: das Eeremonialgesetz im Messiasreich, besorochen von Dr. Einhorn, l Schluß.) — literarische Notiz. Die Reform in Bayern. (Erster Artikel.) Reform und Bayern! Bayern und Reform! wird mancher Leser des Israeliten höhnend ausrnfen. Und so groß mein Patriotismus ist und wie sehr auch die Ehre meines Vaterlandes mir am Herzen liegt, ich kann diesem höhnischen Ausrufe nichts entgegensetzen, als daß die Schuld in Umständen und Verhältnissen liege, deren Abwendung nicht im Bereiche unserer Macht liegt. Aber eben deßhalb dürfen wir uns von jenen nicht ganz überwältigen lassen, und müssen einerseits sorgfältig uns wahren, daß unsere Bestrebungen in jenen Hindernissen nicht zerschellen, anderseits mit Vor - und Umsicht den, wenn auch nur schmalen Weg im Dorngebüsche und Gehege aufsuchen, auf welchem ein, wenn auch ein noch so langsames Weiterkommen möglich ist. Wer Umgestaltung der Form (die Reform) will, weil i er das Wesen erhalten möchte; wer nur weil überzeugt, daß nicht Alles beim Alten bleiben kann, wenn l das Alte bleiben soll, sich in einen Kampf einläßt, der J für den Kämpfenden viel Hartes und Schmerzliches, aber nichts Angenehmes und Süßes hat, wird mir beistimmen, daß die erste Grundbedingung aller Reformbestrebungen die sein müsse, daß jedenfalls die Religion dadurch gewinne, und wenn auch manches Nachtheilige unvermeidlich ist, die Vorrkeile überwiegend seien. Die Reformbestrebungen sind jedenfalls nur Mittel und wenn auch der Zweck das Mittel nicht heiligt, so muß doch letzteres und ersteres immer in dein ersteren seine Rechtfertigung und Begründung finden. Ich will hier die Frage nicht amwerfen, ob überhaupt die Reformbestrebungen durch die Besorgnis eines Schisma sich aufhalten lassen sollen, weil ein solches jedenfalls sehr beklagenswerth wäre; ich will nicht weitläufig untersuchen, ob das Eintreten eines Schisma nicht weit größere Rach-