Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1846)
- Date
- 1846-09-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis! nnd Reform des israelitischen Lebens. Redigier und herausgegeben I»»'. M. Heß, Großherzogl. Weiinar'schem Laue-Rabbineri zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Üileratnrblatt (von welchem iede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 , mit demselbnr 5 *rf- Anzeigen für die gespaltene Zerle 6 Nr. 30. Sonntag den O. September 18-10. VII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Die Sabbathfrage. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Berlin: Berathungen der Deputaten der Refornigenossenschast. — Aus Baicrn: Dre dritte Rabbiner Ber'ammlung. — Coinmrssionsbericht der bad.schen zweiten Kammer üier die Gleichstellung rer Israeliten. (Fortsetzung.) Inhalt des Literatur-Blattes: Jahrbuch für Israeliten, aus das Jahr 18)6 (5607) 1547. (Schluß.) Die Sabbathsfrage. (Schluß.) Solange die Inden noch in einem abgeschlossenen Zustande lebten, die Betbeiligung an jeder gewerblichen und staatlichen Thätigkeir tbiim gewehrt, und der Handel, in dem gemeinsten und beschränktesten Sinne des Wortes, ihr trauriges Monopol war, da freilich konnte die Feier des Samstages als wöchentlichen Ruhetages sic in keiner Weife drücken. Was man von den armen Juten kaufen konnte und wollte, das kaufte man an den anderen Tagen und Erstrre hatten dadurch keinerlei Verlust oder eine bedenkliche Concurrenz zn furchten. Dieses ist auch noch an vielen kleinen Orten und namentlich da, wo keine christlichen Kaufleute wobneu, der Fall. Der Landmann, der Burger, der Beamte wissen schon nicht anders, daß sie am Samstage nichts von. den Juden haben können nnd richtet sich darnach und diese verlieren dadurch, daß sie mit herkömmlicher Gewissenhaftigkeit beim Eingänge des Sabbalbs ihren Laden verschließen, auch nicht einen einzigen Kunden.— Wie ist dieses aber in größeren Stadten und bei Geschäften, wo die Eoncurrcnz drohender und gefährlich ist? Die Einstellung dieser Geschäfte am Samstag nimmt auch bei den sonst Orthodoren immer mehr ab.*) Und daß der Fabrikherr, der Gntsbebesitzer, der Handwerker auch bei dem besten Willen nicht zwei Tage in der Woche einen Stillstand in der gewerblichen Thätigkeit cinkreken lassen können, ist durch die bisherige Erfahrung jedem einleuchtend geworden. Dieser ist aber ein großes Unglück und muß jedem, der noch Sinn für Religion und Sittlichkeit hat, tief ins Herz dringen. Mit der Richtfeicr des SabbalhS ge- *) So erzählte man mir in Breslau, daß dort ganz eifrige Rabbinisten und was noch mehr sagen will, Tictinianer, am Samstag im Geheim und offen ihr Geschäft betreiben; w.ü fie, wie sie selbst sagen, di.ses nicht andern können.