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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-06-07 · Heft 23 (7.6.1846) · page 12

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 23 (7.6.1846)
Date
1846-06-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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104 crftfren, bei ihrer mangelhafte« Beschützung und den noch nicht starken Sympathieeo für die entschieden freie Ansicht auch noch «cht entschieden genug angewendet werden konnten. Doch dieses Alles darf die Freunde der Reform nicht entmuthigen, sondern muß sie vielmehr veranlassen, ihren Esser zu verdoppeln und dürfen sie dann auch um so gewisser sein, daß die Wahrheit doch sich immer mehr Bahn brechen und die Reform zum Gemeingut machen werde. Nurwird dieses auf ganzallmählige Weise geschehen. In der theologischen Welt wird der wissenschaftliche Fortschritt von selbst die Jünger immer weiter führen; und in den Gemeinden wird dieses die durch Schul- und Volksunterricht, wie durch die (besonders populäre) Literatur immer fortschreitende Erkenntnis imgleichen das Bedürfniß des Anschlusses an die vaterländische Gesittung und eines freieren Lebensverkebrs bewirken. Letzteres wiü> auch die Conservativen nöthigen, der Reform im Gottesdienste sowohl, als im Leben Concesfionen zu machen. In weit größerem Maße wird dieses aber da geschehen, wo bereits helleres Bewußtsein aufgegangen, und nicht mehr auf Einzelne beschränkt ist, sondern über den großen, ja größten Theil der Gemeinde sich ausgedehnt haben wird; da wird es denn auch zu einer größeren Manifestation und M einer Bewegung kommen, wie sie in Frankfurt, Berlin und Breslau hervorgetreten, bis denn, wie der Verf. treffend am Schluffe seines durch viele kernige Gedanken und sittlichen Ernst immerhin sehr lesenswerthen SchriftchenS sagt: „in der Zukunft der Tage die Schwachen zu Starken, die Wenigen zu Bielen, ja zu Allen geworden find." Bevterk««g.; Bei der Werthschätzung, die ich für Geigers Bestrebungen feit seinem ersten Auftreten mit auftichtigem Herzen empfinde, war mir seine im Literaturblatt des „Israeliten" erschienene Widerlegung »es Recensenten seines Mischnah - Werkes eine um so erfreulichere Erscheinung, als sie die Ueberlegenheit in dem Gebiete zeigt, welche die Wächter der Dunkelzeit als ihren ausschließlichen Besitz auszuschreien geneigt find. Mit einigen Aeußerungen in jener Widerlegung bin ich jedoch nicht einverstanden, ich erlaube mir daher Folgendes: V Zu einer seiner Kategorien wegen der Auffassung des Ausdruckes lll'.T IPiaa, citirt 'Hr. Geiger auch die Begebenheit der “Dl IItty rUD# (Sabb. 1, 4.) welche mit der Erhebung des fi’Tty P "Ky'bK XT zum Patriarchat zu Stande kamen, lind nach seiner Ansicht, erst 100 Jahre und darüber nach den Disputationen der nD und ’NDLif rP2 vorgefallen sein müssen. Dagegen glaube ich bemerken zu müssen, vaß gerade damals der Widerstreit dieser Schulen anzunehmen sei. Ich glaube es für keine unfruchtbare Bemerkung ausgeben zu dürfen, daß, obwohl bereits die Personen und ’NDt^ selbst in drei uns nacheihaltenen Stücken im förmlichen Disput gestan. den, und also der Zwiespalt der Schule bei ihrer Lebenszeit bereits eingeleitet war, dennoch gegen ihren Nachfolger fl pm’ 'T ’frOT, während seiner langen Lebensdauer, trotz dem, daß das eigentliche Patriarchat bei Hilels Nachfolgern geblieben ist* *), im ganzen Talmud kein Opponent vorzufinden ist. Die eigentlichen Disputationen, von denen es heißt ’TD^n DTPD SiCWD npbnon DT pnil b>2 wm vbv müssen also erst nach seinem viel später erfolgten Tod begonnen haben, und er ist, wie bekannt, 120 Jahre alt geworden. Schon Maimuni hat es (O'jnt 'üb nonpn) angedeutet, was es mit dem wm übv eigentlich zu bedeuten habe. Wohl mögen schon damals, wie heut zu Tag bei uns, manche Anhänger der Partei den Namen ihres Begründers geführt haben, ohne etwas mehr als diesen Namen angenommen zu haben. Allenfalls hat von diesen Schulen während ihres meist ausgeprägten Gegensatzes keiner mehr ihre Na» znensgeber in Person gekannt, und so konnte es gerade mit dem Übergang des Patriarchats von der Hilelschen Nachkommenschaft * an den Rabbi Aelieser kommen, daß die eigene Partei Schamais die Obermacht erlangt (n“3 by Vf2 DT!). Was weiter aus dieser flüchtigen Bemerkung folgen kann, von der Rechtfertigung des Ausdruckes ’KDffDl bbnü b2p, welcher bei 1*2 prm 'T vorkommt, bis auf alles Andere der HDN 'DD, welche mir weit mehr als eine bloße ethische Rhapsodiensammlung zu sein scheint, f muß einer weiteren Forschung aufbehalten bleiben. 1 L. S t r e i n k a, bef. Rabbiner, dirigirender Senior und Katechet an der königl. Realschule zu Arad. & *) rvon pnisrow uru pyo» b&bm MDlv fe Verlag der I. C- Herman'nschen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

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