Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1846)
- Date
- 1846-06-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kemrtniß «nd Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem jede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 ^, mit demselben 5 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a/i' Nr. 33. Sonntag den V. Juni 184:6. VII. Jahrgang, Uebevbliä. Haupt- Artikel: Ueber die Fortentwickelung des biblischen Zudenthums.—Geschichte des Tages: Aus Baiern Die Emancipationsfrage. — Teplitz: Abschaffung des zweiten Festtages. — Breslau: vr. Freund. — Cassel: Die Rabbinerstelle.— Erklärung. Inhalt des Literatur-Blattes: Noch ein Wort zur israelitischen Reformfrage. (Schluß.) — Bemerkung. Ueber die Fortentwickelung des biblischen Judenthums. , l. Zst das biblische Judenthum im Rabbinismus fortentwickelt worden? Betrachten wir den Entwickelungsgang der Dinge überhaupt, wie er sich uns in dem großen Naturleben auf mannigfache Weise darstellt, so finden wir nirgend, daß - ein Ding sich aus einem Anderen ohne Weiteres herauswickele, sondern wir seden die Entwickelung überall mehr oder weniger äußern Einflüssen und Einwirkungen unterworfen; Der Samenkern kann nicht aus sich heraus zur Frucht gedeihen, sondern es muß eine ganze Reihe von solchen Einflüssen und Einwirkungen hinzutreten, ehe dieses Fruchtgedeihen möglich werden soll. Wir. werden daher in jedem Entwickelungsprozesse innere und äußere Entwickelungsmomente unterscheiden müssen, welche erstere in dem zu Entwikkelnden selbst liegen, die letzter» aber von aussen hinzutreten. Zu den äußern Entwickelungsmomenten werden wir aber nur dasjenige rechnen können, was positiv auf die Entwickelung influirt oder einwirkt; nicht aber jene zufälligen Bedingungen, von denen die Entwickelung abhängt. So ist z. 53. der Zaun, welcher um die Pflanzung gezogen ist und sie vor Zertrelung schützt, eine solche Bedingung, von welcher die Entwickelung der Pflanzen abhängig ist, da er aber nicht positiv auf sie einwirkt und überhaupt in keinem inneren Zusammenhänge mit ihr steht, so kann er bei aller seiner Nothwendigkeit doch kein eigentliches Emwickelungsmomenr abgeben. Denselben Gesichtspunkt müssen wir auch festbalten, wenn wir von Entwickelungen auf dem geistigen Gebiete überhaupt, aber insbesondere von Entwickelungen der Gesetzgebungen sprechen wollen. Das ausge-