Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 22 (31.5.1846)
- Date
- 1846-05-31
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz nnd Reform des israelitischen Lebens. Revigirt und herausgegeben »r. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem jede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 «f, mit demselben 5 «f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 oü\- Nr. 22. Sonntag den 31. %5tai 1840. VH« Jahrgang Ueberblick. Haupt-Artikel: Die Emancipationsfrage in der bairischen Stände-Derfammlung. (Schluß.) — Geschichte des Tages: Frankfurt a. M.: Freimaurerthum. vr. Jost Geschichte. Rabbiner-Versammlung. — Prag: Reformbewegung. — Anträge an die dritte Versammlung deutscher Rabbiner. — Aufforderung. Inhalt des Literatur - Blattes: Zuläsffgkeit und Dringlichkeit der Synagogen - Reformen. (Schluß.) — Noch ein Wort zur israelitischen Reformfrage. — Literar. Anzeige. Die Emancipationsfrage in der bairischen Stande - Versammlung. (Schluß.) Als letzten, aber von einer großen Mehrheit ausgehenden Ernwurf gegen die Gleichstellung der Juden bezeichnet Ref., daß man fürchte, die christl. Staatsbürger würden durch dieselben in die größten und unberechenbare Nachtheile versetzt, indem die Juden sich sodann in alle Gewerbe und Handwerke, in alle Oekonomie und Fabrikgeschäfte eindringen, und hiedurch unfern bisherigen Erwerb und Wohlstand schmälern und beeinträchtigen würden. .Diese Ansicht sei laut und grell in den Eingaben aus dem Kreise Oberpfalz und Regensburg ausgesprochen, aber von keinem anderen Kreise seien dergleichen an die Kammer gelangt und doch ist die Oberpfalz gerade derjenige Kreis, in welchem relativ die wenigsten Juden wohnen. Zur Beseitigung dieses Einwurfes ließe sich vieles Schlagende Vorbringen, aber H. stellt ihm und mit Recht nur die wenigen Worte entgegen: „die Furcht, welche von den dortigen Gemeinden ausgesprochen wird, möchte doch in Vielem (man darf dreist behaupten: in Allem) ungegründet sein. Sind wir denn wirklich so unwissend, so schwach und kraftlos, daß wir die Juden in ihrer geringen Zahl zur christlichen Bevölkerung (l'/r Prozent der ganzen Bevölkerung des Landes) in der That sollten fürchten müssen, die wir doch alle Mittel, Gesetze und Anstalten besitzen, um sie in Zaum halten zu können? — Wollen wir denn so gerade hin zugeben, daß wir weniger Geist und Kraft besitzen, als der Jude, der beim Mangel jener Bildungsmittel, die uns veredelten und bearbeiteten, dennoch der höhere und stärkere an geistiger Kraft geworden sein soll?— Können wir uns nicht neue Gesetze geben, und den Wucher mehr als je beschränken durch neue Bestimmungen und Strafen?— Niese seien aber Gesetze, welche Christen wieJuden