Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1848)
- Date
- 1848-01-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Dr. Löwerrthal. Dessau. — Der jüngste Bearbeiter und Erklärer des Buchcs Hiob, Herr Dr. M. Löwemhal, hat am letzten Sabbath. Chanucka seine Gast, und Probcpredigt in der hiesigen Synagoge, in welcher das Gotteswort seit dem Abgang unseres wackeren, ge. ffnnungskräfrigcn vr. S. Hirsch nicht gehört wurde, mit Erfolg und Beifall gehalten. Da er von sehr vielen namhaften Gelehrtcn und andern eine sehr sociale'Stellung einnehmende Männern, insbesondere aber von Frankfurt a. M. und Berlin aus hierher sehr vorthcilhaft empfohlen war, so sprach der hiesige Gemeinde« Vorstand in einem an Hrn. Dr. Löwcnthal gerichteten Schreiben die Bereitwilligkeit auS, ihn als Rabbiner der hiesigen Gemeinde und vcr übrigen Landgemeinden anznfielle», wenn die deßfalls bei der herzoglichen Negierung zu thucndcn Schritte die Genehmignng seiner Anstellung zur Folge haben werden. So dürfen wir denn hoffen, in der Person des Hrn. Dr. Löwenlhal einen Rabbiner zu erhalten, der uns der Nachfolge des Hrn. Dr. Hirsch vollkommen würdig erscheint. Berichtigung. (Aus dem Furstenthum -Virkenfeld.) — In No. 50 v. I. des „Israelit" tadelt ein Berichterstatter unsren Rabbiner Gokdmann, weil er den dreijährigen Cyklus beim Haphthora (soll heißen: Thora.) Verlesen noch nicht für dieses Jahr erlaubt hat. Allein die Gründe, welche denselben hiezu veranlassen, werden gewiß jedem eknleuchten, der die Sache ganz unbefangen ansicht. Herr Rabbiner G. hatte kaum einige Wochen sein neues Amt angetretcn, als er bei Gelegenheit der Abhaltung seiner Antrittspredigi in O. vernahm, daß, der dortige Lehrer und ein ehrenwcrthes Gemeindemitglicd, Hr. St. nach dem kurz darauf folgenden Sukkothfeste den dreijährigen CykluS in Ausführung bringen wollten. Da aber Herr G. die örtlichen Verhältnisse feines Nabbinats noch nicht kannte und eö sohin auch nicht wissen konnte, ob die Majorität der Gemeinde zu O. zu einer solchen Reform reif und geneigt sei, zumal der dortige orstehcr und andere Gemeinde-Angehörigen sich über dieselbe nicht weiter geäußert, so glaubte Herr Rabbiner G. um so mehr eine Suspension von einem Jahre anrathcn zu dürfen. Zählt ja Deutschland noch kaum 4 Gemeinden, in welchen jene Einrichtung auSgeführt wäre. War ja Einhorn 5 Jahre hier und fand eS noch nicht an der Zeit, er, der sich des Zutrauens ferner Gemeinden im hohen Grade erfreute und nie lange zauderte, wo es galt, reife Blüthen zu brechen und zum Durchbruch reife Saameuknospen zn ihrer Entfaltung zu treiben. — Auch scheint wahrlich von unserem Herrn G. eine Schmälerung des Lehreranschcns nicht beabsichtigt zu werden, denn sonst hätte derselbe nicht wohl Hrn. P. gestattet, gleich nach seiner Predigt die Haphthora paraphrastifch zu erörtern. — Wie dem auch sei der Berichterstatter kann sich versichert halten, daß unser Rabbiner die Sache der Reform nicht benachtheiligen werde, daß vielmehr schon jetzt eine Revision der Synagogenordmmg verbreitet wird, die noch Mehreres, als die G'iufiihrung eines nm:n Eprlus bringen dürfte. Llteraeischs Asti;. Hamburg. — Eine uns so eben zugekommene Mitkheilung stellt folgende literarische Erscheinung in Aussicht. Der Titel lautet wie folgt: „Crouographicon von Abraham Ha«Levi aus Granada. Nach der ältesten Ausgabe und Handschriften sorgfältig edict, zum ersten Male aus dem hebräischen übertragen und mit fachlichen und kritischen Noten nebst Einleitung und Inder versehen von Dr. Mecklenburg." In der That dürfen sich dieSpecialdistoriker eben so wie alle Kenner des jüdischen Alterthnms freuen, für die Bearbeitung des alten berühmten historischen Quellenbuchs einen so hingebenden, scharfsinnigen und kraftvollen Kritiker gefunden zu haben. Durch Leistungen von starkbefähigter Hand ausgeführt , wie diese, dürfte das betreffende gebildete Publikum der Befriedigung eines längst gefühlten Bedürfnisses näher schreiten. Eine besonnene Kritik ist in diesem Gebiete sehr nöthig, da sich unter die ächten Goldkörner eine Masse werthlosen Sandes gemischt hat. Die Kritik ist aber bei diesem hcrauszugcbenden Werke um so lohnender, als sie nicht nur negativ und auSfcheidend, sondern daneben auch erobernd zu Werke gehen kann. Dieses Amt der Kritik auszuüben ist Herr Dr. S. M. (aus Königsberg), von dem auch schon die allgemeine Journalistik viel Treffliches gebracht hak, besonders berufen. (H. E.) In der I. C. H.rmann'i'chen Buchhandlung in Frankfurt a. Tt. ist erschienen: GrrrMerrWge» ans bm dsNtfchsN Vefvet« AKgsÄiegsN von 4813 n. 1814. Für Volksbibliocheken. 1 6 Heft, enthält: Erinnerungen eines Lätzowischen Jägers a. d. Lüneburger Haide. Bon W. H. Ackermann. Das Geschwisterpaar unter der Eiche bei Löbbelm. Von demselben. Bruchstücke auS dem Kriegsleben des Feldwebel Bär. Loa Dr. Stiebet, Herzog!, nassauischer Geheimer Hofrath. Preis 7',z Sgr. od. 27 kr. Druck von Friev. Krähe in Offeubach. Verlag der I. C. He r mann'sch en Buchhandlung in Frankfurt a. M.