Mannheim
Compact Memory

Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-03-14 · Heft 11 (14.3.1847) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 11 (14.3.1847)
Date
1847-03-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2566751-2567098-2567110--2578-2570011
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

88 Bekanntmachung. (Frankfurt a. M-, im März.) — Es ist dahier von Seiten des Comite's für die Kasse der Rabbinerversammlungcn nachstehende Bekanntmachung erlassen worden, welcher der beste Erfolg zu wünschen ist; eine rcvidi'rte und als richtig bescheinigte Rechnungs-Ablage ward mit ausgegeben. An das verehrte Publikum. Das Unterzeichnete Comit« hat die Ehre, die ihm obliegende Rechne Ablage hiermit pflichtgemäß den verehrten Unterzeichnern zu der Kasse für die Rabbinerversammlungen mitzutheilen und fleht flch zugleich veranlaßt, seine Wirksamkeit in Erinnerung zu bringen und den Freunden fortschreitender Entwickelung nahe zu legen. Aus der beigeschlossenen Uebersicht geht hervor, daß die vorjährige Rabbinerversammlung, wie zu erwarten war, sehr bedeutende Ausgaben nöthig machte, welche durch die bereitwillige Unterstützung vieler wackeren Männer und Gemeinden gedeckt wurden. Indem wir denselben hiermit herzlichen Dank abstatten, erheischt es jedoch unsere Pflicht, zugleich aufmerksam zu machen, daß die Kasse beinahe erschöpft ist, und der Fortbestand derselben nur durch die weitere Theilnahme und Unterstützung des Publikums erwirkt und gesichert werven kann. Die zu Mannheim abzuhaltende Rabbincrversammlung wird in wenigen Monaten stattfinden. Daß die Auftechthaltung dieses Instituts manches Opfer erfordere, haben wir bereits im vorigen Jahre ausgesprochen, und müssen es unter den obwaltenden, allgemeinen und besonderen Verhältnissen, jetzt um so mehr wiederholen. Wenn wir damals sowohl die Ueberwindung materieller Hindernisse als auch die Kundgebung der Gesinnung im Auge hatten, durch welche die Versammlung ihren Stützpunkt in der öffentlichen Meinung finden soll, so verkennen wir nicht, daß der vorherrschende allgemeine Nothstand von der einen, die mannigfachen Beurteilungen, welche über einzelne Beschlüsse der Breslauer Rabbinrrversammlung im Publikum gefällt worden, von der andern Seite, neue Schwierigkeiten geschaffen haben. Wir leben indeß der Ueberzeugung, daß die Hülfeleistungen, we.lche der Augenblick erfordert, das Publikum nicht abhalten werden, ein Institut zu unterstützen, an dessen Fortdauer sich viele Hoffnungen der Freunde des Fortschritts knüpfen. Was die verschiedenartigen Urtheile betrifft, zu welchen die erwähnten Beschlüsse Veranlassung gaben, so ist es nicht unsere Aufgabe, in die so heftig gewordene Diskussion einzugehen, deren Werth wir auf sich beruhen lassen Wie verschieden aber auch die Meinungen hierüber sein mögen, das scheint uns fest zu stehen: daß die Bedeutung und der Nutzen der Rabbinerversammlungen nicht nach einem einzelnen Beschlüsse oder vielmehr einer einzelnen Beratung, oder gar deren mehr oder minder gelungenen Fassung, sondern nur nach dem Geiste und der Tendenz der gesummten Verhandlungen beurteilt werden muß. Jedem unbefangenen Beurteiler aber kann es nur wünschenswerth erscheinen, periodische Versammlungen aufrecht zu erhalten, in welchen die notwendig gewordenen Verbesserungen mit Ruhe und Sachkenntniß berathen werden und welche den Keim weiterer Fortbildung in flch tragen. Es ist nicht zu leugnen, daß zeitgemäßen Reformen auf diesem Wege am leichtesten und gleichmäßigsten Eingang in die Geme.nden und Unterstützung von Seiten unserer deutschen Regierungen bereitet wird, und das Aufhören dieser, ihrer Natur nach durchaus nur berathenden, Versammlungen für die Männer des Fortschritts nichts weniger als ersprießlich sein würde. Wer seine Unterstützung und Mitwirkung ausschließlich Dem zuwendet, was er für das Beste hält, der bedenke wohl, daß dadurch wider feinen Willen dem Besseren oft unauflösliche Schwierigkeiten bereitet werden. Unsere wackeren Glaubensgenossen in Mannheim haben bereits, wie früher die Braunschweiger, die hiesige und die Breslauer Gemeinde, ihre Theilnahme an den Bestrebungen der Rabbinervcrsammlung durch die freudige Bereitwilligkeit ausgesprochen, mit welcher sie auf den Antrag eingingen, daß dieselbe in diesem Jahre in dortiger Stadt abgehalten werde. Mögen recht viele Männer und Gemeinden in unserer Mitte dieselbe Gesinnung betätigen, und so der Fortbestand eines Instituts gesichert werden, das sich, wie wir zuversichtlich hoffen, im Sinne des Fortschritts bewähren und manche wünschenswerthe Verbesserung zur Folge haben wird. Indem wir uns erlauben, diese Betrachtungen den Freunden zeitgemäßer Verbesserungen an's Herz zu'legen, bitten wir zugleich, uns den Ertrag der neu zu eröffnenden Subscriptionen recht bald anzeigen zu wollen, da von denselben der Fortbestand unserer Kasse in deren bisheriger Wirksamkeit abhängt. Frankfurt, 22. Februar 1846. Das Comite für die Casse der Rabbiner- Versammlungen Dr. Jacob Weil, Präses. Dr. Jacob Auerbach. Leopold Beer, Secretair. Moses B. Goldschmidt, Casfier. M. A. Grünebaum. Dr. I. M. Jost. E. Ullmann, Gegenschreiber. Verlag der I. C. Hermann'schen Buchhandlung in Frankfurt a. M. — Druck von Fried. Krähe in Offenbach.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.