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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1847-03-14 · Heft 11 (14.3.1847) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
8 (1847)
Issue
Heft 11 (14.3.1847)
Date
1847-03-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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£er Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schcm Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 atf, Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a& Nr. 11. Sonntag den 14. Marz 1847. FI1I. Jahrgang. Ueberblick Haupt-Artikel: Temporäre oder ewige Verbindlichkeit der in der Bibel enthaltenen symbolischen Gesetze. — Geschichte des Tages: Schwerin: Offener Brief über die dritte Rabbiner-Versammlung. (Forts.) — Aus Würtemberg: Verschiedenes aus Würtemberg. — Von der Mosel: Israelitische Zustände. — Meisenheim: Cultus-Verbefferungen.— Frankfurt a. M.: Bekanntmachung. Temporäre, oder ewige Verbindlichkeit der in der Bibel enthaltenen symbolischen Gesetze (Schluß.) Man siehet, der theologischen Phrasen, desBangemachens, kann sich Herr Gutmann nicht erwehren. Oben setzte er Gottes heilige Vernunft und heiligen Willen dem unsrigen entgegen, sprach von Gott gegebenen Gesetzen, die wir nicht außer Kraft setzen dürfen; jetzt muß die Freiheit in Zügellosigkeit ausarten, wenn man selbst diejenigen symbolischen Gebote nicht mehr beobachtet, deren Bedeutung man erkannt hat. Zndeß so arg ist es nicht, wie cs sich Herr Gutmann denkt. Die Symbole sollen also, zugestandenermaßen, als Mittel dienen, uns Religionsideen einzuprägen. Der Zweck, daß die Religionsideen uns gegenwärtig seien, ist also die Hauptsache. Sobald dieser Zweck erreicht ist, sobald mir die Religionsideen lebendig ins Herz geschrieben sind, wird Niemand von mir sagen können, die Freiheit sei bei mir nahe daran, in Zügellosigkeit auszuarten. Das ist eben der Unterschied, wird behauptet, zwischen unserer Zeit und der der Bibel, daß damals Niemand ebne dieses bestimmte Mittel, okne diese Symbolik den Zweck erreichen konnte; daß Sinnliches und Geistiges so unmittelbar identisch war, daß man den Religionsgedanken eben nur im Symbol hatte, oder doch des Symbols sehr bedürftig war, um des Gedankens ganz gewiß zu werden; heute aber den Religionsgedanken ganz allein hat; man ihn ohne das Symbol hat; ohne die Bezeichnung, die Verwandtschaft des Symbols mit diesem bestimmten Gedanken auch nur zu kennen und erst gelehrte Studien, Combination, Hypothesen bringen uns dahin, diesen bestimmten Religionsgevanken, auch im Symbol wiederzuerkennen. Der innere Nerv, die Verwandtschaft des Symbols mit dem Gedanken, das Band, welches Beide znsammenhielt, ist für uns, wird behauptet, zerrissen; nur der gelehrte Forscher vermag es wieder zusammen zu knüpfen und gerade deshalb, wird behauptet, ist die biblische Symbolik für uns religiös stumm. Wir haben entweder den Gedanken, den sie darstellen wollte, ohne sie, oder wir haben ihn gar

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