Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 8 (1847)
- Issue
- Heft 8 (21.2.1847)
- Date
- 1847-02-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenrrtniß und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben von Dr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schem Land-Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang 3 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 a/k Nr. 8. Sonntag den TI Februar 184V. vill. Jahrgang. UeberblLek. Haupt-Artikel: Temporäre, oder ewige Verbindlichkeit der in der Bibel enthaltenen symbolischen Gesetze. — Geschichte des Tages: von der Müritz: Religiöse Verhältnisse in Mecklenburg. — Aus Unterfranken: Israelitische Zustände. —Aus Würtemberg: Dr. Weil; Rede des Hrn. Ostertag. —Vom Neckar: Der Vortrag derhebr. Gebete. Temporare, oder ewige Verbindlichkeit der : Ln der Bibel enthaltenen symbolischen Gesetze Zn meinem Aufsatze „über die Speisegesetze" Nr. 19 und 20 des Zsraeliten v. Z. hatte ich Vas fernere Schicksal der biblischen Speisegesetze, so wie eines jeden andern biblischen ceremonial-, d. h. symbolischen Gesetzes von der Beantwortung der Frage abhängig gemacht: Ob die Gedanken, die durch diese symbolischen Gesetze veranschaulicht werden sollten, auch heute noch der sinnbildlichen Darstellung und einer immerwährenden sinnlichen Vergegenwärtigung bedürfen, oder ob sie so Allgemeingut geworden sind, daß sie jedem heutigen Menschen schon mit der Erziehung ins Herz geschrieben werden und nicht verloren gehen können.^ Zn Nr. 43 und 44 des Zsraeliten tritt nun Herr M. Gutmann auf und sucht diese Frage dahin zu beantworten, daß das biblische Eeremonialgesetz fortbestehen müsse. Zunächst muß ich einen Fehler rügen, den ich selbst begangen und den Herr Gutmann nicht rügt; dadurch glaube ich auch das Recht mir zu erwerben, mich gegen Herrn Gutmann wenigstens in einer Hinsicht bekla« gen zu dürfen. Der Fehler, den ich begangen, besteht darin, daß ich die Frage nicht scharf und präzis genug ausdrückte. Sie muß nämlich in zwei getheilt werden: 1) in die, ob die Gedanken auch heute noch der sinnbildlichen Darstellung bedürfen, wie ich sie in besagtem Aufsatze gestellt; dann muß aber noch die zweite hinzugefügt werden, ob selbst wenn sie heute noch der sinnbildlichen Darstellung bedürften, bie biblische Symbolik das geeignete Mittel ist, sie dem heutige» Menschen in's Bewußtsein zu rufen? ob die biblische Symbolik auch dem heutigen Mensch noch das sagt und sagen kann, was sie in der Zeit, wo sie gegeben wurde, und ich