Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 17 (26.4.1846)
- Date
- 1846-04-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenutnifl und Reform des israelitischen Lebens. Redigier und herausgegeben wr. M. Heß, Großherzogl. Weimar'schcm Lanv- Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem rede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 «f, mit demselben 5 qf* Anzeigen für tue gespaltene Zeile 6 a,\. Nr. 17. Sonntag den ÄO. April 184« VII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Die Moral nach der talmudischen Scholastik. — Geschichte des TageS: Frankfurt a. M-: vr. pirfchfeld und Vr. Adler. — Breslau: Neformbewegungen. — Berlin: Synagogenbau; die Tempel-Einweihung.— Aus West» pHalen: Ur. Friedländer. — Literarische Anzeigen. Inhalt des Literatur-Blattes: Plank, über den Ursprung des Mosaismus, und Mund, der heilige Geist und der Zeitgeist, besprochen vom Land-Rabbinen vr. Wechsler in Oldenburg. (Schluß.) — Recensivn. Zur Geschichte und Literatur. Bon Dr. Zunz. Erster Band. Von vr. Geiger. (Dritter Artikel.) Die Moral nach der talmudischen Scholastik. Zweiter Artikel. Bevor ich weiter in die Frage selbst cingehe, halte ich es für wesentlich, meine Aeußerungen gegen Mißverständnisse zu verwahren, welche einerseits die ganze Untersuchung in ein schillerndes Licht stellen, andrerseits der Wahrheit selbst Abtrag thun könnten. Bei der ungemeinen Reizbarkeit derer, welche für eine heilige Sache kämpfen, ist oft die geringste Antastung eines bloßen Wahnes genügend, um über Sacrilegium zu schreien, und diejenigen, welche eben nur bemühet sind, das wirkliche Heiligthum zu säubern, mit den. Feinden zu vermengen, welche kommen, um es zu zerstören. jyorbcb non nrriN oi ubv xjn Ze weniger aber es meine Art ist, die Zeitschriften mit Antikritiken und Repliken zu behelligen, und die uns so knapp zngemessene Lebenszeit auf Beantwortung jeder Einwendung und Abweisung jedes falschen Ansinnens zu verwenden, um so mehr halte ich es für Pflicht, so weit es angeht, einer unrichtigen Auffassung vorzubeugen, um, wenn solche dennoch vorkommt, sie ihrem eignen Schicksale überlassen zu können. Wenn ich von der Morallehre des Talmuds spreche, so meine ich keinesweges diejenigen Lehrsätze der Sittlichkeit, welche im Talmud fast auf jedem Blatte und in solcher Fülle sich finden, daß man daraus eine recht schöne Sammlung der ttefflichften Grundsätze bilden kann, — denn nicht nur jeder Kenner des Talmuds hat dieselben stets im Munde, sondern unzählig viele Blüthenkränze der Art hängen auch in den Sälen der Bolkslireratur fast jeder europäischen Sprache, so daß auch die Unwissenden sich an der Weisheit unfter Altvordern laben können, und es bedarf keiner großen Gelehrsamkeit, um zu beweisen, daß die rabbinischen