Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1846)
- Date
- 1846-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnis und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Br. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv - Nabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem rede Koche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 «f, mit demselben 5 «f. Anzeigen für vie gespaltene Zeile 6 Nr. 13. Sonntag den 30. März 18-10. VII. Jahrgang. Ueberblick. Haupt-Artikel: Hebet die Berufung auf die talmudische Reform, von vr. Holdheim. (Schluß.) — Geschichte des TageS: Dortmund: Die ifracl. Schule. — Frankfurt a. M.: Zur Verständigung. — Aus dem Großherzogthum Mecklenburg. — Nachlese aus den Zeitungen. — Paris: Die revue independante. Inhalt des Literatur - Blattes: Heber die Principien eines dem gegenwärtigen Religionsbewußtsein entsprechenden Cultus» von vr. Holdheiin. (Schluß.) Ueber die Berufung auf die talmudifche Reform. Ein Wort zur Verständigung, von vr. Holdheim. (Schluß.) Wenn Geiger, der zuerst die historische Betrachtungsweise in der jüd. Theologie angebahnt und ihr noch jetzt mit großer Liebe zugethan ist, dem Urtheile B. Bauers über den Talmud (Judenfrage S. 26.27.) gegenüber, welcher den Talmud eine chimärische, illusorische, geistlose Fortentwickelung des Mosaismus nennt, die ein bloßes Zerspalten des Alten, ein Markten und Feilschen mit dem Alten, eine verdünnte Wiederholung desselben aber keine neue Schöpfung ist, die die wesentlichsten Lebensbedingungen des Alten ausgeben muß und dennoch nicht den Murh hat, mit ihm zu brechen und aus einem neuen Prinzip heraus eine neue Welt zu schaffen, entgegnet, daß dies Alles eine geschichtliche Roth« Wendigkeit sei, um ein selbstständiges Princip der Entfesselung und Regeneration des im Mosaismus waltenden Geistes vorzubereiten, und Bauern, weil er das geschichtliche Walten in der talmudischen Entwickelungsphase übersieht, den historischen Sinn abspricht, wenn Geiger von ihm sagt (Zeitschr. für jüd. Th. V. S. 343): Hr. Bauer schilt die Henne, daß sie die harte Rinde des Eies erst in sich ausbildet, und dann nun das arme Hühnchen dieselbe durchbrechen muß; immerhin, sie wird es doch ferner so machen: so wird cs Geiger doch warlich dem armen Hühnchen nicht verargen, daß es alle seine Kräfte anstrengt, die harte Rinde zu durchbrechen, mithin diesem geschichtlichen Entwickelungsproceß mit Gewalt ein Ende macht und nicht lieber ewig in ihm verharret, noch weniger wird eres Jemanden zumuthen, aus Liebe zur geschichtlichen Entwickelung das faule Ei der lebendigen Henne vorzuziehen. Vielmehr tritt derselbe Geiger, welcher Bauern seine Lieblosigkeit gegen die Geistes-