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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-03-15 · Heft 11 (15.3.1846) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 11 (15.3.1846)
Date
1846-03-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnitz und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben »r. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literatmtl-Ui (von welchemleve 2vüche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 <*f, mit demselben 5 *f. Anzeigen für die gespaltene Zelle b oo\' Nr. II. Sonntag den 15. März 1846. VII. Jahrgang Ueberblick. Haupt -Artikel: Geiger's Vortrag in der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur. «Schluß.) — Geschichte des TageS: London: Verschiedenes aus England. — Prag: Fortschritte; Dr. Wessclp. — Aus Mntelfranken: Emancipatioi^-Gesuche. — Breslau: Eine Schrift gegen die Reform. Inhalt des Literatur-Blattes: Ueber die Principien eines dem gegenwärtigen Religionsbewußtsein entsprechenden Cnltus. von Dr. Holvheim. (Forts.) Vortrag, gehalten in der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur, am 3. Februar d. I. von Rabbiner Dr. Geiger. (Schluß.) So ist die Cultur und Literatur Deutschlands überhaupt und namentlich der Juden Deutschlands eine späte, aber gediegene Frucht, und sie verdient es, nach allen Richtungen von ihren Anfängen an begleitet zu werden. Zu einer selbstständigen Literatur hatte es Deutschland erst im vorigen Jahrhundert gebracht; wo ein Volk in eigner Weise an der Ausbildung des Geistes mitarbeitet, wo es sich nicht blos empfangend verhält, sondern in den Schachten seiner Ursprünglichkeit nachgräbt und die vielen geistigen Metalle ans Tageslicht förderr, da muß es sich auch der eignen, der vaterländischen Sprache bedienen, in diesem reinsten Ausdrucke seines Geisteslebens seine Gedanken mittbeilen. Bis zu jener Zeit war die deutsche Sprache nock nickt zu jener Bedeutung gelangt; die Gelehrten schrieben lateinisch, die Welck-ute französisch, ein Beweis, daß die Culturclemente nicht volles Eigenthum des Volkes waren, nicht aus dem individuellen und ganzen Geiste desselben ihre Nahrung zogen. Ein solcher Zustand der Cultur vermochte auch niemals die äußersten Glieder der Gesellschaftskette, die Juden, zu berühren, sie bedienten sich, wie die andern Gelehrten der kosmopolitischen lateinischen Sprache, so auch ihrer kosmopolitischen, freilich bis zur Unkenntlichkeit modisicirten hebräischen, das Deutsche, das sie im Umgänge gebrauchten, konnte höchstens dazu dienen, den niedrigen Volksklassen, Frauen und Kindern, dasAllernothwendigste zugänglich zu machen, und so gab es wohl aus dem 16. und 17. Jahrhundert Bibel- und Gebet- Uebersetzungen in diesem Jargon, und dabei in wiederum modisicirten hebräischen Buchstaben. Während die Flucht-

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