Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 9 (1.3.1846)
- Date
- 1846-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntnift und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben Dr. M HeH, Großherzogl. Weimar'schem Lanr- Rabbiner» zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt (von welchem rede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 ^, mit demselben 5 *f- Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. O. Sonntag den 1. Marz 1840. FH. Jahrgang. Ueberblick. Haupt -Artikel: Rückblick auf die zweite Rabbiner-Versammlung. — Geschichte des Tages: Eisenach: Berichtgung. — Berlin: Die Reformgenossenschaft. — Breslau: Todesfälle. — Aus Miltelfranken: Baierrsch-jüdische Zustande. - Briefe vom schlesischen Ovcrgebiete. Inhalt des Literatur-BlatteS: Literarischer Monatsbericht von vr. M. A. Levp. — Weitere Proben einer conservatrven Recenfion, von Geiger. — Ueber vre Principien eines dem gegenwärngrn Relrgionsbewußtsein entsprechenden Cultuö. von vr. Holdheim. Wir bitten, alle nicht dringenden Druckschriften uns über Leipzig pr. Adresse der Buchhandlung von F. Baerecke in Eisenach zuzusenden. DieRedaction. Rückblick auf die zweite Rabbiner- Versammlung. Nachdem die Protokolle der zweiten Rabbiner - Versammlung nun vollständig vor uns liegen und für die Abhaltung der dritten bereits das Nöthige cingeleitet und vorbereitet wird, dürfte ein Rückblick auf die Thätigkeit der verflossenen an der Zeit sein und wobl auch für die kommende manche belehrende Gesichtspunkte darbieten. Wir wollen versuchen hiezu durch folgende Zeilen einen Beitrag zu geben Die zweite Rabbiner-Versammlung hat nicht minder heftige Angriffe und Befehdungen von Seiten der starrorthodoren Partei erfahren, als die erste, ja Herr Zebi Hirsch Lehren, wenn er jetzt nochmals einen Protest erheben wollte, würde noch eine zahlreichere Schaar von verkappten Rittern finden, als das vorige Jahr; denn die zweit-Nabbinerversammlung ist geradezu auf die pharisäisch - talmudische Beste tosgegangen, hat den Angriff auf ihr Hauptgebäude unternommen, und sie mit ihrem ganzen versteinerten Inhalt in Belagerungszustand erklärt. — Man mag nämlich zur Verherrlichung der talmudischen Anschauung von Seiten unserer Neuromantiker sagen, was man wolle, dieselbe stellt sich jedem, der sie mit offnen Augen ansiehl, als eine durchaus inhumane, unfteie, in engnattonale Grenzen gehaltene dar. Der Talmud weiß nichts von einem höheren Werthe der sittlichen Gebote gegenüber den ceremoniellen, ja er kennt den Begriff eines Moral-Gebotes gar nickt, sondern nur den göttlicher Diktate, zu welchen Vernunft und sittliches Gefühl sich ganz passiv verhalten müssen, wenn sie nur mittelst seiner