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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1846-02-22 · Heft 8 (22.2.1846) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
7 (1846)
Issue
Heft 8 (22.2.1846)
Date
1846-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit - des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kermtisist und Reform des israelitischen Lebens. Redigier und herausgegeben »r. M. Heß, Großhvzogl. Weimar'schem Land - Rabbinen zu Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämtermd Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, ohne das Literaturblatt(von welchemzebe Wache ein halber Bogen in mß Quart erscheint) 3 *tf, mit demselben 5 Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 Nr. 8. Sonntag den SS. Februar 18-1:6. VT1» Jahrgang Ueberblick. Haupt^lrtikel: Die Moral nach der talmuvischen Scholastik. — Geschich.e des Tages: Frankfurt a. M..' Zittels M0ion. — Frankfurt a. M.: Aufruf des Comite der Caüe für die Rabbiner - Versammlungen. — AuS Mirtelfranken: Baierifch-Milche Zuüänve. In'att deS Literatur-Blattes: Ueber die Principien eines dem gegenwärtigen Religionsbewußrsein entsprechenden Cultus, Von Dt Holdhkim. D/e Moral nach der talmudischen Scholastik. Erster Artikel. In den letzten Jatren hat sich eine Fehde entspannen, welche, abgeseher von der leider jetzt so häufigen Ausartung in gehässig Persönlichkeiten, die ernsteste Aufmerksamkeit anspriht, und zwar nicht etwa weil die Neugier erkennen nöchte, wem von den Kämpfern die Palme für Scharfsnn, Witz und Gelehrsamkeit gebühre, sondern weil s sich um ein Ergebniß handelt, das der Mehrheit unseer Gemeinden von hohem Wende sein muß und das jedafalls für das Leben der Israeliten und für dessen Aerkenntniß von außen der sedr wesentliche Fragen lös« wird. Wer den Gegenstand des Streites näher kent und dessen Gewicht zu würdigen weiß, der dält s den Vorkämpfern gern zu gute, wenn die Hitze der Lidenschaft sie verleitet, einander Verralb, Falschheit, lnwissenheitFlüchtigkeit, Verbl.endung u. s. w. vorzuwerfen, aber er ziedt schwerlich daraus den Schluß, daß die Sicherdeit des Gefübles, das die Wahrbeir verleiht, solche Ausdrücke für zweckmäßig erachtete, um den Gegner abzuweisen, sondern findet eben darin nur irregeleiteten Eifer. Die Sache selbst kommt dadurch nicht in das rechte Licht. Fassen wir einmal diele, ohne alle Rücksicht auf die Partoien ins Auge: Was ist eigentlich die Frage? Wir glauben sie in der Ueberschrifr ausgedrückt;u haben; sie betrifft die Moral, oder das moralische Prinzip nach der talmudischen Scholastik. Zur Vermeidung einer unrichtigen Auffassung des Begriffes Scholastik sei übrigens bemerkt, daß wir darunter nicht bloß dre Lehrmethode, die Art der Behandlung jüdischer Gesetze und der damit verbundenen Kasulstik und Bibel- Interpretation, sondern vornehmlich die Resultate derselben verstehen; und in so fern die Moral gesucht wird, vorzüglich diejenigen, welche nicht sowohl ins

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