Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 7 (1846)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1846)
- Date
- 1846-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniff und Reform des israelitischen Lebens. Redigirt und herausgegeben »r. M Heß, Großherzogl. Weimar'schem Lanv- Rabbinen zn Eisenach. Zu beziehen durch alle Postämter und Buchhandlungen. Preis für den ganzen Jahrgang, oh'e das Literaturblatt (von welchem rede Woche ein halber Bogen in groß Quart erscheint) 3 , mit demselben 5 *f. Anzeigen für die gespaltene Zeile 6 otA. Nr. 6. Sonntag den 8. Februar fn. Jahrgang, Ueberbliek. Haupt -Artikel: Die inneren jüdischen Zustände in Ungarn. — Geschichte des TageS: Breslau: Das Schisma. — Aus Bayern: Hoffnungen. — Aus Galizien: Jüdische Zustände. — Amerikanische Zustande. — Nachlese aus den Zeitungen. — Literarische Anzeige. Inhalt des Literatur - Blattes: Theologische Bibliographie von vr. Levy. - Weitere Proben einer conservativen Recenfion, von vr. Geiger. Wir berichtigen hierdurch, daß der Haupt-Artikel in Nr. 3 mit einem W. hätte unterzeichnet sein müssen und nicht vom Herausgeber ist. D^e Redaction. Die inneren jüdischen Zustande in Ungarn. Eine Skizze von B-h. aus Ungarn. Es ist das Verdienst der neuern Geschichtschreibung und eine eklatante Manifestation ihrer wissenschaftlichen Reife, daß sie nicht, wie früher, mebr nur bei den geräuschvollen und betäubenden Erscheinungen, bei dem Donnergetöse der mörderischen Schlachten und dem Gekrache der zusammenstürzenden Throne gern weilet, sondern auch und mit besonderm Wohlgefallen das stille Weben des Geistes in seinen verborgensten Werkstätten zu beobachten und seine leisesten Regungen zu belauschen strebt und in diesem Streben die entlegensten Spuren menschlichen Lebens und Wirkens aufsucht und verfolgt. Denn nur aus den unendlich verschiedenen und wechselnden Richtungen und Bestrebungen eines und desselben, aber den mannigfaltigsten äußern Einflüssen hingegebenen Menschengeistes lassen sich die ewigen Gesetze dieses Geistes, sowie die höhere Einheit, der einige Ausgangs¬ und Zielpunkt aller jener Richtungen und Bestrebungen erkennen und feststellen. Von diesem Gesichtspunkt aus mußte aber das Judenthum ganz besonders die Aufmerksamkeit auf sich ziehen; denn das Judenthum ist selbst wieder dem mannigfachsten Wechsel äußerer Einflüsse unterworfen worden, es hat auch in der jedesmaligen andern Sphäre in andern Gestaltungen und Ausstrahlungen sich ausgeprägt und offenbart,, bis es endlich ein so zähes und schmieriges Wesen angenommen, daß, als es vollends in den Staub gedrückt uod da Herumgetrieben wurde, es sich mit einer immer dicker nnd fester werdenden Kruste überzog, so daß selbst das